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Ort: Europa  DeutschlandReisejahr: 2020

Dresden, die Hauptstadt Sachsens, wird wegen seiner Barockarchitektur „Elbflorenz“ genannt. Sehenswürdigkeiten gibt es hier so viele, dass man sie in anderthalb Tagen kaum schafft – erst recht bei schlechtem Wetter, und genau das hatten wir. Wir waren am 25. und 26. September 2020 hier, auf dem Weg in die Sächsische Schweiz. Den Aufenthalt teilten wir in zwei Etappen: Am Freitag erkundeten wir die Gegend nördlich der Elbe (vor allem die Neustadt), am Samstag die südlich des Flusses, also die Altstadt. Ich war schon 16 Jahre vorher in Dresden gewesen, für einen Tag bei einem Ausflug aus dem Ferienlager, konnte mich aber kaum an etwas erinnern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Tag 1: die Neustadt und das Nordufer der Elbe
  2. Tag 2: die Altstadt im Regen
  3. Schloss, Kathedrale, Theaterplatz und Zwinger
  4. Übernachtung in einer… Box
  5. Praktische Informationen

Tag 1: die Neustadt und das Nordufer der Elbe

Am Freitag waren wir unter bewölktem Himmel unterwegs. Am rechten Elbufer, am Hang über dem Fluss, steht Schloss Albrechtsberg – eines der drei „Elbschlösser“ aus dem 19. Jahrhundert – mit einem Garten, der in Terrassen zum Fluss hin abfällt.

In der Neustadt lohnt sich ein Abstecher in die Kunsthofpassage – eine Reihe von Hinterhöfen, von denen jeder anders, originell und bunt gestaltet ist. Am bekanntesten ist das blaue Haus mit Regenrinnen und Trichtern an der Fassade, das bei Regen mit dem herabfließenden Wasser „musiziert“.

Einen polnischen Bezug findest du am Neustädter Markt: den Goldenen Reiter – ein vergoldetes Reiterstandbild von August dem Starken, Kurfürst von Sachsen und gewählter König von Polen, der hier in Dresden geboren wurde. In seiner Zeit entstand ein großer Teil des barocken Dresdens, unter anderem der Zwinger.

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Tag 2: die Altstadt im Regen

Am Samstag begleitete uns den ganzen Tag der Regen. Wir froren sehr – es waren nur 9 °C, und es regnete bis zum Abend; trotz Regenjacke wurde ich nass. Die Altstadt beeindruckt trotzdem. Unseren Spaziergang begannen wir auf der Brühlschen Terrasse, dem „Balkon Europas“ – von der Terrasse am Fluss sieht man unter anderem die Glaskuppel der Kunstakademie, von den Dresdnern „Zitronenpresse“ genannt, und die Kuppel der Frauenkirche.

Die Frauenkirche ist ein Symbol für die Wiedergeburt der Stadt: Die barocke Kirche stürzte nach der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 ein und war jahrzehntelang eine Ruine. Wiederaufgebaut wurde sie erst 1994–2005, zum Teil aus den Originalsteinen. Sie steht am Neumarkt, umgeben von rekonstruierten Bürgerhäusern.

An der Wand des Stallhofs in der Augustusstraße zieht sich der Fürstenzug entlang – ein etwa 100 Meter langes Wandbild aus über 20.000 Fliesen aus Meißner Porzellan, das die sächsischen Herrscher aus dem Haus Wettin zeigt.

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Schloss, Kathedrale, Theaterplatz und Zwinger

Das Herz der Altstadt ist das Residenzschloss – der ehemalige Sitz der Kurfürsten und Könige von Sachsen, in dem heute Museen untergebracht sind. Direkt daneben steht die Kathedrale Sanctissimae Trinitatis (Hofkirche), die größte Kirche Sachsens; in ihren Grüften ruhen die Herrscher aus dem Haus Wettin und auch das Herz Augusts des Starken (sein Leichnam wurde auf dem Wawel in Krakau beigesetzt).

Mit Polen verbunden ist auch Friedrich August I. – der erste König von Sachsen und zugleich Herzog von Warschau zur Zeit des Herzogtums Warschau. Sein Denkmal steht am Schloss.

An der Elbe erstreckt sich der Theaterplatz mit der Semperoper und dem Reiterstandbild von König Johann. Vom Platz aus hat man einen guten Blick auf die Kathedrale und das Schloss.

Neben dem Theaterplatz steht der Zwinger – eine barocke Palastanlage vom Anfang des 18. Jahrhunderts mit Innenhof, Brunnen und Galerien, in denen heute Museen sind. Etwas weiter südöstlich des Zentrums erstreckt sich der Große Garten mit einem Barockpalais in der Mitte.

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Übernachtung in einer… Box

Wissenswertes: Übernachtet haben wir in einer… Box, obwohl in der Anzeige von einem Doppelzimmer die Rede war. Manchmal lohnt es sich, vor der Buchung die Bewertungen zu lesen. Ich brauchte einen Moment, um das zu verdauen, aber wir wollten die meiste Zeit ohnehin mit Besichtigungen verbringen, also waren die Bedingungen zweitrangig. Sie hätten aber wenigstens dazuschreiben können, dass man zum Abschließen der Box ein Vorhängeschloss braucht – so verdienten sie daran an ihrem Automaten.

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Praktische Informationen

  • Wie viel Zeit – anderthalb Tage sind das Minimum für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten; für die Museen (im Schloss und im Zwinger) braucht man einen eigenen Tag.
  • Wie planen – bewährt hat sich für uns die Aufteilung auf die beiden Elbufer: an einem Tag die Neustadt, am anderen die Altstadt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt liegen nah beieinander und lassen sich gut zu Fuß erkunden.
  • Wetter – Ende September erwischten wir 9 °C und Dauerregen, ein paar Tage vorher waren es noch über 20 °C und Sonne. Es lohnt sich, die Vorhersage zu prüfen und eine gute Jacke dabeizuhaben.
  • Unterkunft – lies die Bewertungen: Das „Doppelzimmer“ aus der Anzeige entpuppte sich als Box, und für das Vorhängeschloss musste man vor Ort zahlen.
  • Weiterreise – von Dresden kommt man mit der S-Bahn leicht in die Sächsische Schweiz, zum Beispiel nach Kurort Rathen und Bad Schandau. Über unsere fünf Tage in den dortigen Bergen gibt es einen eigenen Beitrag: Sächsische Schweiz – Bastei, Lilienstein und Schrammsteine.

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