
Der Sumidero-Canyon (Cañón del Sumidero) im Bundesstaat Chiapas war bis zu diesem Punkt unserer Reise die Sehenswürdigkeit, die uns in Mexiko am besten gefallen hat – und wir empfehlen ihn bis heute als einen der schönsten Orte im Land. Mit Worten lässt sich das nicht beschreiben, man muss es sehen. Am 3. November 2023 fuhren wir von San Cristóbal de las Casas aus, wo wir wohnten, auf einen Tagesausflug hierher: zuerst drei Aussichtspunkte über dem Canyon, dann eine zweistündige Fahrt mit dem Motorboot zwischen bis zu 1200 Meter hohen Felswänden und zum Schluss das Kolonialstädtchen Chiapa de Corzo.
Inhaltsverzeichnis
- Aussichtspunkte über dem Canyon
- Mit dem Motorboot durch den Canyon
- Krokodile und die Natur des Canyons
- Chiapa de Corzo und eine Michelada
- Praktische Informationen
Aussichtspunkte über dem Canyon
Der Ausflug begann auf der Seite der Stadt Tuxtla Gutiérrez – mit drei Aussichtspunkten (miradores) am Rand des Canyons. Von oben sieht man am besten, wie tief sich der Fluss in den Fels gegraben hat. Auf eigene Faust hätten wir sie wahrscheinlich ausgelassen, aber es lohnt sich, den Canyon sowohl von oben als auch von unten zu sehen – das sind zwei völlig verschiedene Perspektiven.

Mit dem Motorboot durch den Canyon
Am Anleger in Osumacinta stiegen wir ins Motorboot um. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden und führt auf dem Fluss vom Staudamm des Wasserkraftwerks Manuel Moreno Torres (Chicoasén) bis nach Chiapa de Corzo – man kann auch in die umgekehrte Richtung fahren. Den größten Teil der Strecke fährt man an senkrechten, bis zu 1200 Meter hohen Felswänden entlang.

Wir fuhren schnell, also bekamen wir immer wieder eine Ladung Wasser ab – bei ca. 30°C und ordentlich Sonne störte das niemanden, nach dem kühlen San Cristóbal war es eine angenehme Abwechslung. Wenn der Guide etwas zu erzählen hatte oder wir an einer interessanten Stelle vorbeikamen, wurde das Boot langsamer.


Am beeindruckendsten ist der mittlere Teil des Canyons, wo die Wände eng zusammenrücken und der Fluss durch eine schmale Schlucht zwischen ihnen fließt. Die Sonne stand für Fotos manchmal ungünstig, aber live sind die Ausblicke unglaublich.

Teile der Hänge sind mit Moos, Farnen und dichter Vegetation bewachsen, die direkt aus den Felswänden wächst.



Den ganzen Ausflug – von den Aussichtspunkten bis nach Chiapa de Corzo – zeigt das Video:
6:51Krokodile und die Natur des Canyons
Der Canyon ist ein Nationalpark (Parque Nacional Cañón del Sumidero) und Heimat vieler Tiere – hier leben unter anderem Krokodile, Jaguarundis, Ozelots und Hokkohühner. Während der Bootsfahrt kann man sowohl die Landschaft als auch die Tierwelt bewundern. Wir konnten zwei Krokodile entdecken – ein kleines und ein großes, beide fast ganz unter Wasser. Es waren die ersten Krokodile, die ich in freier Wildbahn gesehen habe – ein bisschen enttäuschend, weil man sie kaum erkennen konnte.

Chiapa de Corzo und eine Michelada
Die Bootsfahrt endet in Chiapa de Corzo – einem kolonialen Städtchen am Fluss mit dem Status Pueblo Mágico („magisches Dorf“). Wir hatten hier knapp zwei Stunden. Der Großteil der Gruppe ging ins Restaurant, wir machten einen kurzen Spaziergang: Es gibt einen hübschen Platz, die Plaza de Armas Ángel Albino Corzo, die Kirche Santo Domingo de Guzmán und jede Menge Lokale am Wasser.

In einem davon probierten wir zum ersten Mal eine Michelada – ein Getränk aus Bier, Limettensaft, verschiedenen Soßen, Gewürzen und Chilischoten (es gibt viele Varianten; unsere war angeblich die Version mit Mango und Tamarinde, auch wenn wir davon nicht viel geschmeckt haben). Ein Liter kostete 150 MXN (ca. 8 €), und der Geschmack sagte uns so wenig zu, dass er uns für längere Zeit von weiteren Versuchen abhielt.

Am nächsten Tag fuhren wir mit derselben Agentur zu den Wasserfällen El Chiflón und den Montebello-Seen.
Praktische Informationen
- Organisierter Ausflug oder auf eigene Faust? – Mexiko haben wir auf eigene Faust bereist, aber hier haben wir zum ersten Mal einen organisierten Ausflug gewählt (in 65 Tagen in Mexiko gab es nur zwei davon), weil es günstiger und vor allem schneller war. Wir zahlten 450 MXN (ca. 24 €) pro Person, allein die Eintritte hätten 343 MXN gekostet – die Bootsfahrt 285 MXN und die Aussichtspunkte 58 MXN – dazu kommt die Anfahrt, ca. 2 Stunden pro Richtung.
- Veranstalter – wir fuhren mit der Agentur Explorando Chiapas, mit der unser Hostel in San Cristóbal zusammenarbeitete; bei der Konkurrenz kostete derselbe Ausflug 500 MXN (Preise vom November 2023).
- Dauer – der ganze Ausflug ab San Cristóbal dauert ca. 8 Stunden und umfasst ca. 200 km. Unserer Meinung nach war die Zeit optimal eingeteilt, wir würden nichts ändern.
- Was mitnehmen – im Canyon ist es viel wärmer als in San Cristóbal (bei uns ca. 30°C), also sind Kopfbedeckung und Sonnencreme nützlich; auf dem Motorboot spritzt regelmäßig Wasser.








