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Ort: Europa  DeutschlandReisejahr: 2019, 2021~5 Min. Lesezeit

Steglitz und Lichterfelde liegen im Südwesten Berlins, im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, weit weg von den Sehenswürdigkeiten der Mitte. Bis 1990 gehörten sie zu West-Berlin, und am Südrand von Lichterfelde verlief die Grenze zur DDR. In diesem Beitrag habe ich Orte zusammengestellt, die ich hier in den Jahren 2019–2021 fotografiert habe: den Bierpinsel über der Schloßstraße, den Stadtpark Steglitz, den Hügel, von dem Otto Lilienthal mit seinen Gleitern startete, eine Allee japanischer Kirschbäume auf der ehemaligen Grenze sowie den Bahnhof Lichterfelde Ost und den Teltowkanal.

Inhaltsverzeichnis

  1. Steglitz – Bierpinsel, Schloßstraße und Stadtpark
  2. Der Lilienthal-Hügel (Fliegeberg)
  3. An der Stadtgrenze – die Kirschblütenallee am Mauerweg
  4. Lichterfelde Ost und der Teltowkanal
  5. Praktische Informationen

Steglitz – Bierpinsel, Schloßstraße und Stadtpark

Die Schloßstraße in Steglitz ist eine der wichtigsten Einkaufsstraßen Berlins, mit mehreren großen Einkaufszentren. In ihrem nördlichen Teil, über einer Straßenbrücke und dem U-Bahnhof Schloßstraße der U9, steht der Bierpinsel – ein 46 Meter hoher Turm aus den Jahren 1972–1976 im Pop-Art-Stil. Die Fassade ist mit bunten Malereien bedeckt. Bis 2006 gab es im Turm Restaurants, danach stand das Gebäude lange leer. Ich war an einem bewölkten Morgen am 4. September 2021 hier.

Vor Weihnachten fand am nördlichen Ende der Schloßstraße, am Walther-Schreiber-Platz, ein Weihnachtsmarkt mit einer hohen hölzernen Weihnachtspyramide statt. Das Foto ist vom 20. Dezember 2019; den Markt von 2021 zeige ich im Beitrag Berlin: Weihnachtsmärkte.

Etwa 1,5 km südöstlich des Bierpinsels liegt der Stadtpark Steglitz – ein Stadtpark mit einem großen Teich, Trauerweiden und einer kleinen Brücke. Ich war Anfang April 2021 hier, als an den Weiden die ersten Blätter austrieben.

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Der Lilienthal-Hügel (Fliegeberg)

Otto Lilienthal (1848–1896) war ein Luftfahrtpionier – einer der ersten Menschen, die immer wieder mit selbst gebauten Gleitern flogen; er absolvierte über 2000 Flüge. 1894 ließ er in Lichterfelde einen künstlichen Hügel aufschütten, den Fliegeberg, von dem er bei jeder Windrichtung starten konnte. An der Ecke Scheelestraße und Osdorfer Straße steht ein Wegweiser „Lilienthal-Denkmal 750 m“.

Der Hügel ist etwa 15 Meter hoch. 1932 wurde auf ihm eine Gedenkstätte angelegt: Eine gerade Treppe führt nach oben, wo ein rundes Dach auf Stützen steht. Darunter steht ein Metallglobus mit der Inschrift „OTTO LILIENTHAL 1848–1896“. Am Fuß des Hügels liegt ein rechteckiges Wasserbecken.

Lilienthal starb 1896 nach dem Absturz seines Gleiters an den Gollenbergen bei Stölln in Brandenburg. Der Flughafen Tegel trug seinen Namen – über ihn schreibe ich im Beitrag Der Berliner Norden.

Ich war am 4. September 2021 am späten Vormittag hier. Von oben sieht man das Becken, die Bäume ringsum und in der Ferne hohe Wohnblöcke.

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An der Stadtgrenze – die Kirschblütenallee am Mauerweg

Etwa einen Kilometer südlich des Hügels steht ein gelbes Ortsausgangsschild von Berlin mit einem Pfeil nach Heinersdorf (2 km) – dahinter beginnt Brandenburg. Bis 1989 verlief hier die Grenze zwischen West-Berlin und der DDR, und entlang dieser Grenze stand die Mauer.

Auf der ehemaligen Grenze führt der Berliner Mauerweg entlang – er ist etwa 160 km lang und umrundet das ganze frühere West-Berlin. Ich bin auf ihm durch den Wald Richtung Teltow gegangen.

Zwischen Lichterfelde und Teltow wächst am Mauerweg eine Allee japanischer Kirschbäume (TV-Asahi-Kirschblütenallee). Die Kirschen blühen meist im April, ich war aber Anfang September hier, deshalb waren die Bäume grün.

An der Allee liegt ein Findling mit einer Bronzetafel und dem japanischen Schriftzeichen 桜 (Sakura – Kirsche). Die deutsche Inschrift besagt, dass die Bäume von japanischen Bürgern „aus Freude über die Vereinigung unseres Volkes“ gespendet wurden, unterstützt vom TV Asahi Network, und dass das Sakura-Organisationskomitee sie im April 1996 gepflanzt hat. Darunter steht ein Haiku von Issa: „Unter den Zweigen der Kirschbäume in Blüte ist keiner ein Fremder hier“.

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Lichterfelde Ost und der Teltowkanal

Lichterfelde Ost ist ein Bahnhof mit einem Empfangsgebäude mit Säulen, dreieckigem Giebel, Uhr und der Inschrift „Bahnhof Berlin-Lichterfelde Ost“. Hier halten die S-Bahn-Linien S25 und S26. Von hier aus fuhr 1881 die erste elektrische Straßenbahn der Welt los – die Strecke baute die Firma Siemens & Halske. Das Foto habe ich im Oktober 2021 gemacht.

Durch Lichterfelde fließt der Teltowkanal – ein etwa 38 km langer Schifffahrtskanal, eröffnet 1906, der die Havel bei Potsdam mit der Dahme in Köpenick verbindet. Im November 2021 lag ein Lastkahn am Ufer, und in der Ferne sah man die Schornsteine eines Heizkraftwerks.

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Praktische Informationen

  • Anfahrt: Zum Bierpinsel und zur Schloßstraße mit der U9 (Bahnhof Schloßstraße) oder der S1 (Rathaus Steglitz). Nach Lichterfelde Ost mit der S25 oder S26. Alle beschriebenen Orte liegen im Tarifbereich AB.
  • Zu Fuß: Der Lilienthal-Hügel liegt etwa 1,5–2 km von den S-Bahnhöfen Lichterfelde Ost und Lichterfelde Süd entfernt. Vom Hügel bis zur Kirschblütenallee am Mauerweg sind es etwa 2 km.
  • Wann: Die Kirschbäume am Mauerweg blühen meist im April.
  • Kostenlos: Lilienthal-Hügel, Stadtpark Steglitz, Kirschblütenallee und Mauerweg sind ohne Eintritt zugänglich. Den Bierpinsel kannst du nur von außen ansehen.
  • Mehr Berlin: Die City West mit Ku’damm und Gedächtniskirche beschreibe ich im Beitrag Das ehemalige West-Berlin, einen Abschnitt des Mauerwegs bei Hennigsdorf im Beitrag Ausflüge rund um Berlin und die Reste der Mauer im Zentrum im Beitrag über die Berliner Mauer.

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