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Eine kurze Einführung
Zinacantán und San Juan Chamula sind Orte im Bundesstaat Chiapas, in denen das indigene Volk der Tsotsil (Maya) lebt. Zusammen haben sie über 500.000 Einwohner. Touristen kommen vor allem hierher, um Glauben, Traditionen und Bräuche kennenzulernen – vor allem die erhaltenen präkolumbischen Rituale, die in den Katholizismus aufgenommen wurden. Es ist eine Mischung, oder besser gesagt ein einzigartiges Gebilde, das es nur in dieser Gegend gibt.
San Juan Chamula
In San Juan Chamula ist die Kirche die wichtigste Touristenattraktion. In diesem Gebäude finden keine Messen statt, sondern Zeremonien und Reinigungen.
So können zum Beispiel rohe Eier die kranke Stelle am Körper eines Menschen anzeigen, und mit ihnen lässt sich das Innere reinigen – ebenso gut kann es aber auch eine Pflanze sein. Manchmal begleitet ein Schamane die Reinigung (er vertreibt böse Geister). Als Opfer werden Hühner dargebracht, denen man den Hals umdreht. Das heilige Getränk ist hier Coca-Cola – auch sie reinigt (durch Rülpsen).
Die Kirche in Chamula ist ein deutliches Beispiel für die Vermischung indigener und christlicher Glaubensvorstellungen. Im Inneren stehen statt Gott die Figuren der Heiligen im Vordergrund. Es scheint, dass die Gläubigen zu ihnen beten, ebenso wie zu ihren verstorbenen Angehörigen. Sie kommen in die Kirche und setzen sich auf den Boden.
Wir konnten die Kirche am Tag der Toten (Día de Muertos) von innen sehen. Die Frauen mit Kindern saßen meist auf dem Boden (man musste aufpassen, wohin man tritt), die Männer standen und reichten sich Gläschen mit Alkohol. Überall hing ein erstickender Weihrauchduft. Die Kirche war klein, und drinnen herrschte Gedränge (auch wegen der Touristen – man kam kaum durch). Fotografieren war strengstens verboten. Touristen mussten für den Eintritt 30 MXN (ca. 1,60 €) bezahlen. Draußen fand eine Prozession statt: Marschierende, von denen viele Instrumente hatten (man hatte den Eindruck, jeder spielte, was er wollte), und eine Blaskapelle (die gut aufeinander abgestimmt war). Der Zug umrundete mehrmals den Platz, an dem die Kirche steht. Dazu läuteten die Glocken und Feuerwerk knallte (die Touristen hielten sich die Ohren zu, die Einheimischen standen ungerührt da). Dieser Ort ist im ganzen Land einzigartig.
Anreise nach Chamula (aus San Cristóbal)
👉 Abfahrt: C. Honduras 10, Barrio de Mexicanos (San Cristóbal), in Google Maps als „Colectivo San Juan Chamula“ zu finden
🚍 Kosten: einfache Fahrt 20 MXN (ca. 1,20 €)
Zinacantán
Wir haben auch den nahe gelegenen Ort Zinacantán besucht, in dem dieselbe Volksgruppe lebt. Die Trachten der Bewohner unterscheiden sich jedoch (die Frauen tragen bestickte Röcke und Tücher über den Schultern). In der Kirche gibt es einen Beichtstuhl und Sitzplätze – hier geht es deutlich christlicher zu. Zinacantán ist für seine Webkunst und Handstickerei bekannt.
Anreise nach Zinacantán (aus San Cristóbal)
👉 Abfahrt: C. Honduras 8A, 14 de Septiembre, in Google Maps als „Transportes Zinacantán“ zu finden
📢 Zusätzliche Info: Das ist kein gewöhnliches Colectivo (Kleinbus), sondern ein Taxi colectivo (Sammeltaxi)
🚖 Kosten: einfache Fahrt (bei vollem Auto) 27 MXN (ca. 1,40 €)










