Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Kajakroute auf der Krutynia führt durch mehr als ein Dutzend malerischer Seen. Die ganze Route ist 116 km lang (etwa 9 Tage). Wir hatten Gutscheine für den Kajakverleih für 3 Tage bekommen. Wir schafften etwa 1/3 der Strecke. Unten kannst du dir den Bericht ansehen/durchlesen.
Tag 1: 16 km (Sorkwity – Bieńki)
- Route: Lampackie-See – Sobiepanka – Kujno-See – der malerische Bach Grabówka – Dłużec-See – PTTK in Bieńki
- Übernachtung: PTTK-Zeltplatz in Bieńki
- Kosten: etwa 4 € pro Person (auf dem Gelände gibt es eine Bar)
Bericht
Zusammen mit Karol, Łukasz und Patrycja fuhren wir am 30. Juni 2019 zur Station PTTK Sorkwity (PTTK ist der Polnische Touristenverband), wo unser Wasserabenteuer begann. Die Tour war für uns kostenlos, denn bei der 9. Ausgabe des landesweiten Studenten-Reisefestivals Kormorany in Allenstein (im April 2019) hatten wir von unserer Reise in die USA erzählt und dabei die Gutscheine gewonnen.
Keiner von uns hatte vorher an so etwas teilgenommen, wir wussten also nicht genau, was uns erwartet – weder was die Schwierigkeit der Strecke angeht noch unsere eigene Kondition –, deshalb setzten wir uns kein bestimmtes Ziel, nach dem Motto „Was kommt, das kommt“.
Wir lösten den Gutschein ein, holten die Kajaks ab und verstauten unser Gepäck. Übrigens hatte ich anfangs gewisse Zweifel, ob die Kajaks genug Platz bieten, denn wir hatten ziemlich viel Ausrüstung dabei. Aber alles passte problemlos hinein.
Wir starteten auf dem Lampackie-See, von dem aus wir durch eine schmale Durchfahrt im Schilf auf den Lampasz-See gelangten. Zuerst übersahen wir sie, weil sie auf der linken Seite des Sees von Weitem kaum zu sehen ist. Weiter hielten wir an einem Steg, wo wir das herrliche Wetter zum Baden nutzten, und paddelten dann zum Ufer auf der anderen Seite.
Danach kamen wir auf den schmalen Bach Sobiepanka. Er war so träge und flach, dass wir mehrmals aus den Kajaks steigen und sie führen mussten. Das war das spannendste Erlebnis des Tages.
Die nächsten Gewässer waren der Kujno-See mit bewaldetem Ufer, der malerische Bach Grabówka und der Dłużec-See, wo wir wieder an einem Steg hielten und erneut Mühe hatten, die Wasserverbindung zu finden. Schließlich erreichten wir das rechte Ufer des Białe-Sees, wo die Wasserstation PTTK in Bieńki liegt – insgesamt waren wir also etwa 16 Kilometer gepaddelt. Ursprünglich wollten wir bis zur nächsten Station PTTK in Babięta kommen (weitere 10 km), aber wir merkten, dass es langsam spät wurde. Vor Ort „parkten“ wir die Kajaks, bezahlten die Übernachtung, bauten die Zelte auf und erholten uns, in Erwartung des nächsten Abenteuertags.
Tag 2: 10 km (Bieńki – Babięta)
- Route: PTTK Bieńki – Białe-See – Bach Dąbrówka – Gant-See – Zufluss der Krutynia – PTTK Babięta
- Übernachtung: PTTK-Zeltplatz Babięta
- Kosten: etwa 4 € pro Person (vor Ort gibt es eine Bar und in der Nähe einen kleinen Laden).
Bericht
Am zweiten Tag unserer Tour, kurz bevor wir weiterfahren wollten, zog ein Gewitter auf. Wir hatten zwar gehört, dass es regnen könnte, mit einem Wolkenbruch hatten wir aber nicht gerechnet. In Windeseile bauten wir ein Zelt ab und ließen unsere Sachen im anderen, wasserdichten. Wie die meisten Gäste der Wasserstation verbrachten wir ein paar Stunden überdacht in der Bar, wo wir etwas aßen, tranken und Spiele spielten.
Da wir erst gegen 15 Uhr losfuhren, schafften wir es nur bis zur nächsten Wasserstation PTTK in Babięta (10 km). Bei gutem Wetter kommt man sicher bis zur übernächsten Station.
Anfangs war es bewölkt, aber mit der Zeit klarte es auf, die Sonne kam heraus, und schließlich hörte es auf zu regnen. Da wir die Station als eine der Letzten verließen, überholten wir nach und nach die organisierten Gruppen. An diesem Tag hatten wir keine Probleme, den richtigen Weg zu finden. Wir passierten Gewässer wie den Białe-See, den Bach Dąbrówka, den Gant-See und den größten Zufluss der Krutynia – das Flüsschen Babant.
Der Abend in der Station in Babięta verlief ähnlich wie der vorige, mit einer kleinen Ausnahme – wir gingen in den Laden und blieben länger auf, um uns auf den nächsten Tag des Wasserabenteuers vorzubereiten. Außerdem fiel uns auf, dass die organisierten Gruppen ihre Ausrüstung nicht in den Kajaks transportieren – sie wird über Land gebracht, sie paddeln also ganz ohne Gepäck.
Tag 3: 12 km (Babięta – Spychowo)
- Route: Babięta – Babięcka Struga – Spychowska Struga – PTTK Spychowo
Bericht
Den letzten Tag der Tour begannen wir mit einer warmen Mahlzeit in der Station PTTK Babięta, dann ging es los. Nach nur einem Kilometer kamen wir an ein Kraftwerk in einer ehemaligen Wassermühle, wo wir unsere Kajaks über die Straße tragen mussten, um weiterzufahren.
Im nächsten Abschnitt wurde die Strömung des Flusses (Babięcka Struga) schneller, und stellenweise gab es Untiefen und Steine. Als wir auf den Zyzdrój Wielki fuhren, wurde das Wetter deutlich schlechter – es zog zu, Wind kam auf und es begann zu regnen. Deshalb legten wir am Ufer an und warteten das Schlimmste ab.
Weiter ging es auf den Zyzdrój Mały, an dessen Ende uns am Damm mit der Schleusenanlage „Lalka“ eine weitere Umtragestelle erwartete, diesmal etwas schwieriger. Dort badeten wir auch im See. Leider erwischte uns an diesem Tag noch einmal der Regen, was uns ziemlich aufhielt. Zum Glück passierte das, bevor wir aufs offene Wasser hinausfuhren, sodass wir uns unterstellen konnten.
Die letzten zwei Kilometer paddelten wir auf der Spychowska Struga. Etwas müde nach drei Tagen Paddeln, aber glücklich erreichten wir die Wasserstation PTTK Spychowo. Uns allen hat die Tour gefallen, und wir wollen so etwas in Zukunft wieder machen. Gern werden wir uns daran erinnern, wie wir auf Baumstämme aufgefahren sind und die Kajaks auf den schmalen Bächen neben anderen Leuten manövriert haben. An diesem Tag paddelten wir etwa 12 km, insgesamt kamen wir auf etwa 38 km.


