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Ort: Europa  DeutschlandReisejahr: 2019, 2020, 2021, 2022, 2023~9 Min. Lesezeit

Reinickendorf ist ein Bezirk im Nordwesten Berlins. Dazu gehören unter anderem Tegel mit dem früheren Flughafen, Wittenau mit dem Bezirksrathaus und das Dorf Lübars, und einen großen Teil der Fläche nehmen Wälder und Seen ein – der Tegeler Forst und der Tegeler See. Ich habe in Reinickendorf gewohnt, am Eichborndamm. In diesem Beitrag habe ich Orte im Berliner Norden zusammengestellt, die ich in den Jahren 2019–2023 fotografiert habe: von der Dorfkirche in Alt-Wittenau über das Tor der Borsigwerke und den Hafen in Tegel bis zum Flughafen Tegel und der höchsten Erhebung des Bezirks im Tegeler Forst.

Inhaltsverzeichnis

  1. Alt-Wittenau – ein Dorf mitten in der Stadt
  2. Rathaus Reinickendorf und das Beet mit pommerschen Städtenamen
  3. Steinbergpark – ein Wasserfall über Findlinge
  4. Tegel – Borsigtor und Borsigturm
  5. Tegeler Hafen und Tegeler See
  6. Flughafen Tegel und Flughafensee
  7. Ehrenpfortenberg – der höchste Punkt des Bezirks im Tegeler Forst
  8. Lübars und Volkspark Rehberge
  9. Praktische Informationen

Alt-Wittenau – ein Dorf mitten in der Stadt

Alt-Wittenau ist der alte Ortskern eines Dorfes, das bis 1905 den Namen Dalldorf trug. In den 1870er-Jahren wurde hier eine städtische Irrenanstalt eröffnet, und der Ortsname wurde mit ihr in Verbindung gebracht – deshalb beantragten die Bewohner eine Umbenennung. Der neue Name ehrt Peter Witte, den langjährigen Amtsvorsteher. Erhalten ist der Dorfanger mit alten Bäumen, und darauf steht die Dorfkirche.

Die Kirche entstand Ende des 15. Jahrhunderts – die dendrochronologische Datierung verweist auf die Jahre 1482–1489. Die Mauern bestehen aus Feldsteinen unterschiedlicher Größe, Ecken, Fenstereinfassungen und Giebel aus Backstein. Der hölzerne Turm hat kein eigenes Fundament, sondern sitzt im Dach; seit 1894 ist er mit Schiefer gedeckt. Ich war im Februar und im April 2022 hier. Im Frühling blühten auf den Wiesen des Dorfangers Narzissen.

Rund um die Kirche liegt ein kleiner Friedhof. Dort steht das grüne gusseiserne Grabmal des Pfarrers Gottlieb Michael Fetschow. Laut Inschrift war er Pfarrer zu Dalldorf, Tegel und Lübars, wurde 1713 geboren und trat sein Amt 1739 an.

Ein paar hundert Meter von der Kirche entfernt, an einer Wohnsiedlung, hat jemand Berliner Sehenswürdigkeiten auf Garagentore gemalt, darunter das Rathaus Reinickendorf, den Flughafen Tegel, das Brandenburger Tor, die Siegessäule, den Funkturm, den Fernsehturm und den Reichstag.

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Rathaus Reinickendorf und das Beet mit pommerschen Städtenamen

Nicht weit vom Dorfanger, am Eichborndamm, steht das Rathaus Reinickendorf. Es wurde 1911 in nur zwölf Monaten gebaut, damals noch für die Gemeinde Wittenau. Es hat Backsteinmauern, einen hohen Uhrturm und Giebel im Stil eines holländisch geprägten Neobarocks. Heute sitzt hier das Bezirksamt, und gleich daneben liegt der U8-⁠Bahnhof Rathaus Reinickendorf.

Am prächtigsten ist der Eingangsbereich: Die beiden Bogeneingänge umrahmt ein steinernes Portal mit Skulpturen und Ornamenten. Im Gebäude gibt es außerdem das Restaurant Ratskeller. Ich habe das Rathaus im Februar 2022 und im März 2023 fotografiert.

Direkt neben dem Rathaus liegt ein Blumenbeet – im März 2023 blühten dort Stiefmütterchen. Auf seiner niedrigen Betoneinfassung sind mit Fliesen die Namen pommerscher Städte gelegt, darunter STETTIN (Szczecin), KOLBERG (Kołobrzeg), STOLP (Słupsk) und SWINEMÜNDE (Świnoujście), aber auch GREIFSWALD und STRALSUND.

Weiter südlich, an der Auguste-Viktoria-Allee, steht die Segenskirche aus Backstein mit ihrem hohen Turm. Sie wurde 1891–1892 im neugotischen Stil gebaut, brannte 1944 aus und wurde nach dem Wiederaufbau 1957 neu geweiht. Das Foto habe ich im August 2022 gemacht.

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Steinbergpark – ein Wasserfall über Findlinge

Der Steinbergpark liegt dort, wo Wittenau, Waidmannslust und Tegel aneinandergrenzen, gut einen Kilometer westlich der Kirche in Alt-Wittenau. Der Park wurde ab 1924 in einem Waldgebiet angelegt. Er ist etwa 35 Hektar groß, in seiner Mitte liegt der Steinbergsee. Der Name stammt vom Steinberg am Nordufer des Sees.

Die größte Attraktion ist der künstliche Wasserfall aus den späten 1920er-Jahren. Das Wasser fließt über mehr als 200 Findlinge und neun Stufen hinab und wird von Pumpen gespeist, die es aus dem See holen. Im Juli 2021 lief er mit voller Kraft.

Im April 2022 war ich morgens hier – im ruhigen Wasser des Steinbergsees spiegelten sich die Bäume.

Die Pumpen laufen nur in der wärmeren Jahreshälfte. Im März 2023 war der Wasserfall trocken, und man sah nur die bemoosten Findlinge.

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Tegel – Borsigtor und Borsigturm

In Tegel stehen die Gebäude der früheren Borsigwerke – eines Unternehmens, das August Borsig im 19. Jahrhundert gründete und das vor allem für seinen Lokomotivbau bekannt war. Die Fabrik zog 1898 nach Tegel, und damals entstand das Eingangstor, das Borsigtor. Es hat zwei runde Türme, Zinnen über dem Bogen und die Inschrift „A. BORSIG.“ – es erinnert an ein mittelalterliches Stadttor. In Nischen der Türme stehen Figuren eines Schmieds und eines Eisengießers. Ich war an einem sonnigen Tag im April 2023 hier.

Zweihundert Meter weiter steht der Borsigturm – ein 65 Meter hohes Bürohochhaus aus Backstein aus den Jahren 1922–1924, entworfen von Eugen Schmohl. Er gilt, je nach Definition, als erstes Hochhaus Berlins. In den obersten Etagen befand sich früher ein Wasserbehälter für das Werk. Ich habe ihn im August 2019 und im November 2021 fotografiert.

In den ehemaligen Fabrikhallen befindet sich heute das Einkaufszentrum Hallen am Borsigturm, und direkt am Tor liegt der Eingang zum U6-⁠Bahnhof Borsigwerke. Beim Festival of Lights 2020 wurden Bilder auf den Turm und die Hallen projiziert – darüber schreibe ich im Beitrag über das Festival of Lights.

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Tegeler Hafen und Tegeler See

Das alte Dorf Tegel liegt am Tegeler See, an der Endstation Alt-Tegel der U6. Über die Einfahrt zum Tegeler Hafen führt eine rote Fußgängerbrücke aus Stahl von 1908–1909. Die Einheimischen nennen sie Sechserbrücke – bis 1922 kostete der Übergang fünf Pfennig, umgangssprachlich „Sechser“ genannt. Am Nordende der Brücke stehen Pavillons mit Türmchen. Ich war im November 2020 hier, in der Herbstsonne.

Der Tegeler See ist der zweitgrößte See Berlins. Am Ufer in Alt-Tegel verläuft die Greenwichpromenade. Im Juli 2022 war ich bei Sonnenuntergang an einem Steg am Westufer des Sees. Den Wald am See und den höchsten Baum Berlins beschreibe ich im Beitrag Grünes Berlin.

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Flughafen Tegel und Flughafensee

Südlich von Alt-Tegel lag jahrzehntelang der wichtigste Flughafen West-Berlins – Tegel „Otto Lilienthal“ mit dem sechseckigen Terminal, das 1974 eröffnet wurde. Der letzte Linienflug, eine Maschine der Air France nach Paris, startete hier am 8. November 2020, nach der Eröffnung des neuen Flughafens BER. Im September 2020, weniger als zwei Monate vor der Schließung, flogen über dem Wald am Flughafensee noch Flugzeuge.

Ende Dezember 2020 war das Vorfeld schon leer – durch den Maschendrahtzaun sah man das Terminal und den Kontrollturm. Formell geschlossen wurde der Flughafen im Mai 2021. Auf dem Gelände sollen der Technologiepark Urban Tech Republic und das Wohnquartier Schumacher Quartier entstehen.

Der Flughafensee ist ein künstlicher See in einer ehemaligen Kiesgrube – hier wurde von 1953 bis 1978 Kies abgebaut. Er ist bis zu 34 Meter tief und damit der tiefste See Berlins. Ein hölzerner Aussichtssteg mit Dach führt aufs Wasser hinaus – im Juli 2020 war ich darauf.

Baden darf man nur am Sandstrand am Nordufer. An einem Juliabend 2022 schwammen dort noch ein paar Leute. Über einen Spaziergang am Flughafenzaun im Januar 2021 schreibe ich im Beitrag Grünes Berlin.

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Ehrenpfortenberg – der höchste Punkt des Bezirks im Tegeler Forst

Im Tegeler Forst, im Teil namens Hermsdorfer Wald, erhebt sich der Ehrenpfortenberg. Laut der Tafel der Berliner Forsten ist er 69 m ü. M. hoch und die höchste natürliche Erhebung des Bezirks Reinickendorf. Auf dem Gipfel steht ein Holzkreuz, das erst in den 90er-Jahren aufgestellt wurde.

Die Tafel erklärt auch den Namen. Früher hieß die Anhöhe Adlerberg. Kurfürst Friedrich III. nahm das Gebiet 1694 in Besitz – hier sollten Hofjagden stattfinden. Als er sich 1701 als Friedrich I. zum König krönen ließ, wurden in Berlin Ehrenpforten errichtet – eine davon genau hier. Vom Berg verlief außerdem eine Sichtschneise zum 14 km entfernten Berliner Schloss.

Ich war im Februar 2021, im Januar 2022 und im April 2022 hier. Am Kreuz legen Leute bemalte Steine mit Zeichnungen und Sprüchen ab.

Im April 2022 kam ich mit meinem Vater hierher, der mich in Berlin besuchte.

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Lübars und Volkspark Rehberge

Lübars ist ein altes Dorf ganz im Norden Berlins, umgeben von Feldern und Wiesen. Im Juli 2022 bin ich hier auf Feldwegen gewandert. Das Tal des Tegeler Fließes beschreibe ich im Beitrag Grünes Berlin, die Spuren der früheren Grenze in Lübars im Beitrag über die Berliner Mauer.

Von einem Hügel am Dorfrand sieht man in der Ferne hohe Wohnblöcke.

Näher zur Mitte, schon im Ortsteil Wedding, liegt der Volkspark Rehberge. Der Park wurde 1922–1929 angelegt. Er ist etwa 78 Hektar groß, zusammen mit dem benachbarten Goethepark etwa 115. Es gibt Wald, Wiesen und kleine Seen, und über einen der Wege führt eine steinverkleidete Bogenbrücke. Ich war im Oktober 2020 hier.

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Praktische Informationen

  • U-Bahn: Die U6 fährt über Rehberge (Bahnhof Rehberge) nach Tegel – Borsigtor und Borsigturm liegen am Bahnhof Borsigwerke, Hafen und Tegeler See an der Endstation Alt-Tegel. Die U8 endet in Wittenau; Rathaus und Dorfanger Alt-Wittenau liegen am Bahnhof Rathaus Reinickendorf.
  • S-Bahn: Nach Tegel fährt die S25, durch Wittenau und Waidmannslust die S1. Alle beschriebenen Orte liegen im Tarifbereich AB.
  • Zu Fuß: Von Alt-Wittenau zum Steinbergpark ist es gut ein Kilometer, etwa 20–30 Minuten zu Fuß. Der Ehrenpfortenberg liegt tief im Wald, weit weg von Straßen – eine Karte auf dem Handy hilft, denn es gibt sehr viele Wege.
  • Kostenlos: Parks, Wälder und Seen; Sehenswürdigkeiten wie das Borsigtor, das Rathaus oder die Kirche in Alt-Wittenau kannst du dir ohne Ticket von außen ansehen.
  • Wann: Der Wasserfall im Steinbergpark läuft nur in den wärmeren Monaten. Am Flughafensee darfst du nur am Strand am Nordufer baden.
  • Mehr Berlin: Parks und Wälder beschreibe ich im Beitrag Grünes Berlin, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum im Beitrag Berlin: Sehenswürdigkeiten.

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