
Nach dem Grand Canyon und Horseshoe Bend fuhren wir nach Norden, ins Grenzgebiet von Arizona und Utah – ins Land des roten Sandsteins. In vier Tagen (2.–5. Oktober 2018) sahen wir das Monument Valley und drei Nationalparks in Utah: Arches mit über zweitausend Felsbögen, Canyonlands mit seinem Labyrinth aus Schluchten und Bryce Canyon mit Tausenden Felsnadeln. Wir waren damals zu fünft mit einem Mietwagen unterwegs – die ganze Route der einmonatigen Reise beschreibe ich im Reiseplan USA in 30 Tagen.
Inhaltsverzeichnis
- Monument Valley – Tafelberge wie aus dem Western
- Arches-Nationalpark – das Land der Felsbögen
- Canyonlands-Nationalpark – im Gewitter und an den Aussichtspunkten
- Bryce-Canyon-Nationalpark – ein Wald aus Felsnadeln
- Praktische Informationen
Monument Valley – Tafelberge wie aus dem Western
Am 2. Oktober erreichten wir das Monument Valley – ein Tal an der Grenze zwischen Arizona und Utah, aus dem rote Restberge aus Fels emporragen. Es ist eine der bekanntesten Landschaften Amerikas: Sie war in vielen Filmen zu sehen, vor allem in Western. Die Felsformationen sind bis zu ca. 300 m hoch, und der Talboden liegt im Schnitt auf ca. 1855 m ü. M. Am berühmtesten sind die beiden Mittens, die an Hände in Fäustlingen mit abgespreiztem Daumen erinnern.

Leider hatten wir kein Glück mit dem Wetter: Fast den ganzen Tag regnete es, und tief hängende Wolken verdeckten die Gipfel der Felsen. Andererseits hat das Monument Valley bei Regen und Nebel eine Stimmung, die mit Postkarten so gar nichts zu tun hat.


Das Tal liegt im Reservat der Navajo (Navajo Nation) und wird von ihnen als Stammespark verwaltet – der Eintritt wird separat bezahlt und ist nicht im Nationalpark-Pass enthalten.

Arches-Nationalpark – das Land der Felsbögen

Am 3. Oktober ging es in den Arches-Nationalpark, der – wie der Name schon sagt – für seine Felsbögen berühmt ist, also von der Natur in den Sandstein gemeißelte „Löcher“. Es gibt hier über zweitausend davon. Der bekannteste ist der Delicate Arch – ein einzeln stehender, etwa 16 Meter hoher Bogen am Rand einer Felsschüssel und das Symbol des ganzen Bundesstaats Utah (er ist sogar auf den Nummernschildern zu sehen).


Die meisten Bögen sahen wir auf dem Wanderweg im Teil des Parks namens Devils Garden, zwischen langen Felsrippen („Fins“) aus rotem Sandstein. Hier steht u. a. der Landscape Arch – einer der längsten natürlichen Bögen der Welt, mit einer Spannweite von ca. 90 m und stellenweise überraschend dünn.

Weiter führt der Weg zum Partition Arch, durch den man auf ein weites Tal blickt, und zum Double O Arch – zwei übereinanderliegenden Bögen. Der Weg durch den Devils Garden hat auch schwierigere Abschnitte: Auf einem davon wartete ein steiler Abstieg über fast senkrechten Fels mit kleinen, rutschenden Steinchen auf uns – wir wären beinahe umgekehrt. Für eine von uns, mit Höhenangst und in ungeeigneten Schuhen, war das eine echte Herausforderung.


Canyonlands-Nationalpark – im Gewitter und an den Aussichtspunkten

Am 4. Oktober fuhren wir nach Canyonlands – in den größten Nationalpark Utahs, der von den Flüssen Colorado und Green in mehrere schwer zugängliche Bereiche geteilt wird. Hier hatten wir von allen Parks am wenigsten Zeit. Dazu sahen wir gleich am Morgen, noch bevor wir losgewandert waren, vom Auto aus, wie von zwei Seiten Gewitter aufzogen – an beiden Horizonten blitzte es und goss in Strömen. Das Gewitter verschonte uns nicht, und deshalb konnten wir den geplanten Wanderweg nicht gehen, sodass die Zeit vor allem für die Aussichtspunkte reichte.

Einer davon war der Gooseneck Overlook mit Blick auf eine Flussschleife des Colorado. Dorthin führte eine schmale, steile Straße, die vor allem für Geländewagen gedacht ist. Wir fuhren sie mit einem normalen Pkw hinunter und merkten erst unten, dass wir denselben Weg zurückmussten. Die Fahrt zurück nach oben war eine echte Herausforderung.


Canyonlands ist ein bisschen eine Mischung aus den Parks, die wir vorher besucht hatten – dem Grand Canyon und Arches. Es gibt tiefe Schluchten und Felsbögen wie den Mesa Arch am Rand einer Klippe, außerdem den Krater Upheaval Dome. Seine Entstehung ist bis heute umstritten: Wahrscheinlich entstand er durch einen Meteoriteneinschlag oder durch die Auswaschung unterirdischer Salzlager.


Bryce-Canyon-Nationalpark – ein Wald aus Felsnadeln

Am 5. Oktober erreichten wir den Bryce Canyon. Trotz des Namens ist er kein Canyon, sondern eine Reihe natürlicher Amphitheater am Rand eines Plateaus, gefüllt mit Tausenden Felsnadeln – den Hoodoos. Sie entstanden durch Erosion: Wasser dringt in die Felsspalten ein, gefriert nachts und sprengt das Gestein, und der Regen wäscht die weicheren Schichten aus. Die Formationen erinnern an… ja, an was eigentlich? Schwer zu sagen – jeder sieht darin etwas anderes. Zu den häufigsten Formen gehören Nadeln, Fenster, Bögen und Spalten.


Vom Rand des Plateaus stiegen wir hinunter ins Amphitheater, wo man die Felsnadeln aus einer ganz anderen Perspektive sieht – von unten. Der Navajo Loop führt durch die enge Schlucht Wall Street, in der zwischen den Felswänden hohe Bäume wachsen.


Der Park liegt hoch – auf ca. 2400–2700 m ü. M. –, deshalb war es im Oktober richtig kalt. Genau hier trafen wir ein polnisches Ehepaar, das uns zu sich in die Nähe von New York einlud; gut zwei Wochen später hat es uns tatsächlich bei sich aufgenommen, als wir New York erkundeten. Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Las Vegas.

Praktische Informationen
- Ausgangspunkt – für Arches und Canyonlands übernachtest du am bequemsten rund um das Städtchen Moab: Die Einfahrt nach Arches liegt ein paar Kilometer von der Stadt entfernt, zum Bereich Island in the Sky in Canyonlands sind es ca. 50 km. Von dort sind es ca. 400 km zum Bryce Canyon und ca. 240 km zum Monument Valley. Wir fuhren von Page über das Monument Valley nach Arches 475 km, von Arches nach Canyonlands 118 km, von Canyonlands zum Bryce Canyon 480 km und von dort nach Las Vegas 423 km.
- Eintritt – Arches, Canyonlands und Bryce Canyon sind im Jahrespass America the Beautiful enthalten, der sich auf einem Roadtrip sehr schnell lohnt. Seit 2026 zahlen Besucher von außerhalb der USA dafür 250 USD, und ohne Pass werden in den beliebtesten Parks (u. a. Bryce Canyon) zusätzlich 100 USD pro Person fällig. Das Monument Valley ist ein Stammespark der Navajo – der Eintritt wird separat bezahlt. Die aktuellen Regeln findest du auf nps.gov.
- Reservierungen – in den letzten Jahren musste man für Arches in der Saison ein Zeitfenster für die Einfahrt reservieren – das solltest du vor der Anreise prüfen.
- Straßen – nicht jede Straße zu einem Aussichtspunkt ist für ein normales Auto geeignet; prüf die Art des Straßenbelags auf den Parkkarten und nicht nur im Navi.
- Wetter – im Oktober kann das Wetter wechselhaft sein: Im Monument Valley regnete es den ganzen Tag, Canyonlands empfing uns mit einem Gewitter, und im hoch gelegenen Bryce Canyon war es kalt. Mehr praktische Tipps findest du im Beitrag Wie man eine USA-Reise günstig organisiert.












