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Ort: Europa  DeutschlandReisejahr: 2019, 2020, 2021, 2022, 2023

Berlin verbindet man mit der Mauer, mit Museen und dem Nachtleben, und kaum jemand weiß, wie grün die Stadt ist. Wälder bedecken fast ein Fünftel der Stadtfläche, dazu kommen Hunderte Parks und mehrere Dutzend Seen. Als ich in Berlin gewohnt habe, habe ich viele davon besucht. In diesem Beitrag habe ich die Parks, Gärten, Wälder und Seen zusammengestellt, in denen ich in den Jahren 2019–2023 war: vom Tiergarten mitten im Zentrum über Gärten aus verschiedenen Teilen der Welt in den Gärten der Welt bis zu den Wäldern und Seen am Stadtrand.

Inhaltsverzeichnis

  1. Tiergarten und Siegessäule
  2. Viktoriapark – ein Hügel mit Wasserfall in Kreuzberg
  3. Volkspark Friedrichshain – Märchenbrunnen und ein polnisches Denkmal
  4. Humboldthain – Rosengarten und Flakturm
  5. Gärten der Welt – Gärten aus aller Welt in Marzahn
  6. Britzer Garten – Frühling in Neukölln
  7. Botanischer Volkspark Blankenfelde-Pankow
  8. Grunewald – Grunewaldsee und Jagdschloss
  9. Wälder und Seen im Norden – Tegeler Forst, Tegeler See und Lübars
  10. Praktische Informationen

Tiergarten und Siegessäule

Der Tiergarten ist der größte Park im Zentrum Berlins – er ist über 200 Hektar groß und erstreckt sich vom Brandenburger Tor bis zum Bahnhof Zoologischer Garten. Früher war er ein königliches Jagdrevier, daher auch der Name. Mitten durch den Park verläuft die breite Straße des 17. Juni, und in ihrer Mitte, auf dem Großen Stern, steht die Siegessäule mit der goldenen Viktoria an der Spitze. Die Berliner nennen sie „Goldelse“.

Nach oben führen 285 Stufen. Der Aufstieg kostet Eintritt, aber die Aussicht lohnt sich – von der Plattform sieht man am besten, wie groß der Tiergarten ist und wie die schnurgerade Allee ihn durchschneidet. Im Juli 2019 war ich an einem sonnigen Tag oben und konnte das ganze Zentrum bis zum Fernsehturm sehen.

Im Sommer war ich auch am Neuen See. Am Wasser gibt es einen Biergarten, in dem man an warmen Tagen nur schwer einen freien Platz findet, und daneben kann man ein Boot mieten und über den See und die Kanäle fahren.

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Viktoriapark – ein Hügel mit Wasserfall in Kreuzberg

Der Viktoriapark liegt auf dem Hügel, nach dem der ganze Bezirk Kreuzberg benannt ist. Die Erhebung ist nur 66 m ü. M. hoch, aber im flachen Berlin ist das schon ein Aussichtspunkt – im April 2019 sah man von hier die Dächer von Kreuzberg und das Stadtzentrum. Auf dem Gipfel steht das gusseiserne Nationaldenkmal nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel, das an die Kriege gegen Napoleon erinnert.

Vom Hügel stürzt ein künstlicher Wasserfall zwischen Felsen herab. Ein polnischer Bezug: Vorbild waren die Wasserfälle im Riesengebirge – meist wird der Zackelfall genannt. Das Wasser fließt nur in den wärmeren Monaten, deshalb habe ich Anfang April vor allem die Felsen gesehen.

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Volkspark Friedrichshain – Märchenbrunnen und ein polnisches Denkmal

Der Volkspark Friedrichshain ist der älteste öffentliche Park Berlins, angelegt Mitte des 19. Jahrhunderts. Ich war im April 2022 hier, als die Bäume blühten. Gleich am Eingang an der Straße Am Friedrichshain steht der Märchenbrunnen von 1913 – eine Kaskade von Becken, umgeben von steinernen Figuren aus den Märchen der Brüder Grimm und Tieren, u. a. Schildkröten.

Für einen Polen interessant ist das Denkmal des polnischen Soldaten und des deutschen Antifaschisten von 1972. An der Wand steht eine Inschrift auf Deutsch und Polnisch: „Für eure und unsere Freiheit“. Das Denkmal erinnert an die polnischen Soldaten, die gegen das nationalsozialistische Deutschland kämpften, und an die deutschen Antifaschisten. Nicht weit davon steht auch ein Denkmal für die Deutschen, die in den Internationalen Brigaden in Spanien kämpften.

Im Park gibt es außerdem zwei Hügel, die nach dem Krieg aus Trümmern über den Resten von Flakbunkern aufgeschüttet wurden – der höhere heißt „Mont Klamott“. Zwischen ihnen steht ein roter Pavillon mit der japanischen Friedensglocke, einem Geschenk aus Japan. Am Teich wird es im Frühling sehr bunt.

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Humboldthain – Rosengarten und Flakturm

Den Park Humboldthain im Wedding habe ich im September 2020 besucht. Der schönste Teil ist der Rosengarten mit Pergolen und bunten Beeten – im September blühten die Rosen noch kräftig.

Das zweite Gesicht des Parks ist der Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Krieg wurde er teilweise gesprengt und mit Trümmern zugeschüttet, und oben wurde eine kostenlose Aussichtsplattform angelegt. Von dort sieht man den Wedding und bei gutem Wetter auch den Fernsehturm. In den Bunker selbst kommt man nur mit einer Führung des Vereins Berliner Unterwelten.

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Gärten der Welt – Gärten aus aller Welt in Marzahn

In die Gärten der Welt im Bezirk Marzahn bin ich im Mai 2022 gefahren. Auf einem Gelände wurden ein gutes Dutzend Themengärten aus verschiedenen Kulturen zusammengebracht – hinter jeder Hecke wartet etwas anderes.

Einer der größten ist der Chinesische Garten mit einem Teich und einem Teehaus. Ruhiger ist der Japanische Garten mit einem Bach und Steinen.

Im Koreanischen Garten (Seouler Garten) stehen traditionelle Tore und ein Haus mit den typischen Dächern, und in einem Gewächshaus wurde ein Balinesischer Garten mit tropischen Pflanzen und Tempeltoren angelegt.

Es gibt auch einen Orientalischen Garten mit einem langen Wasserbecken voller Fontänen und einem mit Fliesen verkleideten Kreuzgang. Dazu kommen ein italienischer Renaissancegarten mit Brunnen, ein englisches Haus mit Reetdach und ein Heckenlabyrinth.

Über die Gärten fährt eine Seilbahn, die für die Gartenausstellung IGA 2017 gebaut wurde – sie führt auf den Kienberg mit einer Aussichtsplattform. Im Mai blühte zudem alles: Mohn, Zierlauch und bunte Wiesen.

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Britzer Garten – Frühling in Neukölln

Der Britzer Garten im Süden Berlins entstand für die Bundesgartenschau 1985. Er ist etwa 90 Hektar groß, und in seiner Mitte liegt ein künstlicher See. Ich war Ende März 2023 hier – die Bäume waren noch kahl, aber die Hänge leuchteten schon gelb von Osterglocken, und die ersten Bäume begannen zu blühen.

Rund um den See führen Wege, Stege und Brücken, es gibt ein Café am Wasser und einen Aussichtsturm. Durch den Park fährt auch eine kleine Bahn. In den Gehegen weiden Schafe und Ziegen.

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Botanischer Volkspark Blankenfelde-Pankow

Ganz im Norden Berlins, in Blankenfelde, liegt der Botanische Volkspark Blankenfelde-Pankow. Ich war zweimal hier – im Juli 2021 und im Mai 2022. Er ist weniger bekannt als der Botanische Garten in Dahlem, hat aber einen großen Vorteil: Der Eintritt ist frei. Der Park ist aus einem ehemaligen Schulgarten entstanden und hat bis heute Felder mit Nutzpflanzen – Getreide, Gemüse und Ölpflanzen, mit Schildern auf Deutsch.

Es gibt zwei hohe Gewächshäuser aus den Jahren 1928–1929, eines davon mit Kakteen, und die Geologische Wand mit einem Querschnitt durch Gesteinsschichten aus verschiedenen Regionen. Im Mai sahen die blühenden Azaleen und Rhododendren am schönsten aus, und am Rand des Parks leben Damhirsche in einem Gehege.

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Grunewald – Grunewaldsee und Jagdschloss

Der Grunewald ist ein großer Wald im Westen Berlins. Am einfachsten fährst du mit der S-Bahn bis zum Bahnhof Grunewald und bist sofort zwischen den Bäumen. Im April 2022 bin ich von hier zum Grunewaldsee gegangen – um ihn herum führt ein markierter Weg.

Am Ufer des Sees steht das Jagdschloss Grunewald von 1542 – das älteste erhaltene Schloss Berlins. Im Hof steht eine Skulptur mit Wildschweinen, und die Wände sind mit Geweihen geschmückt. In der Nähe liegt das Gasthaus Forsthaus Paulsborn mit einem großen Garten – ein guter Ort für eine Pause beim Spaziergang. Im Frühling war ich im Grunewald auch während der Pandemie spazieren, was ich im Beitrag Berlin: Sehenswürdigkeiten erwähne.

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Wälder und Seen im Norden – Tegeler Forst, Tegeler See und Lübars

Viel spazieren gegangen bin ich auch im Norden Berlins. Der Tegeler Forst ist ein großer Wald mit Kiefern und Buchen, in dem ich zu jeder Jahreszeit war – von der Frühlingssonne im April 2022 bis zum ersten Schnee im November desselben Jahres. Entlang mancher Wege legen Leute bemalte Steine mit Zeichnungen und Sprüchen aus.

Im Wald wächst auch der höchste Baum Berlins. Laut einer Tafel von 2022 ist es eine Buche mit einer Höhe von 43,15 m, gepflanzt 1843. Der Wald reicht bis an den Tegeler See, den zweitgrößten See Berlins.

Im Sommer lohnt sich ein Ausflug nach Lübars – einem ehemaligen Dorf am nördlichen Stadtrand, wo es statt Plattenbauten Felder und Wiesen gibt. Im Juli 2022 bin ich durch das Tal des Tegeler Fließ gewandert: Wege zwischen Feldern, Teiche und Holzstege über das Moor. Das ist immer noch Berlin, auch wenn es wie auf dem Land aussieht.

Etwas näher war ich noch im Volkspark Jungfernheide mit seinem Wasserturm und dem Kanal sowie am Flughafensee mit seinem Sandstrand – im Juni 2020 haben dort ziemlich viele Leute gebadet. Im Januar 2021, zwei Monate nach der Schließung des Flughafens Tegel, bin ich dort an seinem Zaun entlang spaziert.

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Praktische Informationen

  • Kostenlos: Tiergarten, Viktoriapark, Volkspark Friedrichshain, Humboldthain (mit der Plattform auf dem Turm), Botanischer Volkspark Blankenfelde-Pankow, Grunewald, Tegeler Forst und Lübars.
  • Kostenpflichtig: Gärten der Welt (im Sommer 2026 9 € für Erwachsene, Seilbahn extra), Britzer Garten, der Aufstieg auf die Siegessäule und die Besichtigung des Jagdschlosses Grunewald. Die Preise ändern sich jede Saison, deshalb prüfst du sie am besten vor der Reise.
  • Wann: Am schönsten ist es von April bis Juni – im März und April blühen Osterglocken und Bäume, im Mai Azaleen und Rhododendren. Der Wasserfall im Viktoriapark fließt nur in den wärmeren Monaten.
  • Anfahrt: Alles erreichst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Tarifbereich AB (zu den Gärten der Welt und nach Lübars dauert es am längsten, etwa eine Stunde vom Zentrum). In den Wäldern ist eine App mit Karte nützlich, weil es sehr viele Wege gibt.
  • Mehr Berlin: Die übrigen Sehenswürdigkeiten beschreibe ich in den Beiträgen Berlin: Sehenswürdigkeiten und Berlin: Museen, einen Ausflug aus der Stadt im Beitrag über Potsdam und den Wannsee.

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