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Ort: Europa  DeutschlandReisejahr: 2019, 2020, 2021, 2022, 2023, 2024~7 Min. Lesezeit

Die City West – die Gegend um den Kurfürstendamm und den Breitscheidplatz in Charlottenburg – war zur Zeit der Teilung das Zentrum von West-Berlin. Hier lagen die wichtigsten Geschäfte, Hotels und Kinos, denn die historische Mitte mit Unter den Linden und dem Alexanderplatz lag auf der Ostseite der Mauer. In diesem Beitrag habe ich Orte im Westen Berlins zusammengestellt, die ich in den Jahren 2019–2024 fotografiert habe: den Wittenbergplatz mit dem historischen U-Bahn-Pavillon, die Tauentzienstraße, die Gedächtniskirche, die Gegend um den Zoo, den Ku’damm in der Weihnachtsbeleuchtung und den Jugendstilbahnhof am Mexikoplatz in Zehlendorf.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wittenbergplatz – U-Bahn-Pavillon und die Tafel „Orte des Schreckens“
  2. Tauentzienstraße – pinke Rohre und die Skulptur „Berlin“
  3. Breitscheidplatz und die Gedächtniskirche
  4. Bikini Berlin, das Elefantentor und der Zoo Palast
  5. Der Kurfürstendamm in der Weihnachtsbeleuchtung
  6. Mexikoplatz – ein Jugendstilbahnhof in Zehlendorf
  7. Praktische Informationen

Wittenbergplatz – U-Bahn-Pavillon und die Tafel „Orte des Schreckens“

Der Wittenbergplatz liegt am östlichen Ende der City West, direkt am Kaufhaus KaDeWe (Kaufhaus des Westens), das 1907 eröffnet wurde. Mitten auf dem Platz steht der Pavillon des U-Bahnhofs mit Säulen, dreieckigem Giebel und den goldenen Schriftzügen „Untergrund Bahn“ und „Bahnhof Wittenbergplatz“. Der Bahnhof wurde 1902 eröffnet, das heutige Eingangsgebäude entstand 1911–1913 nach einem Entwurf von Alfred Grenander. Heute halten hier drei U-Bahn-Linien: U1, U2 und U3.

Ich war an einem sonnigen Nachmittag am 16. Oktober 2022 hier. Aus dem Pavillon sieht man durch die offenen Türen die Tauentzienstraße. Am Ausgang der U-Bahn steht die Tafel „Orte des Schreckens, die wir niemals vergessen dürfen“. Darauf stehen die Namen von Konzentrations- und Vernichtungslagern, u. a. Auschwitz, Stutthof, Majdanek und Treblinka, und auf zwei neueren Schildern unten Trostenez und Flossenbürg.

Abends ist der Pavillon von innen beleuchtet – so sah er im August 2022 aus.

Im Oktober 2022 stand auf dem Rasen neben dem Pavillon eine Reihe bunter Buddy Bären – Bärenfiguren mit erhobenen Tatzen, die seit 2001 in ganz Berlin aufgestellt werden (der Bär ist im Stadtwappen). Ein paar Schritte weiter steht ein Brunnen mit Skulpturen liegender Figuren.

Weitere Gedenkorte – die Topographie des Terrors, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas oder die Bernauer Straße – findest du im Beitrag Berlin: Gedenkorte.

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Tauentzienstraße – pinke Rohre und die Skulptur „Berlin“

Vom Wittenbergplatz führt die Tauentzienstraße zum Breitscheidplatz – eine breite Einkaufsstraße mit einem Grünstreifen in der Mitte. Über ihr verlaufen pinke Rohre. Mit solchen Leitungen wird in Berlin das Grundwasser aus Baugruben abgepumpt – die Stadt steht auf sandigem, feuchtem Boden, deshalb sieht man sie an vielen Stellen. Am Ende der Straße sieht man die Turmruine der Gedächtniskirche.

Auf dem Grünstreifen steht die Stahlskulptur „Berlin“ von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff, aufgestellt 1987 zur 750-⁠Jahr-Feier der Stadt. Die gebogenen Rohre bilden zwei ineinandergreifende, aber nicht geschlossene Kettenglieder – die Skulptur stand für das damals geteilte Berlin. Durch sie hindurch sieht man die Gedächtniskirche. Das Foto ist vom August 2022.

Am Europa-Center, kurz vor dem Breitscheidplatz, steht noch ein Buddy Bär – der hellblaue „Else-Bär“ mit der goldenen Viktoria von der Siegessäule auf dem Bauch (die Berliner nennen sie „Goldelse“). Laut dem Schild hat ihn Jürgen Wölke bemalt. Das Foto habe ich nachts im Juli 2019 gemacht.

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Breitscheidplatz und die Gedächtniskirche

Auf dem Breitscheidplatz steht das Wahrzeichen West-Berlins – die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Sie wurde 1891–1895 gebaut und im November 1943 durch einen Bombenangriff zerstört. Die Turmruine blieb als Mahnmal stehen: Von den ursprünglichen 113 Metern sind etwa 71 übrig. Daneben entstanden 1959–1963 nach Plänen von Egon Eiermann eine neue Kirche und ein Glockenturm mit Wänden aus blauen Glassteinen. Hinter der Kirche sieht man das Europa-Center mit dem Mercedes-Stern auf dem Dach – so sah es im Mai 2019 aus.

In der Ruine des alten Turms befindet sich eine Gedenkhalle mit goldenen Mosaiken an der Decke. Im Dezember 2024 waren dort auch große historische Fotos der Kirche vor der Zerstörung ausgestellt, mit ihrem hohen, spitzen Turm. Die Mosaiken und den blauen Innenraum der neuen Kirche zeige ich im Beitrag Berlin: Sehenswürdigkeiten.

Auf den Stufen vor der neuen Kirche befindet sich die Gedenkstätte für die Opfer des Anschlags vom 19. Dezember 2016 auf den Weihnachtsmarkt. Am 27. Dezember 2024, wenige Tage nach dem achten Jahrestag, lagen auf den Stufen mit den Namen der Opfer – darunter der Pole Łukasz Urban – Kränze, Blumen, Fotos und Kerzen. Die Gedenkstätte selbst beschreibe ich genauer im selben Beitrag.

Abends ist die Turmruine beleuchtet. Das erste Foto habe ich im Februar 2023 gemacht, das zweite im Dezember 2021, als unter dem Turm die Buden des Weihnachtsmarkts standen. Den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz beschreibe ich im Beitrag Berlin: Weihnachtsmärkte.

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Bikini Berlin, das Elefantentor und der Zoo Palast

Auf der anderen Seite der Budapester Straße steht das Bikini Berlin – ein langes Gebäude aus den 1950er-Jahren, in dem seit 2014 ein Einkaufszentrum ist. Der Name kommt daher, dass das mittlere Geschoss früher offen war und das Gebäude in zwei Teile teilte, wie ein Bikini. Von der öffentlichen Dachterrasse sieht man die Gedächtniskirche, die Hochhäuser der City West und das Zoogelände. Ich war am Abend des 30. November 2019 oben.

Hinter dem Gebäude beginnt der Zoo Berlin – der älteste Zoo Deutschlands, eröffnet 1844. Von der Budapester Straße kommt man durch das Elefantentor hinein: Die Säulen des Tores mit einem Dach im chinesischen Stil ruhen auf zwei steinernen Elefanten. Das Tor wurde 1899 errichtet und nach den Kriegsschäden in den 1980er-Jahren rekonstruiert. Das Foto habe ich im April 2020 gemacht. Das beleuchtete Tor beim Festival of Lights zeige ich im Beitrag über das Festival of Lights.

Neben dem Bahnhof Zoologischer Garten steht das Kino Zoo Palast von 1957. Jahrzehntelang war es das Hauptkino des Filmfestivals Berlinale. Das Foto ist vom April 2022.

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Der Kurfürstendamm in der Weihnachtsbeleuchtung

Vom Breitscheidplatz führt der Kurfürstendamm, kurz Ku’damm, nach Westen – etwa 3,5 km breiter Boulevard mit Bäumen, Geschäften, Hotels und Kinos. Zur Zeit der Teilung war er die repräsentativste Straße West-Berlins. Vor Weihnachten werden die Bäume am Ku’damm und an der Tauentzienstraße mit Lichterketten geschmückt – so wie am 30. November 2022, nicht weit vom Breitscheidplatz.

Im Dezember 2021 stand an der Tauentzienstraße, direkt am Breitscheidplatz, außerdem ein mehrere Meter hoher leuchtender Schneemann mit Besen.

Am Hotel Zoo hingen die Lichter in den Bäumen auf beiden Straßenseiten.

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Mexikoplatz – ein Jugendstilbahnhof in Zehlendorf

Weit weg von der City West, im Villenviertel von Zehlendorf, liegt der Mexikoplatz. Am Platz steht ein S-Bahnhof aus den Jahren 1904–1905, einer der wenigen Jugendstilbahnhöfe Berlins – mit einer großen, ziegelgedeckten Kuppel und geschwungenen Dachlinien. Ich war am frühen Abend des 14. August 2022 hier.

Vor dem Bahnhof liegt ein grüner Platz mit Brunnen und Blumenbeeten, ringsum stehen große Häuser mit Türmchen und steilen Dächern.

Vom Mexikoplatz sind es mit der S1 drei Stationen bis Wannsee – die Gegend dort beschreibe ich im Beitrag Potsdam und Wannsee.

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Praktische Informationen

  • U-Bahn und S-Bahn: Am Wittenbergplatz halten die U-Bahn-Linien U1, U2 und U3. Gedächtniskirche, Bikini Berlin, Zoo und Zoo Palast liegen am Bahnhof Zoologischer Garten (U2 und U9, S-Bahn und Regionalzüge) und am U-Bahnhof Kurfürstendamm (U1 und U9). Zum Mexikoplatz fährt die S1. Alle beschriebenen Orte liegen im Tarifbereich AB.
  • Zu Fuß: Vom Wittenbergplatz über die Tauentzienstraße bis zur Gedächtniskirche sind es etwa 600 m, von dort zum Elefantentor etwa 200 m.
  • Kostenlos: der Eintritt in die Gedächtniskirche (Gedenkhalle im alten Turm und neue Kirche), die Gedenkstätte auf den Stufen und die Dachterrasse des Bikini Berlin. Der Zoo kostet Eintritt.
  • Wann: Die Weihnachtsbeleuchtung am Ku’damm und an der Tauentzienstraße leuchtet von Ende November den ganzen Dezember über, und unter der Gedächtniskirche findet dann ein Weihnachtsmarkt statt.
  • Mehr Berlin: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten beschreibe ich im Beitrag Berlin: Sehenswürdigkeiten, das Schloss Charlottenburg – ein paar Busstationen vom Ku’damm – im Beitrag Berlin: Schlösser und Burgen.

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