
Las Vegas war nicht das Hauptziel unserer einmonatigen USA-Reise – es lag einfach auf dem Weg zwischen den Nationalparks in Utah und dem Zion, also wäre es schade gewesen, nicht vorbeizuschauen. Wir verbrachten hier zwei Nächte (6.–7. Oktober 2018), und auf der Weiterfahrt hielten wir am Hoover Dam an der Grenze zwischen Nevada und Arizona. Die ganze Reiseroute beschreibe ich im Plan für 30 Tage USA.
Inhaltsverzeichnis
- Las Vegas bei Nacht
- Ägypten, New York, Venedig und Paris in einer Stadt
- Der Hoover Dam
- Ein verlassenes Motel
- Praktische Informationen
Las Vegas bei Nacht
Nach Las Vegas kamen wir am 6. Oktober, direkt aus dem Bryce-Canyon-Nationalpark – 423 km Fahrt. Wir erkundeten die Stadt vor allem nachts – dann erwacht sie zum Leben. Die ganze Nacht waren die Straßen voller Menschen, die einen ohne Grund ansprachen und ins Gespräch kamen (im positiven Sinne). Auf den ersten Blick sieht man, wozu die meisten hierherkommen – um Spaß zu haben. Jede Menge Kasinos, Prunk, Lichter und Alkohol; Spielautomaten stehen überall, sogar in Fast-Food-Restaurants.

Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen an der Hauptstraße – dem Las Vegas Strip. Die Hotelkasinos überbieten sich hier gegenseitig an Größe, und viele von ihnen wurden als Nachbildungen berühmter Orte aus aller Welt gebaut. Für uns waren das zwei Nächte Erholung von der Hetze durch die Nationalparks – und zugleich die einzigen Hotelübernachtungen der ganzen einmonatigen Reise (zu einem anständigen Preis).
Ägypten, New York, Venedig und Paris in einer Stadt
Am besten gefielen uns gerade die nachgebauten Bauwerke aus anderen Teilen der Welt. Im „ägyptischen“ Teil steht das pyramidenförmige Hotel Luxor, mit einer großen Sphinx vor dem Eingang und einem Lichtstrahl, der nachts von der Spitze in den Himmel schießt.


Ein paar Schritte weiter liegt New York – das Hotel New York-New York mit einer Nachbildung der Freiheitsstatue und New Yorker Wolkenkratzern, daneben die mittelalterliche Burg des Hotels Excalibur.


Im Hotel The Venetian wurde Venedig nachgebaut – mit Brücken, Kanälen und einem Platz wie in der echten Stadt.

Paris vertritt das Hotel Paris mit einer Nachbildung des Eiffelturms. Gegenüber, vor dem Bellagio, erstreckt sich ein See mit Wasserspielen – von seinem Ufer sieht man nachts den halben Strip.

Zwei Nächte in Las Vegas reichen unserer Meinung nach völlig – schon am ersten Abend verkündeten wir auf Facebook den Beginn unseres eigenen „Hangover“. Die Reihenfolge haben wir nach Karolina ausgerichtet, die am 8. Oktober nach Polen zurückflog – deshalb besuchten wir Las Vegas vor dem Zion-Nationalpark und nicht danach.
Der Hoover Dam

Am 8. Oktober brachen wir aus Las Vegas in Richtung Zion-Nationalpark auf, fuhren aber zuerst zum Hoover Dam (Hoover-Talsperre) – etwa 50 km südöstlich der Stadt. Der Damm sperrt den Canyon des Colorado River genau an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Nevada und Arizona. Er wurde 1931–1935 gebaut und war bei seiner Fertigstellung (1936) das größte Wasserkraftwerk und das größte Betonbauwerk der Welt – man nannte ihn das achte Weltwunder. Er ist etwa 221 m hoch, und sein Kraftwerk leistet etwa 2080 MW. Eine geniale Konstruktion.

Das aufgestaute Wasser bildet den Lake Mead – den nach Volumen größten Stausee der USA. Am hellen Streifen auf den Felsen rund um den See sieht man, wie viel tiefer das Wasser heute steht als zu Zeiten, als der Stausee voll war – die Folge jahrelanger Dürren im Einzugsgebiet des Colorado. Ins Kraftwerk gelangt das Wasser durch vier Einlauftürme, die im See direkt an der Dammkrone stehen.

Unterhalb des Damms überspannt die Bogenbrücke Mike O’Callaghan–Pat Tillman Memorial Bridge den Canyon, eröffnet 2010. Sie übernimmt den Verkehr, der früher über die Straße auf der Dammkrone lief, und von ihrem Fußweg hat man einen der besten Blicke auf den ganzen Damm.

Ein verlassenes Motel
In der Nähe des Damms hielten wir noch an einem verlassenen Motel – früher ziemlich bekannt. Es wurde in den 1930er-Jahren gebaut und 2009 geschlossen. Die Anlage besteht aus mehreren Gebäuden; die Zimmer sind größtenteils leer, erhalten sind unter anderem das Büro und die Wäscherei. Wenn man Fotos von vor gut zehn Jahren mit dem heutigen Zustand vergleicht, könnte man meinen, es seien zwei völlig verschiedene Orte. Solche verlassenen Objekte sind meist Privatgelände – prüft, ob ihr hineindürft, bevor ihr irgendwo hineingeht.

Von dort fuhren wir weiter in den Zion-Nationalpark; die ganze Route steht im Plan für 30 Tage USA.
Praktische Informationen
- Wie viel Zeit – für Las Vegas reichen ein bis zwei Nächte; man besichtigt vor allem abends und nachts, wenn der Strip beleuchtet ist.
- Unterkünfte – Hotels in Las Vegas sind oft recht günstig (es war die einzige Stadt, in der wir auf der ganzen Reise im Hotel schliefen), aber die Preise hängen stark vom Wochentag und von Veranstaltungen in der Stadt ab.
- Anfahrt zum Damm – der Hoover Dam liegt etwa 50 km (etwa 40 Minuten Fahrt) südöstlich von Las Vegas, lässt sich also gut mit der Abreise aus der Stadt verbinden – auch wenn man danach für den Weg zum Zion einen Umweg fahren muss.


