
Im Sommer 2008 war ich mit meiner Schwester Kasia in Italien. Wir wohnten am Meer in der südlichen Toskana und fuhren für einen Tag nach Rom – vom Gianicolo über die Engelsburg und den Vatikan, die Piazza Navona, das Pantheon und den Trevi-Brunnen bis nach Trastevere, zur Cestius-Pyramide und am Abend zum Kolosseum. Ein paar Tage später badeten wir in den heißen Quellen von Saturnia. Der Beitrag ist nach Orten gegliedert, am Ende stehen praktische Tipps.
Inhaltsverzeichnis
- Gianicolo und Engelsburg
- Der Vatikan: Petersplatz und Petersdom
- Piazza Navona und Pantheon
- Trevi-Brunnen und Altar des Vaterlandes
- Campo de’ Fiori und Trastevere
- Cestius-Pyramide und Kolosseum
- Die heißen Quellen von Saturnia
- Praktische Informationen
Gianicolo und Engelsburg
Nach Rom kamen wir über den Gianicolo, wo der Brunnen Acqua Paola von 1612 steht. Papst Paul V. ließ ihn am Ende eines erneuerten Aquädukts bauen – daher sein Name in der großen Inschrift auf der Attika.

Am Tiber steht die Engelsburg – 123–139 als Mausoleum von Kaiser Hadrian erbaut, später eine Festung der Päpste, mit dem Vatikan durch einen ummauerten Gang verbunden. Oben steht ein bronzener Erzengel Michael von 1753.
Der Vatikan: Petersplatz und Petersdom
Zum Vatikan – dem kleinsten Staat der Welt mit 0,44 km² – führt die breite Via della Conciliazione, angelegt 1936–1950. An ihrem Ende öffnet sich der Petersplatz, den Bernini 1656–1667 entwarf: zwei Halbkreise aus Kolonnaden mit 284 Säulen in vier Reihen und in der Mitte ein ägyptischer Obelisk.
Vor der Basilika stehen die Statuen der Apostel Petrus und Paulus – Paulus hält ein Schwert. Die Tore bewacht die Schweizergarde, die den Päpsten seit 1506 dient, in gestreiften Uniformen in Blau, Rot und Gelb.
Der Petersdom wurde von 1506 bis 1626 gebaut, seine Kuppel nach dem Entwurf von Michelangelo ragt etwa 136 m hoch auf. Gleich nach dem Eingang, in der ersten Kapelle rechts, steht die Pietà – das einzige Werk, das Michelangelo signiert hat. Seit einem Anschlag 1972 steht sie hinter Glas.

Über dem Petrusgrab steht Berninis Bronzebaldachin auf gedrehten Säulen, in der Apsis seine Cathedra Petri mit einem Alabasterfenster, in dem die Taube des Heiligen Geistes erscheint.

Piazza Navona und Pantheon
Die Piazza Navona ist länglich, weil sie auf dem Stadion des Domitian aus dem 1. Jahrhundert entstand. In der Mitte steht Berninis Vierströmebrunnen mit Obelisk, gegenüber Borrominis Kirche Sant’Agnese in Agone, am Nordende der Neptunbrunnen – die Figuren mit Neptun im Kampf mit einem Kraken kamen erst 1878 hinzu. Ringsum stellen Straßenmaler ihre Bilder aus.

Wenige Minuten weiter liegt das Pantheon. Die Inschrift am Fries nennt Agrippa als Erbauer, doch den heutigen Tempel errichtete Kaiser Hadrian um 118–125. Seine Betonkuppel mit etwa 43 m Durchmesser ist bis heute die größte unbewehrte Kuppel der Welt, und das einzige Licht fällt durch das Opaion – eine runde Öffnung von etwa 9 m. Im Pantheon ist u. a. Raffael begraben.
In der Nähe lohnen sich die Piazza della Minerva mit einem Marmorelefanten, der einen Obelisken trägt – nach einem Entwurf Berninis von 1667 –, und die Piazza di Pietra, wo elf korinthische Säulen des Hadrianstempels aus dem 2. Jahrhundert in die Wand eines späteren Gebäudes eingebaut sind.
Trevi-Brunnen und Altar des Vaterlandes
Der Trevi-Brunnen, 1762 nach einem Entwurf von Nicola Salvi vollendet, ist etwa 26 m hoch und fast 50 m breit. In der Mitte steht Oceanus auf einem von Meerespferden gezogenen Wagen. Der Brauch verlangt, eine Münze über die Schulter zu werfen, um nach Rom zurückzukehren. Gegenüber steht die Barockkirche Santi Vincenzo e Anastasio mit einer Fassade voller Säulen.
An der Piazza Venezia steht das riesige Denkmal für König Viktor Emanuel II., genannt Vittoriano, mit dem Altar des Vaterlandes und dem Grab des Unbekannten Soldaten. An der Via del Corso, am Platz mit der Mark-Aurel-Säule, lohnt ein Blick in die Galleria Alberto Sordi von 1922 mit ihrem bunten Glasdach.
Campo de’ Fiori und Trastevere
Gegen Abend gingen wir über den Campo de’ Fiori – morgens findet hier ein Markt statt, in der Mitte steht das Denkmal für Giordano Bruno, der 1600 auf diesem Platz verbrannt wurde. Von hier ist es nicht weit zur Ponte Sisto, einer Steinbrücke aus dem 15. Jahrhundert, die nach Trastevere führt. Auf der anderen Seite, an der Piazza Trilussa, steht ein Brunnen von 1613, der 1898 hierher versetzt wurde.


Cestius-Pyramide und Kolosseum
Zum Abschluss des Tages fuhren wir noch zur Cestius-Pyramide – dem Grabmal eines römischen Beamten aus der Zeit um 18–12 v. Chr., etwa 36 m hoch und später in die Aurelianische Mauer eingebaut – und dann zum Kolosseum. Das Flavische Amphitheater entstand 70–80 und fasste etwa 50 000 Zuschauer. Daneben steht der Konstantinsbogen von 315. 2008 lief rundherum schon der Bau der Metrolinie C.


Die heißen Quellen von Saturnia
Ein paar Tage später fuhren wir nach Saturnia in der südlichen Toskana, nahe Manciano. Unterhalb einer alten Mühle fließt schwefelhaltiges Wasser mit etwa 37 °C über Kalkterrassen – die Cascate del Mulino. Das Baden ist kostenlos und rund um die Uhr möglich, im Juli war entsprechend viel los. Man kann sich unter den warmen Wasserstrahl setzen, der von einer Stufe fällt.

Praktische Informationen
- Petersdom: Der Eintritt ist frei, es gibt aber eine Sicherheitskontrolle, und Schultern und Knie müssen bedeckt sein.
- Das Zentrum zu Fuß: Piazza Navona, Pantheon und Trevi-Brunnen liegen 10–20 Gehminuten voneinander entfernt.
- Kolosseum: Kombitickets mit Forum Romanum und Palatin kauft man am besten vorab online.
- Wasser: Aus Roms Straßenbrunnen (Nasoni) kommt kostenloses Trinkwasser – im Sommer lohnt sich eine Flasche.
- Saturnia: Das Baden in den Cascate del Mulino ist kostenlos; der Schwefelgeruch bleibt lange in der Badekleidung, also lieber alte Badesachen mitnehmen.




























