
Im Juni 2012 fuhr ich mit meinen Eltern auf eine Busreise von Polen nach Kroatien. Wir starteten in Warschau während der Euro 2012 und wohnten in Baška Voda an der Makarska-Riviera. Von dort machten wir Ausflüge nach Dubrovnik, nach Šibenik und in den Nationalpark Krka sowie nach Split und Trogir. Der Beitrag ist nach Orten gegliedert, am Ende stehen praktische Tipps.
Inhaltsverzeichnis
- Mit dem Bus von Polen an die Adria
- Baška Voda – unser Standort an der Makarska-Riviera
- Das Neretva-Delta und die Mauern von Ston
- Dubrovnik
- Šibenik – die Jakobskathedrale
- Nationalpark Krka
- Split – der Diokletianpalast
- Trogir
- Praktische Informationen
Mit dem Bus von Polen an die Adria
Die Reise begann am 9. Juni 2012 in Warschau, einen Tag nach der Eröffnung der Euro 2012 – vor der Abfahrt sah ich noch das Nationalstadion im Turnierschmuck. Danach kam der Doppeldecker des Reisebüros und eine Nachtfahrt Richtung Süden.
Am nächsten Nachmittag sahen wir von der Küstenstraße zum ersten Mal die Adria – felsige Küste und türkisfarbenes Wasser.

Baška Voda – unser Standort an der Makarska-Riviera
Wir wohnten in Baška Voda, einem kleinen Ort an der Makarska-Riviera zwischen Split und Makarska. Lange Kiesstrände mit klarem, türkisem Wasser ziehen sich hier unter dem steilen Biokovo-Massiv entlang, dessen höchster Gipfel, Sveti Jure, 1762 m hoch ist.
An den Mauern entlang der Straße sieht man die Farben von Hajduk Split, dem beliebtesten Fußballverein Dalmatiens. Die Abende verbrachten wir auf der Promenade und am Meer.
Das Neretva-Delta und die Mauern von Ston
Auf dem Weg nach Dubrovnik durchquert man das Neretva-Delta – ein flaches, von Kanälen durchzogenes Tal, in dem u. a. Mandarinen angebaut werden. Weiter, an der Zufahrt zur Halbinsel Pelješac, sieht man die Mauern von Ston – mittelalterliche Befestigungen der Republik Ragusa, die über die Hügelkämme verlaufen und zu den längsten Verteidigungsmauern Europas gehören.
Dubrovnik
Dubrovnik war die Hauptstadt der einstigen Republik Ragusa, seine Altstadt steht seit 1979 auf der UNESCO-Liste. Sie ist komplett von fast 2 km langen Mauern umgeben. Man betritt sie durch das Pile-Tor. Gleich dahinter stehen der Große Onofrio-Brunnen aus dem 15. Jahrhundert und das Franziskanerkloster mit einer der ältesten noch betriebenen Apotheken Europas. Die Hauptstraße Stradun führt von dort zum Luža-Platz mit der Rolandsäule, dem Sponza-Palast und der Kirche des hl. Blasius, des Stadtpatrons. Daneben steht der Rektorenpalast, der Sitz der einstigen Regierung der Republik, und dahinter die Kathedrale und der alte Hafen.

Am Luža-Platz steht die barocke Kathedrale Mariä Himmelfahrt mit ihrer Schatzkammer, und neben dem Rektorenpalast kommt man zum alten Hafen mit Blick auf die Mauern von der Seeseite.
Außerhalb der Mauern steht auf einem etwa 37 m hohen Felsen die Festung Lovrijenac, die die Stadt zur See und zum Land hin schützte. Der höchste Punkt der Mauern ist der runde Minčeta-Turm, und vom alten Hafen fahren Boote zur Insel Lokrum.
Den schönsten Blick auf die ganze Altstadt hat man von oben – von der Straße oberhalb der Stadt sieht man die roten Dächer innerhalb der Mauern und ringsum das Meer. An den Mauern wachsen Mandarinen- und Orangenbäume, und im Hafen Gruž liegen riesige Kreuzfahrtschiffe.

Šibenik – die Jakobskathedrale
In Šibenik besichtigten wir die Jakobskathedrale, erbaut 1431–1536 und UNESCO-Welterbe. Sie ist besonders, weil sie vollständig aus Stein errichtet wurde – auch Gewölbe und Kuppel. Große Teile entwarf Juraj Dalmatinac, und an der Außenwand der Apsis verläuft ein Fries mit Dutzenden steinerner Köpfe.
Nationalpark Krka
Am selben Tag fuhren wir in den Nationalpark Krka. Die größte Attraktion ist der Skradinski buk – Kalksteinstufen, über die der Fluss in ein breites Becken stürzt. Am Wasser entlang führen Holzstege, am Weg stehen alte Wassermühlen.
Der Skradinski buk hat 17 Kaskaden auf etwa 800 m, der Höhenunterschied zwischen der ersten und der letzten Stufe beträgt etwa 46 m. In den restaurierten Mühlen und Walkmühlen am Wasserfall sieht man, wie hier früher Getreide gemahlen und Tuch gewalkt wurde.
2012 durfte man unter dem Wasserfall noch baden – seit 2021 ist das hier verboten. In den Park und zurück fuhren wir mit dem Schiff ab dem Städtchen Skradin.
Die Bootsfahrt von Skradin zum Wasserfall dauert etwa eine halbe Stunde. Unterwegs fährt das Schiff unter der Bogenbrücke der Autobahn A1 hindurch, die hoch über der Krka-Schlucht verläuft.
Split – der Diokletianpalast
Die Altstadt von Split entstand in den Mauern des Diokletianpalasts, den der römische Kaiser um die Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert als Alterssitz baute. In seinem Herzen liegt das Peristyl – ein Säulenhof, in dem als römische Legionäre verkleidete Darsteller für Fotos posieren. Unter dem Palast sind gewölbte Kellerräume erhalten, in denen heute ein Souvenirmarkt ist.
Auf der Tafel mit der Rekonstruktion sieht man gut, dass der Palast eigentlich ein befestigtes Rechteck direkt am Meer war, etwa 215 × 180 m groß. Zur Seeseite verläuft heute die Riva – eine Uferpromenade, an der die Fähren zu den Inseln anlegen.
Auf den Stufen am Peristyl spielen „römische Legionäre“ Szenen für Touristen. Hinter der Nordmauer des Palasts, am Goldenen Tor, steht die riesige Statue des Gregor von Nin von Ivan Meštrović – eines mittelalterlichen Bischofs, der die Liturgie in kroatischer Sprache verteidigte. Sein großer Zeh ist blank gerieben, denn ihn zu berühren soll Glück bringen.

Trogir
Einige Dutzend Kilometer von Split liegt Trogir – ein Städtchen auf einer kleinen Insel, dessen Altstadt ebenfalls UNESCO-Welterbe ist. Am bekanntesten ist die Laurentiuskathedrale mit dem romanischen Portal von Meister Radovan, und an der Inselspitze steht die Festung Kamerlengo aus dem 15. Jahrhundert. Am Hauptplatz schauten wir in die städtische Loggia mit steinernen Reliefs.
Über der Kathedrale ragt ein gotisch-renaissancezeitlicher Glockenturm auf, und drinnen lohnt ein Blick in die Kapelle des sel. Johannes von Trogir aus dem 15. Jahrhundert mit Kassettengewölbe und Heiligenstatuen.

Das Portal der Kathedrale bewachen romanische Löwen aus dem 13. Jahrhundert, und die Altstadt selbst liegt auf einer kleinen Insel, die mit Brücken mit dem Festland und der Insel Čiovo verbunden ist.
Praktische Informationen
- Mit dem Bus aus Polen: Von Warschau an die Adria sind es etwa 1500 km – über einen Tag Fahrt, meist mit einer Nacht im Bus. Dafür lassen sich Ausflüge bequem von einem festen Standort aus machen.
- Makarska-Riviera: ein guter Standort für Ausflüge – nach Split sind es etwa 40 km, nach Dubrovnik etwa 150 km, nach Šibenik und Krka etwa 120 km.
- Krka: Baden unter dem Skradinski buk ist seit 2021 verboten. Zum Wasserfall kommt man mit dem Schiff ab Skradin.
- Dubrovnik: Im Sommer ist es sehr voll, besonders wenn Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen – am besten früh morgens oder abends besichtigen.








































