
Mehr als 40 Jahre lang war der Ostteil Berlins die Hauptstadt der DDR, und das sieht man bis heute auf Schritt und Tritt – in der Architektur, an den Denkmälern und in den Straßennamen. Die Mauer und die Grenzübergänge habe ich schon im Beitrag Berlin: auf den Spuren der Berliner Mauer beschrieben, den Tränenpalast im Beitrag über die Museen Berlins. Hier habe ich andere Orte mit DDR-Bezug zusammengestellt, an denen ich war: den Alexanderplatz mit dem Fernsehturm, die Gegend um das Rote Rathaus und das Marx-Engels-Denkmal, die Karl-Marx-Allee und die sowjetischen Ehrenmale im Treptower Park und im Park Schönholzer Heide in Pankow.
Inhaltsverzeichnis
- Alexanderplatz – Fernsehturm, Weltzeituhr und Haus der Statistik
- Rotes Rathaus, Marienkirche und Marx-Engels-Denkmal
- Karl-Marx-Allee – die ehemalige Stalinallee
- Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park
- Sowjetisches Ehrenmal Schönholzer Heide
- Praktische Informationen
Alexanderplatz – Fernsehturm, Weltzeituhr und Haus der Statistik
Der Alexanderplatz ist der zentrale Platz im Osten Berlins, zu DDR-Zeiten umgebaut. Über ihm ragt der Fernsehturm auf, 368 m hoch, gebaut 1965–1969 – über die Fahrt auf seine Aussichtsetage schreibe ich im Beitrag Berlin: Sehenswürdigkeiten. In der Mitte des Platzes steht die Weltzeituhr von 1969, die die Uhrzeit in Städten auf der ganzen Welt anzeigt.
An der Nordseite des Platzes steht das Haus der Statistik – ein großer Bürobau aus DDR-Zeiten, in dem das Statistikamt saß. Jahrelang stand es leer, heute wird es zu einem Ort für Kultur, Verwaltung und Wohnungen umgebaut. Als ich 2019 hier war, hing an der Fassade ein großer Schriftzug „Werkstatt Haus der Statistik“.
Rotes Rathaus, Marienkirche und Marx-Engels-Denkmal
Zwischen dem Alexanderplatz und der Spree erstreckt sich ein weiter Platz. An seinem Rand steht das Rote Rathaus von 1861–1869 – zu DDR-Zeiten Sitz der Ost-Berliner Stadtregierung, heute des Bürgermeisters der ganzen Stadt. Davor steht der Neptunbrunnen von 1891. Er stand ursprünglich vor dem Stadtschloss und wurde nach dessen Abriss hierher versetzt.


Daneben steht die Marienkirche – eine der ältesten Kirchen Berlins, aus dem 13. Jahrhundert. Sie steht direkt am Fuß des Fernsehturms. Im Januar 2023 standen drinnen noch Weihnachtsbäume, und unter dem Gewölbe hing ein großer Stern.
Auf der anderen Seite des Platzes, auf dem Marx-Engels-Forum, steht das Denkmal für Karl Marx und Friedrich Engels von 1986 – eines der bekanntesten Denkmäler aus DDR-Zeiten. Etwas weiter, an der Klosterstraße, liegt die backsteinerne Ruine der Franziskaner-Klosterkirche, die im Krieg zerstört wurde.
Karl-Marx-Allee – die ehemalige Stalinallee
Die Karl-Marx-Allee ist eine breite Straße, die vom Alexanderplatz nach Osten bis in den Bezirk Friedrichshain führt. Anfang der 1950er-Jahre entstanden an ihr monumentale Wohnbauten im Stil des sozialistischen Realismus – ähnlich wie die MDM-Siedlung in Warschau. Bis 1961 hieß sie Stalinallee. Der Abschnitt zwischen dem Strausberger Platz und dem Frankfurter Tor, das zwei Türme mit Kuppeln abschließen, ist fast 2 km lang. Ich bin ihn im Januar 2023 mit Artur entlanggegangen.

Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park
In Berlin gibt es drei große sowjetische Ehrenmale – im Tiergarten, im Treptower Park und in der Schönholzer Heide. Das größte und bekannteste steht im Treptower Park an der Spree – ich war im Juli 2020 hier. Das Sowjetische Ehrenmal wurde 1946–1949 als Friedhof für die im Kampf um Berlin gefallenen Soldaten der Roten Armee angelegt; mehrere Tausend von ihnen sind hier begraben. Der Eingang führt durch ein Granittor, dahinter steht die Skulptur der Mutter Heimat, die um die Gefallenen trauert.
Die Hauptallee schließen zwei riesige, geneigte Fahnen aus rotem Granit mit knienden Soldaten ab. Dahinter erstrecken sich Massengräber und sechzehn steinerne Sarkophage mit Reliefs – einer für jede Sowjetrepublik.

Am Ende steht auf einem Hügel das Denkmal eines Soldaten mit einem Kind auf dem Arm, der mit einem Schwert ein Hakenkreuz zerschlägt. Im Sockel befindet sich ein kleiner Saal mit einem Mosaik.

Sowjetisches Ehrenmal Schönholzer Heide
Das dritte, am wenigsten bekannte Ehrenmal habe ich im August 2021 besucht – das Sowjetische Ehrenmal im Park Schönholzer Heide im Bezirk Pankow. Es ist der größte sowjetische Friedhof in Berlin: Hier sind mehr als 13.000 Soldaten der Roten Armee begraben, die im April und Mai 1945 in den Kämpfen um die Stadt gefallen sind. Der Friedhof wurde 1947–1949 angelegt.

Vom Eingang führt eine lange Achse zu einem Obelisken, vor dem die Skulptur einer Mutter steht, die um ihren gefallenen Sohn trauert. Entlang der Mauer, die den Friedhof umgibt, ziehen sich Massengräber und Bronzetafeln mit den Namen der Soldaten.

Praktische Informationen
- Kostenlos: Alle beschriebenen Orte sind kostenlos, außer der Fahrt auf den Fernsehturm.
- Wie verbinden: Alexanderplatz, Rotes Rathaus, Marx-Engels-Forum und Klosterruine liegen nebeneinander. Zur Karl-Marx-Allee fährst du am besten mit der U5 bis Strausberger Platz oder Frankfurter Tor und gehst die Allee zu Fuß entlang.
- Schönholzer Heide: Der Park liegt im Norden, in Pankow – am nächsten ist der S-Bahnhof Schönholz. Im selben Bezirk steht Schloss Schönhausen, über das ich im Beitrag Berlin: Schlösser und Burgen schreibe.
- Mehr zur DDR: die Mauer und die Bernauer Straße – Berlin: auf den Spuren der Berliner Mauer, der Grenzturm an der Havel – Ausflüge ab Berlin, und das Denkmal des polnischen Soldaten – Grünes Berlin.




























