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Ort: Europa  PolenReisejahr: 2019, 2025

Schon mehrmals waren wir bei dieser jährlichen Veranstaltung dabei, die vom Festival 3-⁠majówka begleitet wird. Seit 2003 findet sie auf dem Breslauer Marktplatz (Rynek) statt. Dort erklingt jedes Jahr am 1. Mai Jimi Hendrix’ „Hey Joe“, wenn Gitarristen versuchen, den Guinness-Weltrekord für die meisten Menschen zu brechen, die das Stück gleichzeitig spielen.

Neben dem Höhepunkt der Veranstaltung gibt es ab 10 Uhr begleitende Konzerte, Workshops, Unterricht für andere Stücke oder einen Wettbewerb für die „Gitarre aus irgendwas“.

Wir haben 2019 teilgenommen, also an der 17. Ausgabe. Auch Stars machen gern mit. Beim Rekordversuch stand u. a. der Gitarrist der finnischen Metalband Lordi auf der Bühne (Jussi Sydänmaa – Amen, als Mumie verkleidet). 2019 lag der Rekord bei 7423 Gitarristen. Das Video oben ist ein Bericht von der Veranstaltung. Schau es dir an!

Praktische Informationen (Guinness-Rekord)

  • Ort: Marktplatz in Breslau
  • Datum: jedes Jahr am 1. Mai (abgesehen von der Pandemie)
  • Eintritt: frei
  • Anmeldung zum Rekordversuch: an den Ständen am Marktplatz. Du kannst einen ausgefüllten Fragebogen mitbringen oder ihn vor Ort ausfüllen
  • Beginn der Veranstaltung: 10:00 Uhr
  • Generalprobe/letzte Probe: 14:00–15:45 Uhr
  • Uhrzeit des Rekordversuchs: 16:00 Uhr
  • Wissenswertes: Jeder teilnehmende Gitarrist bekommt eine Urkunde als Bestätigung und kann ein günstigeres Ticket für das Festival 3-⁠majówka kaufen (siehe Infos unten)
  • Unterkunft: in Hostels oder Jugendherbergen möglich, sofern man sehr früh bucht. Man kann auch den Zeltplatz nutzen, der für das Festival eingerichtet wird (siehe praktische Infos unten).

3-⁠majówka

Am selben Tag beginnt in Breslau auch ein Musikfestival. Drei Tage lang (1.–3. Mai) gibt es Konzerte an der Pergola und in der Jahrhunderthalle (bzw. direkt daneben) – überwiegend Rock, aber fast jedes Genre kann vertreten sein. Neben sehr bekannten polnischen Künstlern kommen jedes Jahr auch ein paar Stars aus dem Ausland.

Praktische Informationen (3-⁠majówka)

  • Ort: Pergola / Jahrhunderthalle
  • Datum: jedes Jahr 1.–3. Mai (abgesehen von der Pandemie)
  • Ein Festivalpass für die 3-⁠majówka (3 Tage) kostet bis zu ca. 45 €. Für Teilnehmer am Guinness-Rekord oder beim Kauf im ersten Kontingent kostete er 2018 ca. 23 €, 2019 ca. 28 €, 2020 (verschobene Ausgabe) ca. 28 € und 2021 ca. 36 €. Zum Vergleich: Am Konzerttag kostete er 2018 ca. 42 €, und 2019 ca. 47 €. Man kann auch Tickets für einen oder zwei Tage kaufen, sowohl im Vorverkauf als auch direkt vor dem Konzert.
  • Platz auf dem Zeltplatz: 2019 kostete er ca. 6 € pro Person für den ersten Tag und ca. 5 € für jeden weiteren, 2021 ca. 7 € für den ersten und ca. 5 € für jeden weiteren Tag. Auf dem Gelände gibt es Dixi-Klos mit Wasserhähnen und schmutzige Waschräume mit Duschen (meist nur mit kaltem Wasser). Direkt neben dem Zeltplatz gibt es einen Biedronka-Supermarkt und eine Straßenbahnhaltestelle weiter einen Żabka-Laden (polnische Minimarkt-Kette). Der Zeltplatz liegt in der ul. Wróblewskiego 9, zum Festivalgelände sind es also etwa 10 Minuten zu Fuß.
  • Auf dem Festivalgelände gibt es ein großes Angebot an Essen und Trinken – herzhaft, süß, mit oder ohne Alkohol. Ein Döner kostet zum Beispiel etwa 4 € und ein Bier ab ca. 1,60 €.

Coronavirus

Wegen der Pandemie fand der Gitarren-Guinness-Weltrekord 2020 komplett im Internet statt, und das Festival 3-⁠majówka wurde abgesagt. 2021 fand der Rekordversuch ausnahmsweise am 19. Juni an der Pergola statt (+ online), und das Festival 3-⁠majówka separat, vom 2. bis 4. Juli. 2022 soll (angeblich) alles wieder normal laufen.

3-⁠majówka 2025 – Rekord gebrochen

Zum Gitarren-Guinness-Weltrekord und zur 3-⁠majówka kam ich 2025 zurück (1.–3. Mai), diesmal mit einer siebenköpfigen Truppe – mit Oliwia, Łukasz, Wiktor, Julia, Magda und Kuba. Nach einem Jahr Pause wurde der Rekord wieder gebrochen: Offiziell spielten 8122 Menschen gleichzeitig „Hey Joe“. Ehrlich gesagt hatte ich nicht geglaubt, dass es klappt, aber es ist toll, Teil von so etwas zu sein.

Das Line-up haute einen nicht um, vor allem was die internationalen Stars betrifft, aber die polnischen Bands waren eine positive Überraschung. Live gesehen habe ich u. a. Polish Metal Alliance, IRA, Myslovitz, Dubioza Kolektiv, Artur Rojek, Pidżama Porno, The Rumjacks, Kult, Hunter und Nocny Kochanek. Zwischen den Konzerten gab es Flanki (ein polnisches Trinkspiel mit Bierdosen und einer Flasche), lange Gespräche und Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Der Dreitagespass kostete 2025 im ersten Kontingent ca. 80 €, für Gitarristen, die am Rekord teilnahmen, ca. 60 € – von Jahr zu Jahr entsprechend teurer.

An einem Tag gingen wir auch in den Zoo Breslau, der buchstäblich einen Katzensprung vom Zeltplatz entfernt war. Wir waren im Schnelldurchgang unterwegs, etwa drei Stunden, und haben trotzdem nicht alles gesehen – das Afrykarium ließen wir aus, weil die Schlange so lang war, dass es um die Zeit schade gewesen wäre. Es ist der älteste Zoo Polens (eröffnet 1865), einer der größten Europas und der drittgrößte der Welt nach Zahl der Arten. Ein normales Ticket kostete ca. 19 €, ein Studententicket ca. 17 € (2025).

Das Wetter spielte fast die ganze Zeit mit: Sonne, etwa 20 °C und warme Abende. Nur am 3. Mai zog ein Gewitter über Breslau, und wir mussten uns ein paarmal vor dem Regen unterstellen. Die schönsten Momente abseits des Festivals waren Spaziergänge an der Oder, vor allem bei Sonnenuntergang.

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