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Ort: Nordamerika  USAReisejahr: 2018

Die Vereinigten Staaten gelten als teures Reiseziel – und tatsächlich können Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten in den Städten jedes Budget sprengen. Man kann die USA aber überraschend günstig bereisen, vor allem, wenn dich Nationalparks mehr interessieren als Städte. Nach Work & Travel hatten wir einen Monat zum Reisen (den Ablauf Tag für Tag beschreibe ich in der USA-Reiseroute für 30 Tage), und die meiste Zeit schliefen wir im Zelt, teilten uns zu mehreren einen Mietwagen und kochten selbst. Hier ist alles, was wir dabei gelernt haben.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie man die Route plant
  2. Transport – Auto, Flugzeug, öffentliche Verkehrsmittel
  3. Unterkünfte – Zelt, Couchsurfing, Hostels
  4. Verpflegung
  5. Ausrüstung für unterwegs
  6. Nationalparks – Gebühren und Reservierungen
  7. Wetter – woran man denken sollte
  8. Was uns diese Reise gelehrt hat

Wie man die Route plant

Wenn du nur einen Monat hast, kannst du keine Reise planen, die alle sehenswerten Orte umfasst – die USA sind riesig. Deshalb lohnt es sich, sich auf ein bestimmtes Gebiet zu konzentrieren. Bei der Planung solltest du nicht nur überlegen, was für ein Reisetyp du bist (eher „Stadtmensch“ oder Naturliebhaber), sondern vor allem, wie viel Geld du ausgeben willst. Naturfreunde freuen sich nicht nur über schöne Ausblicke, sondern auch über mehr Geld im Portemonnaie – Städtereisen belasten das Budget deutlich stärker.

Plane klug! Es ist eindeutig besser, auf eine weit entfernte Sehenswürdigkeit zu verzichten, die überhaupt nicht „auf dem Weg“ liegt, und mehr Zeit an Orten zu verbringen, die nah beieinander liegen. Ganz grob lässt sich das Land in drei Teile gliedern:

  • Der Westen – für alle, die Berge und schöne Ausblicke lieben. Wir empfehlen die Nationalparks Yosemite, Grand Canyon, Zion, Bryce Canyon, Arches, Canyonlands, Death Valley sowie die Gegend um Paria, Marble und Glen Canyon.
  • Die Mitte – u. a. der Yellowstone-Nationalpark (am besten zusammen mit dem benachbarten Grand Teton) und Mount Rushmore.
  • Der Osten – vor allem große Städte und die Niagarafälle.

Unterkünfte in den Städten sind sehr teuer, deshalb blieben wir dort nicht lange: Für Los Angeles und San Francisco reichen zwei Tage, für Las Vegas einer. Wir selbst fuhren eine Runde von Los Angeles durch Arizona, Utah und Nevada zurück nach Kalifornien und verbrachten zum Schluss eine Woche an der Ostküste.

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Transport – Auto, Flugzeug, öffentliche Verkehrsmittel

Auto

Bei so großen Entfernungen und wenig Zeit ist ein Mietwagen die beste Lösung. Wir haben in Los Angeles ein Auto für drei Wochen gemietet (25. September – 16. Oktober) und es am selben Ort zurückgegeben, was meist viel günstiger ist als die Rückgabe in einer anderen Stadt. Zum Grundpreis zahlten wir ca. 10 USD für einen erweiterten Pannendienst (Premium Road Assistance) dazu. Je mehr Leute, desto größer die Ersparnis – den Großteil der Reise waren wir zu fünft (mit Wojtek, Kasia und Karolina), und Mitreisende findest du gut über soziale Netzwerke. Zu unserer Überraschung passten in ein Auto mit großem Kofferraum fünf Personen, fünf große Koffer, mehrere Rucksäcke und Proviant für unterwegs. Insgesamt sind wir mit Mietwagen 7347 km gefahren – ca. 5800 km in drei Wochen im Westen und 1530 km an der Ostküste.

  • Alter des Fahrers – Vermieter verlangen eine hohe Zusatzgebühr für Fahrer unter 25 Jahren. In unserer Gruppe war nur ich schon 25, deshalb mieteten wir das Auto auf meinen Namen – sonst hätten wir es nicht zu einem guten Preis bekommen.
  • Führerschein – nimm deinen nationalen Führerschein mit (bei uns der polnische). Der internationale hat uns nichts genützt (und allein reicht er nicht). Meiner war in Polen geblieben, und meine Eltern mussten ihn mir schicken – das dauerte ewig: Er kam in Yosemite an, als wir schon im Grand Teton arbeiteten, und musste weitergeschickt werden. Am Ende kam er rechtzeitig an.
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen – sie waren uns nicht immer klar, also achte genau auf die Schilder. Wir wurden nie kontrolliert, aber manchmal waren wir wohl zu schnell.
  • Art der Straße – auf den kostenlosen Karten, die in den Parks verteilt werden, sieht man deutlich, welchen Belag eine Straße hat, im Navi nicht unbedingt. Ohne Geländewagen solltest du dir gut überlegen, ob du weiterfährst, wenn der Asphalt endet. Zum Gooseneck Overlook in Canyonlands fuhren wir eine schmale, steile Straße für Geländewagen hinunter, und zu den bunten Felsen von Paria Canyon und Vermilion Cliffs kamen wir gar nicht – wir fuhren nur viele Kilometer umsonst.
  • Städte – das größte Problem ist das Parken, z. B. in Washington. Vor Autodiebstahl muss man sich in den USA eher nicht fürchten, auch wenn wir an der Ostküste selbst für Diebe gehalten wurden – jemand rief die Polizei, als er sah, wie wir unsere Sachen im Mietwagen umpackten.

Flugzeug

Ein empfehlenswertes Verkehrsmittel, wenn du eine große Strecke zurücklegen musst – Flüge zwischen Städten in den USA sind recht günstig. Wie immer beim Fliegen solltest du aber auf die Gepäckgebühren achten. Vom Grand Teton nach Los Angeles kamen wir mit dem Bus von Jackson nach Salt Lake City (447 km) und von dort mit dem Flugzeug (933 km). Von Los Angeles nach New York (Flughafen Newark) nahmen wir einen Nachtflug – ganze 3921 km.

Öffentliche Verkehrsmittel

In den Städten kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurecht: 2018 kostete ein U-Bahn-Ticket in Los Angeles 1,75 USD, und vom Flughafen zur U-Bahn-Station fahren kostenlose Busse; ein Einzelticket für den Bus in San Francisco kostete 2,75 USD. Zwischen den Städten fahren Busse und Züge (z. B. Amtrak), aber sie sind nicht besonders günstig: Von Los Angeles nach Yosemite zahlten wir ca. 60 USD pro Person, mit zweimal Umsteigen.

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Unterkünfte – Zelt, Couchsurfing, Hostels

  • Hotel – unserer Meinung nach zu teuer, um es in Betracht zu ziehen. Auf der ganzen Reise schliefen wir nur einmal im Hotel – in Las Vegas, wo der Preis anständig war.
  • Hostel – deutlich günstiger als ein Hotel, aber immer noch eine ordentliche Ausgabe: In Sacramento kostete uns die billigste Übernachtung in guter Lage 80 USD pro Nacht für zwei Personen.
  • Airbnb – manchmal findet man etwas zu einem guten Preis.
  • Couchsurfing – in größeren Städten einen Versuch wert. In Los Angeles hat es bei uns gut geklappt: Unser Gastgeber holte uns von der U-Bahn-Station ab, nahm uns auf und fuhr uns morgens zum Bus, und im September nahm er uns zu Beginn unserer einmonatigen Reise noch einmal auf.
  • Menschen, die man unterwegs trifft – im Bryce Canyon lernten wir ein polnisches Ehepaar kennen, das uns zu sich einlud und uns knapp zwei Wochen später tatsächlich bei New York aufnahm – mit Abholung vom Flughafen, Frühstück und Abendessen.
  • Zelt – die günstigste und unserer Meinung nach beste Art zu übernachten, wenn man Nationalparks besucht. Auf den Campingplätzen gab es meist eine Feuerstelle, und Holz konnte man kaufen oder es lag schon bereit, so verbrachten wir die Abende manchmal am Lagerfeuer – meistens mit gegrillten Würstchen.

Leider darf man in den USA sein Zelt nicht aufstellen, wo man will – in den Nationalparks übernachtet man nur auf ausgewiesenen Campingplätzen (das gilt auch für das Schlafen im Auto), und in Städten ist das Schlafen im Auto teils durch lokale Vorschriften verboten. Einen Stellplatz kann man im Voraus reservieren, auch über Apps. Mit mehreren Leuten wird es richtig günstig, weil man pro Stellplatz und nicht pro Person zahlt. Auf kostenpflichtigen Campingplätzen gibt es meist Duschen und Waschmaschinen, wobei es mit den Duschen unterschiedlich aussieht – das solltest du bei der Reservierung prüfen. Eine Reservierung gibt dir die Sicherheit, dass du einen Platz für dein Zelt hast.

Wer sparen und lieber spontan reisen will, dem empfehlen wir allerdings, nicht im Voraus zu reservieren. Das ist ein gewisses Risiko, aber wir hatten in der Regel keine Probleme, einen Platz zu finden – nur einmal war alles belegt, und wir schliefen im Auto. Hilfreich waren Apps mit einer Karte kostenloser Übernachtungsplätze: In den Nationalparks funktionieren sie gut, in Städten zeigen sie manchmal schlechte oder nicht mehr existierende Plätze an; außerdem muss man Parkplätze von Orten unterscheiden, an denen man zelten darf. Kostenlose Campingplätze sind weniger „luxuriös“, aber im Nationalpark muss man nicht für einen Campingplatz zahlen, um Zugang zu Toiletten oder Duschen zu haben. An der Ostküste schliefen wir im Mietwagen, um nicht für teure Unterkünfte in den Städten zu zahlen.

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Verpflegung

Unterwegs haben wir uns hauptsächlich so verpflegt:

  • Fast-Food-Läden an der Straße – in den USA die günstigste und schnellste Art, unterwegs zu essen,
  • Walmart – eine gute Option für günstige Lebensmittel für unterwegs und die schnellste, günstigste Art, Frühstück und Abendessen auf dem Campingplatz zuzubereiten.

Wenn du mehr Platz im Auto hast, lohnt sich eine Gaskartusche mit Kocher – Kartuschen bekommst du problemlos bei Walmart. Die Preise in den Nationalparks können hoch sein, deshalb kaufst du Vorräte am besten in Städten unterwegs ein.

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Ausrüstung für unterwegs

Outdoor-Ausrüstung ist in den USA günstig, du musst also nicht alles von zu Hause mitbringen. Wir kauften das billigste Zelt bei Walmart, und es hielt die ganze Reise durch – es regnete selten, und die Bedingungen waren nicht schwierig. Nützlich ist dagegen ein wärmerer Schlafsack: In den Bergen und in der Wüste können die Nächte kalt sein. Nach der Reise ließen wir das Zelt zurück.

Amerikanische Geschäfte haben außerdem sehr großzügige Rückgaberegeln – mit Kassenbon kann man die meisten gekauften Dinge zurückgeben, und die Amerikaner nutzen das oft. Wojtek, Kasia und Karolina konnten ihr Zelt nach der Reise zurückgeben, wir nicht mehr; wenn ein Laden ablehnt, klappt es vielleicht in einem anderen.

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Nationalparks – Gebühren und Reservierungen

Der Eintritt in die Nationalparks kostet Geld – meist pro Auto für 7 Tage (2018 z. B. 35 USD in Zion). Bei einer Rundreise durch mehrere Parks lohnt sich sehr schnell der Jahrespass America the Beautiful, der in fast allen Parks gilt. Seit 2026 zahlen Besucher von außerhalb der USA dafür 250 USD, und ohne Pass in den beliebtesten Parks (u. a. Grand Canyon, Zion, Bryce Canyon, Yosemite, Grand Teton, Yellowstone) zusätzlich 100 USD pro Person. Der Pass gilt nicht für Gebiete, die von indigenen Völkern verwaltet werden, z. B. das Monument Valley oder die Canyons rund um Page.

In der Saison verlangen manche Parks eine vorherige Einfahrtsreservierung (in den letzten Jahren u. a. Yosemite und Arches), und für die beliebtesten Wege braucht man ein Permit, etwa für Angels Landing in Zion oder den Half Dome in Yosemite. Die aktuellen Regeln findest du auf nps.gov. In vielen Parks fahren kostenlose Shuttlebusse, die dich zu den Ausgangspunkten der Wanderwege bringen.

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Wetter – woran man denken sollte

Wenn du große Strecken zurücklegst, kann es dich am Ziel mit einer um bis zu 10 Grad niedrigeren Temperatur überraschen – deshalb lohnt es sich immer, die Vorhersagen zu verfolgen. Auch der Unterschied zwischen Tag und Nacht kann überraschen: Am Grand Canyon hatte es tagsüber ca. 30 °C, aber die Nächte waren kalt; im Bryce Canyon auf ca. 2400–2700 m froren wir im Oktober, und ein paar Tage später hatte es im Death Valley 38 °C. Im Monument Valley regnete es den ganzen Tag. San Francisco empfing uns im Sommer mit 13 Grad, Wind und Nebel, während es zwei Autostunden weiter, in Sacramento, fast 20 Grad wärmer war.

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Was uns diese Reise gelehrt hat

  • Planen und mit Geld umgehen. Um das alles zu sehen und dazu noch etwas Ausrüstung, Ersparnisse und Souvenirs mit nach Hause zu bringen, mussten wir das verdiente Geld vernünftig ausgeben.
  • Die Art der Straße prüfen – bevor man mit einem normalen Auto den Asphalt verlässt.
  • Die eigenen Schwächen überwinden. In den Bergen und im Freizeitpark musste ich mehrmals meine Höhenangst überwinden, und in den Bergen begleitete uns oft eine enorme Erschöpfung.
  • Dass wir mehr schaffen, als wir dachten. Mehrmals haben wir unsere eigenen Rekorde gebrochen: in der Höhe – zuerst am Amphitheater Lake (2956 m), dann auf dem South Teton (3814 m) – und in der Distanz: ca. 26 km an einem Tag im Grand Canyon.
  • Unter Stress wichtige Entscheidungen treffen. Am meisten hat uns das die Evakuierung aus Yosemite während Work & Travel gelehrt.
  • Wie das Leben in Amerika aussieht. Ein paar Monate Arbeit und Reisen ließen uns den Alltag in den USA von innen kennenlernen und viel über das Land selbst erfahren.
  • Gastfreundschaft und Freundlichkeit zu schätzen. Wir haben sie oft erlebt – bei unserem Couchsurfing-Gastgeber in Los Angeles, bei der Familie von Kevin, einem Arbeitskollegen, nach der Evakuierung aus Yosemite und bei dem polnischen Ehepaar bei New York.
  • Dass an manchen Klischees über Amerika etwas dran ist. Nicht alle, aber manche Amerikaner, die wir trafen, wussten wenig über andere Länder und Kontinente, und das Essen war tatsächlich oft fettig – obwohl wir unterwegs selbst gern bei Fast-Food-Läden einkehrten.
  • Dass sich Spontaneität auszahlt. Organisatorisch und finanziell lief spontanes Reisen für uns besser als ein genau durchgeplantes – eine Liste der Orte gab es, aber die Details klärten wir unterwegs.

Die ganze Route – von Los Angeles durch die Parks in Arizona und Utah bis an die Ostküste – beschreibe ich Tag für Tag in der USA-Reiseroute für 30 Tage.

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