
Karlsbad und Pilsen waren die letzten Stationen unserer Tschechienreise im Juli 2025. Begonnen hatten wir mit zwei Tagen in Prag, dann waren wir vier Tage auf den Wegen der Böhmischen Schweiz unterwegs, und zum Schluss blieben noch zwei Städte in Westböhmen. Den vorletzten Tag, den 25. Juli, verbrachten wir in Karlsbad und den nächsten in Pilsen, vor allem in der berühmten Brauerei Pilsner Urquell.
Von der ganzen Truppe waren nur noch wir vier übrig: Artur, Mateusz, Oliwia und ich. Viel Zeit hatten wir nicht – in Karlsbad nur eine Übernachtung –, aber wir haben sie gut genutzt, trotz eines Wolkenbruchs, der die Straßen irgendwann in reißende Bäche verwandelte.
Inhaltsverzeichnis
- Karlsbad – ein Kurort mit Kolonnaden
- Die Kirche der Heiligen Peter und Paul
- Goethe-Turm, Drei Kreuze und Camera Obscura
- Wolkenbruch, Becherovka und Porzellan
- Pilsen – Besichtigung der Brauerei Pilsner Urquell
- Die Keller und ungefiltertes Urquell direkt aus dem Fass
- Das Zentrum von Pilsen und die St.-Bartholomäus-Kathedrale
- Praktische Informationen
Karlsbad – ein Kurort mit Kolonnaden
Karlsbad (Karlovy Vary) ist ein Kurort mit außergewöhnlicher Architektur. Die Stadt ist berühmt für ihr Porzellan, den Kräuterlikör Becherovka und das Internationale Filmfestival, und auf den Straßen sieht man, dass sie eher wohlhabende Touristen anzieht. Für mich ist es eine wunderschöne Stadt – kleiner als Prag, aber genauso beeindruckend.
Am typischsten sind hier die Kolonnaden, überdachte Wandelgänge an den Mineralquellen. Die weiße, hölzerne Marktkolonnade steht direkt unter dem Schlossturm.

Ein Stück weiter erstreckt sich die steinerne Mühlbrunnkolonnade mit einer Säulenreihe und Skulpturen auf dem Dach.



Mitten durch die Stadt fließt die Teplá, und an ihren Ufern stehen bunte, reich verzierte Bürgerhäuser, Hotels und Sanatorien.


Die Kirche der Heiligen Peter und Paul
Riesigen Eindruck macht die orthodoxe Kirche der Heiligen Peter und Paul mit ihren goldenen Kuppeln. Leider konnten wir sie nur von außen bewundern.

Ihre goldenen Kuppeln sieht man auch gut von den umliegenden Hügeln – sie heben sich vom Grün und von den Dächern der Villen ab.

Goethe-Turm, Drei Kreuze und Camera Obscura
Die Stadt liegt in einem Tal, umgeben von bewaldeten Hügeln mit vielen Aussichtspunkten. Gleich nach der Ankunft im Apartment machten wir uns ohne Zögern auf zum Goethe-Turm und dann zu den Aussichtspunkten Drei Kreuze und Camera Obscura.

Das war eine super Entscheidung. Bei Regen kann man einen Stadtbummel mit Schirm oder Regencape noch irgendwie schaffen, aber eine Wanderung auf einen matschigen Hügel wäre viel schwieriger. Von oben sieht man ganz Karlsbad, das sich entlang des Tals erstreckt.


Ringsum ziehen sich Wälder, aus denen hier und da weitere Aussichtstürme und Pavillons ragen.

Wolkenbruch, Becherovka und Porzellan
Das Wetter ließ uns nicht vergessen, dass es da ist. Als wir schon wieder in der Stadt waren, regnete es so heftig, dass sich die Straßen in reißende Bäche verwandelten und wir uns kurz in einen Pub flüchten mussten.

Trotzdem haben wir die meisten Sehenswürdigkeiten gesehen – nur einen Hügel ließen wir aus, dort wäre es zu matschig gewesen. Unterwegs schauten wir auch in Lokale und in die Schaufenster der Läden mit örtlichen Spezialitäten – Becherovka und Porzellan.


Beim nächsten Mal würden wir wohl auch die heißen Quellen ausprobieren, für die Karlsbad berühmt ist – diesmal fehlte uns dafür einfach die Zeit.
Pilsen – Besichtigung der Brauerei Pilsner Urquell
Die letzte Station unserer Tschechienreise war Pilsen (Plzeň). Der Besuch am Tag vor der Abreise, am 26. Juli, drehte sich vor allem um die Besichtigung der Brauerei Plzeňský Prazdroj, in der das Pilsner Urquell gebraut wird. Man betritt sie durch ein prächtiges Jubiläumstor mit den Jahreszahlen 1842 und 1892.

1842 entstand hier das erste goldene Lagerbier – Pilsner Urquell, ein Bier, das die Geschichte des Brauwesens veränderte und zum Vorbild für 70 % der Brauereien weltweit wurde. Bei der Führung erfuhren wir die Geschichte der Brauerei: Früher gab es in Pilsen viele kleine Orte, an denen Bier gebraut wurde, doch man beschloss, gemeinsam eine größere Brauerei zu gründen.

Die Route führt von den historischen Sudkesseln über das moderne Sudhaus bis zu den Produktionslinien.


Die Zahlen sind beeindruckend. 2024 wurden hier 12,8 Mio. Hektoliter Bier gebraut, also rund 2,5 Milliarden Halbliterkrüge. Die Produktionslinien schaffen eine Million Biere in nur 5 Stunden. Die Abfüllanlage hat jeweils zwei parallele Bänder – getrennt für Flaschen und für Dosen.

Neben dem Urquell gehören auch andere tschechische Klassiker zur selben Gruppe: Gambrinus, Kozel, Radegast und das alkoholfreie Birell.

Die Keller und ungefiltertes Urquell direkt aus dem Fass
Der schönste Moment der Führung ist der Abstieg in die kühlen, steinernen Keller, wo sich Reihen von Eichenfässern durch lange Gänge ziehen.

Dort stehen auch offene hölzerne Gärbottiche, und zum Schluss kann man ungefiltertes Urquell direkt aus dem Fass probieren.


Eine tolle Sache – die Brauereibesichtigung können wir wirklich empfehlen.
Das Zentrum von Pilsen und die St.-Bartholomäus-Kathedrale
Außer der Brauerei blieb uns nicht mehr viel Zeit, also beschränkten wir uns auf einen kurzen Spaziergang durch die Altstadt rund um den Platz der Republik (Náměstí Republiky). Mitten auf dem Platz steht die gotische St.-Bartholomäus-Kathedrale.

Wir schauten auch hinein – der Innenraum mit hohen, schlanken Pfeilern und bunten Glasfenstern ist sehr beeindruckend.

Am Platz steht außerdem das Renaissance-Rathaus mit seiner Sgraffito-Fassade, und auf dem Weg durch das Zentrum kamen wir an den markanten Kuppeln der Großen Synagoge vorbei.


Am Abend fuhren wir zurück nach Prag, und am nächsten Tag stand schon die Rückreise mit dem Zug nach Polen an.
Praktische Informationen
- Wie viel Zeit – je ein Tag für Karlsbad (mit einer Übernachtung) und für Pilsen reicht für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, und von Pilsen kann man abends nach Prag zurückfahren.
- Karlsbad – wenn die Wettervorhersage unsicher ist, fang mit den Hügeln und Aussichtspunkten an und heb dir die Stadt für später auf: Nach Regen werden die Wege schnell matschig, über die Promenaden kann man dagegen mit Schirm laufen.
- Heiße Quellen – dafür ist Karlsbad am bekanntesten. Mit nur einer Übernachtung haben wir es nicht geschafft, sie zu nutzen, plane also lieber mehr Zeit ein.
- Brauerei Pilsner Urquell – ein normales Ticket kostete etwa 15 €, ein ermäßigtes etwa 12 € (umgerechnet, Stand Juli 2025). Die Führung dauerte etwa 2 Stunden und wurde auf Tschechisch, Englisch und Deutsch angeboten.
- Pilsen – die Altstadt rund um den Platz der Republik mit der St.-Bartholomäus-Kathedrale schafft man bei einem kurzen Spaziergang nach der Brauereibesichtigung.
- Mehr über Tschechien – die ganze Reise begannen wir in Prag, am längsten waren wir in der Böhmischen Schweiz. Jedem dieser Orte ist ein eigener Beitrag gewidmet.











