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Ort: Nordamerika  USA  Kalifornien  YosemiteReisejahr: 2018

Inhaltsverzeichnis

Kurze Einleitung

Dieser Artikel handelt von unserem Aufenthalt im Yosemite (Yosemite Valley) im Rahmen des Programms Work & Travel im Jahr 2018 (Juni/Juli). Unsere polnische Vermittlungsagentur war The Best Way. Ich bekomme regelmäßig Fragen zu allen möglichen Themen. Deshalb habe ich beschlossen, alle Infos zu sammeln und in diesem Artikel zusammenzufassen. Natürlich ist alles aus unserer Sicht beschrieben – Stand 2018 (manche Informationen sind vielleicht nicht mehr aktuell). Wenn du dich noch etwas fragst, schreib einen Kommentar unten.

Von der Idee bis zum Abflug

Das Video oben zeigt kurz das ganze Verfahren (alle Schritte), das wir durchlaufen mussten: von dem Moment, in dem die Idee einer gemeinsamen Reise aufkam, bis zum Abflug. Du erfährst, wonach wir den Arbeitsort ausgewählt haben und warum die Wahl gerade auf den Yosemite-Nationalpark fiel. Im Video erzähle ich unter anderem von unseren Kosten, unseren Jobs, dem Hin- und Rückflugdatum, wie das Gespräch in der Botschaft und mit dem Arbeitgeber ablief und warum wir uns für einen Flug ab und nach Berlin entschieden haben.

Fragen & Antworten

Arbeit

Stellen

Yosemite Valley Lodge Half Dome (Curry) Village Big Trees Lodge
Cook's helper Cook's helper Cook's helper
Dishwasher Food service Dishwasher
Houseperson Roomskeeper

Aus dem Angebot von The Best Way erfuhren wir, dass wir bei der Firma Aramark auf fünf möglichen Stellen arbeiten konnten.

Zur Auswahl standen also: Küchenhilfe, Essensausgabe, Reinigung der Gästezimmer, Geschirrspülen und unter anderem Fahren eines Elektrowagens mit Bettwäsche (oder Annahme von Lieferungen).

Man konnte an zwei Standorten arbeiten: Yosemite Valley (Yosemite Valley Lodge oder Half Dome Village) oder in Wawona (Big Trees Lodge).

Das Yosemite Valley (und insbesondere Yosemite Village) ist der Ort, der sowohl Touristen als auch Mitarbeitern am meisten zu bieten hat (mehr dazu unten). Das 40 km südlich gelegene Wawona (22 km Luftlinie) haben wir gar nicht erst in Betracht gezogen – dort gab es außer einem Hotel, Hütten und einem Laden eigentlich nicht viel, und die Wanderwege waren deutlich weniger attraktiv.

Zu diesem Zeitpunkt sollte der Stundenlohn 10,50 $ betragen, unabhängig von der Stelle, und die Unterkunft 40 $ pro Woche kosten.

Arbeitsbeginn/-ende

Der Arbeitgeber erwartete, dass man die Arbeit zwischen dem 1. und 30. Juni beginnt und zwischen dem 15. und 25. September beendet.

Unsere Jobs

Ich (Maciek) habe meistens im „Food Service“ gearbeitet (Curry/Half Dome Village). Ich stand hinter der Theke und gab den Gästen Essen aus (zwei Mahlzeiten – Frühstück und ein Mittag-Abendessen). Außerdem musste ich ausgehendes Essen nachfüllen, Getränke auffüllen, der Küche die aktuellen Bestände melden, Toast/Bagels vorbereiten und putzen – wie in jedem Job. Meistens hatte ich Schichten von etwa 6:45 bis 11:00 und 17:15 bis 21:30. Zum Pavillon in Half Dome Village lief ich 15–20 Minuten – morgens fuhren die Busse noch nicht, und abends fuhr der letzte um 22 Uhr. Es war nicht allzu anstrengend, aber es nervte, dass man früh aufstand und früh schlafen ging. Der Tag war zerstückelt, und man verlor zweimal Zeit für den Weg. Dafür bekamen wir 11 Dollar Bonus für Split Shifts, also geteilte Schichten. Wir hatten 15 Minuten Pause im ersten Teil der Arbeit und 15 Minuten im zweiten (insgesamt eine halbe Stunde).

Nach einem Monat bekam ich auch Schichten als „Porter“. Meine Aufgabe war dann, Müll rauszubringen, Teller von den Tischen abzuräumen, sie zur Spülküche zu bringen, Fenster oder Böden zu putzen usw. Das Gute daran war, dass ich mir die Arbeit selbst einteilen konnte und 8 Stunden am Stück hatte. Standardmäßig eine halbe Stunde Pause. Ich bekam 2 solche Schichten pro Woche. Außerdem hatte ich eintägige Einsätze in der „Ice Corner“ an der Kasse und beim Eisportionieren.

In all diesen Positionen arbeitete ich aber an einem Ort – im Seven Tents Pavilion in Curry/Half Dome Village. Manche, die ebenfalls im „Food Service“ waren, arbeiteten im „Pizza Deck“ oder im „Meadow Grill“, die sich im selben Gebäude befanden. Dazu gehörte auch eine Bar mit Alkohol (Bar 1899).

Patrycja arbeitete im Yosemite Lodge Food Court als „Cook’s helper“. Sie fing frühestens um 11:00 und spätestens um 14:00 an und arbeitete etwa 8/9 Stunden am Tag. Neben der Essensausgabe bereitete sie Hamburger und Pommes zu.

Grundsätzlich arbeiteten wir 5 Tage pro Woche und hatten 2 Tage frei (wir baten um feste, gemeinsame freie Tage). Der Netto-Stundenlohn lag immer über 10 Dollar. Bei mindestens 40 Stunden pro Woche betrug der Lohnscheck über 400 $ pro Woche. Dazu kam, dass man im „Food Service“ / als „Cook’s helper“ sehr oft nach der Schicht Essen mitnehmen konnte (das meiste wurde sowieso weggeworfen) – das sparte eine Menge Geld. Offiziell durfte man während der Arbeit beliebig viele Getränke aus den Zapfanlagen trinken. Wir empfehlen die Arbeit in der Gastronomie im Yosemite!

Miniatura filmu: Pierwsze dni w pracy i wyprawa na „Kanapę” nocą5:41
Video (auf Polnisch): Pierwsze dni w pracy i wyprawa na „Kanapę” nocą

Weitere Stellen

Im Yosemite gab es viele verschiedene Stellen für Saisonarbeiter (auch für Work & Travel), die nicht in unserem Angebot von „The Best Way“ waren, nämlich in: Village Grill, Village Store, Degnan’s Deli, The Ahwahnee (Majestic), Curry Village Gift and Grocery, in den Schwimmbädern, im Fahrrad-/Schlauchbootverleih, auf Campingplätzen oder sogar als Wachmann.

Zweiter (zusätzlicher) Job

Wir haben keinen zweiten/zusätzlichen Job gesucht. Bei fünf Arbeitstagen pro Woche, garantierter Vollzeit und einem zufriedenstellenden Stundenlohn genossen wir lieber den Park.

Ich weiß aber, dass einige einen zweiten Job gesucht haben. Vor allem diejenigen, die sich für die Reise in die Staaten extra Geld geliehen hatten und möglichst viel mit nach Hause bringen wollten. Ab und zu bekamen sie zusätzliche Schichten, aber soweit ich weiß, kamen dabei nicht viele Extrastunden zusammen. Ich würde also eher nicht darauf zählen.

Überstunden

Im Yosemite zählten Stunden über 40 pro Woche als Überstunden und wurden mit 150 % des normalen Stundenlohns bezahlt – dem Arbeitgeber passte das allerdings nicht. Den größten Teil des Aufenthalts machte ich nur wenige davon – einmal schickte mich der Manager aber früher nach Hause, weil ich (ihrer Meinung nach) in der Woche zu viele Stunden gearbeitet hatte.

Trinkgeld

Ob man Trinkgeld bekam, hing von der Stelle ab, aber in den meisten Fällen war es eher unmöglich. An einem Tag, als ich in der Ice/Coffee Corner arbeitete, bekam ich etwa 6 $ Trinkgeld (das gesamte Trinkgeld wurde durch die Zahl der Leute in der Schicht geteilt).

Geld zurücklegen

Wenn du im Yosemite arbeitest, kannst du – selbst wenn man Unterkunft und Verpflegung einrechnet – problemlos genug für eine anschließende Reise durch die Staaten verdienen und sogar noch etwas Geld mit nach Polen nehmen.

UNTERKUNFT

Unterkunft/gemeinsames Zimmer

Ein Mitarbeiter brachte uns ins Büro, erledigte die Formalitäten und teilte uns die Unterkünfte zu (leider hatten wir keinerlei Wahl). Jeder Bereich von Yosemite Village hat sein eigenes Wohnungsbüro. Dass wir gerade bei diesem gelandet waren, wirkte sich darauf aus, wo wir untergebracht wurden.

Patrycja und ich kamen als Paar, erfuhren aber, dass wir keine gemeinsame Unterkunft bekommen würden, zumindest vorerst nicht. Es hieß, nach 2 Wochen oder einem Monat sollte sich das ändern. Auf so eine Situation waren wir aber vorbereitet.

Theoretisch durften sich Personen unterschiedlichen Geschlechts nicht einmal gegenseitig in den Zimmern besuchen. Mit der Zeit verloren die Leute die Geduld und pfiffen auf diese Regeln.

Ein paarmal fragten wir nach einer gemeinsamen Unterkunft, bekamen aber meistens zu hören, dass es eine lange Warteliste gebe.

Miniatura filmu: Pierwszy dzień w Yosemite + Lower Yosemite Fall8:22
Video (auf Polnisch): Pierwszy dzień w Yosemite + Lower Yosemite Fall

Zuteilung der Unterkunft

Eigentlich ist mir die Zuteilung der Unterkünfte immer noch ein Rätsel. Am Anfang bekam man einen Platz, wahrscheinlich vorübergehend, zusammen mit anderen Leuten im Zimmer. Wenn man ihn wechseln wollte, konnte man vor Ort einen Antrag stellen – auf eine bestimmte Art von Unterkunft an einem bestimmten Ort. Leider hatten Mitarbeiter mit längerer Betriebszugehörigkeit im Yosemite und besserer Stelle Vorrang.

Die Unterkünfte wurden nach einem Algorithmus vergeben – wer mehr Punkte hatte, bekam schneller etwas. Jede Stelle brachte eine bestimmte Punktzahl, ebenso die Betriebszugehörigkeit.

Standorte und Wohnbedingungen

Die genaue Liste aller Standorte konnte man im Büro des Arbeitgebers einsehen, wenn man den Antrag auf einen Wohnungswechsel ausfüllte. Unten nenne ich die, in denen ich war und von denen ich sicher weiß, dass es sie gibt.

  • Lost Arrow (nahe Degnan’s Deli) – Wohnheim (Erdgeschoss Männer, Obergeschoss Frauen).
  • Holzhütten bei Lost Arrow – kleine, einfache Hütten mit ein paar Schränken, zwei Betten und Kisten zur Aufbewahrung von Lebensmitteln – zur Toilette musste man ins Wohnheim gehen.
  • Tecoya – nahe Village Grill
  • Wohnheim beim Hotel The Ahwahnee
  • Zelthütten in Curry Village
  • Mehrbettzimmer in Curry Village

Ich (Maciek) wohnte in Tecoya – in einem Apartment mit ein paar Jungs. Das war ein Bereich, in dem die Apartments hauptsächlich für Manager gedacht waren, und nur zwei (darunter unseres) für andere Mitarbeiter. In einem Zimmer standen zwei Etagenbetten (für max. 4 Personen) und ein Tisch, im zweiten zwei Einzelbetten (max. 2 Personen). Wir hatten außerdem eine eigene Küche, ein Bad und eine Ankleide. Ganz in der Nähe waren Waschküche und Trockner. Das waren tolle Bedingungen. Leider wurden diese beiden Apartments noch im selben Jahr (2018) ebenfalls für Manager umgewidmet. In Tecoya gab es außerdem große, zweistöckige Holzhäuser mit vielen Zimmern (in einem davon war das Housing Office) – die Zimmer habe ich nicht von innen gesehen, aber die Toiletten waren auf den Fluren; dafür gab es einen Gemeinschaftsraum mit Fernseher, Büchern, Tisch und Sofas.

Patrycja wohnte im Frauenteil des Wohnheims Lost Arrow (im Obergeschoss, das Erdgeschoss war für Männer). Sie war in einem Zimmer mit drei Etagenbetten (für max. 6 Personen), einfachen Möbeln und einem kleinen Kühlschrank. Außerhalb des Zimmers gab es ein gemeinsames Bad, eine Waschküche und eine Küche, dazu einen Fernsehraum (mit Sofas, Spielen, Büchern).

Die Zelthütten / Kabinen aus Segeltuch (Curry Village) waren dagegen ganz anders gebaut. Sie bestanden aus Holzrahmen, die mit Plane umwickelt und bespannt waren. Darin konnten bis zu vier Personen wohnen. Innen gab es eine Grundausstattung an Möbeln und Strom. Jeder hatte seinen eigenen Schrank, den man mit einem Vorhängeschloss abschließen konnte. Essen wurde draußen in sogenannten „Bear Boxes“ aufbewahrt – Kisten, die ebenfalls mit einem Vorhängeschloss verschlossen wurden. Bäder/Küchen waren gemeinschaftlich, in separaten Gebäuden.

Die Holzhütten (Lost Arrow) wiederum waren ähnlich ausgestattet wie die Zelthütten, mit dem Unterschied, dass sie meist für 1–2 Personen waren und man Bad/Küche im Wohnheim nutzte.

In diesen Bereichen wohnten nur Mitarbeiter, alle anderen durften sich dort nicht aufhalten.

Kosten der Unterkunft

Vor der Abreise sagte uns unsere polnische Agentur, dass die Unterkunft 40 $ pro Woche kosten würde. Vor Ort stellte sich aber heraus, dass es etwa 20–25 $ waren. Die Kosten haben sich im Lauf der Jahre ohnehin verändert. Jetzt (2022) sehe ich, dass sie zwischen 17 und 39 $ pro Woche liegen + 100 $ Kaution. Im Vergleich zu anderen Work-&-Travel-Angeboten ist das wirklich günstig.

Wir hatten (wie viele andere) eine vorübergehende Unterkunft (in unserem Fall für den ganzen Aufenthalt). Deshalb haben wir für unsere Bleibe kein einziges Mal bezahlt. Das ist etwas seltsam, denn manchen wurde trotz vorübergehender Unterkunft nach etwa einem Monat ein gewisser Betrag abgezogen.

Was du mitnehmen solltest

Wir wussten schon vorher, dass der Arbeitgeber uns weder Küchenutensilien noch Bettzeug garantierte, deshalb sollten wir uns selbst darum kümmern. Ein paar Sachen gab es aber in den Gemeinschaftsküchen, und wenn jemand im Housing Office nach einer Decke/Kissen fragte, bekam er sie in der Regel trotzdem.

Internet

Mit dem Internet war es leider ziemlich schwierig – in unserer Unterkunft hatten wir keins. Da wir im Zentrum von Yosemite Village wohnten, war unsere einzige Option das Internet bei Degnan’s Deli, das ohnehin langsam war (ein offenes Netz, auch für Touristen). In dieser Hinsicht war es im Bereich Curry (Half Dome) Village besser. Dort hatten die Häuser mit Mehrbettzimmern eigenes Internet (nicht zu verwechseln mit den Zelthütten), und zusätzlich konnte man es im Wellness Center nutzen (viel schneller).

Waschküche/Trockner

Waschküchen und Trockner waren Selbstbedienung und für Mitarbeiter kostenlos (nur sie hatten Zugang). Es gab aber nur eine begrenzte Zahl von Geräten, deshalb musste man sich in eine Liste eintragen, an welchem Tag und zu welchen Uhrzeiten man sie nutzen wollte. Natürlich kam es oft vor, dass wir spontan eine Wäsche/den Trockner anwarfen, weil zu dieser Zeit niemand reserviert hatte. Waschmittel musste man selbst mitbringen (mehr dazu unten bei Läden/Einkaufen).

Verpflegung

Verpflegung ist nicht inbegriffen. Mitarbeiter bekamen 50 % Rabatt auf Essen in allen Lokalen dort. Gut dran sind Restaurantmitarbeiter, die sich um ihr Essen kaum Sorgen machen müssen. In Curry (Half Dome) Village hatten wir sehr gutes und abwechslungsreiches Essen. Zum Mittag-Abendessen gab es immer mehrere Hauptgerichte zur Auswahl, dazu Gemüse und Reis/Kartoffeln/Nudeln. Nur das Frühstück war eintönig, aber trotzdem gut (Cornflakes, Pfannkuchen, Biscuits, French Toast, Bagels, Fleisch). Bei Patrycja (Yosemite Lodge Food Court) war es ähnlich, aber das Essen war schlechter und die Auswahl kleiner.

Essen kann man außerdem bei Degnan’s Deli/Curry Village Pizza Deck (amerikanisches Essen, u. a. Pizza) und im Village Grill/Meadow Grill (Burger, Pommes). Im Seven Tents Pavilion gibt es außerdem die Ice/Coffee Corner, wo du guten Kaffee und richtig leckeres Eis bekommst.

Erwähnenswert ist, dass man bei Degnan’s Deli kostenlos Wasser nachfüllen kann, an einem Automaten (im Erdgeschoss bei den Toiletten). So wird Plastikflaschenmüll vermieden. Ohnehin achtet man im Sommer an Orten wie Kalifornien besonders darauf, genug zu trinken.

Zu Läden und zum Einkaufen allgemein lies weiter unten.

arbeitgeber

Gespräch mit dem Arbeitgeber vor der Ankunft

Unser Gespräch mit dem Arbeitgeber fand in der zweiten Hälfte des März 2018 statt. Der späte Termin kam uns gelegen, weil wir dann schon den Stundenplan des Sommersemesters kannten.

Das Gespräch ist eine Formsache – eine kurze Einleitung und dann vor allem Konkretes. Es lief über Skype und dauerte nicht länger als 15 Minuten. Dabei ging es um die Stelle und das Ankunftsdatum. Sie fragten nach unseren Wünschen, wo wir arbeiten möchten, und prüften dann, ob die Stelle noch frei war.

Leider spielte – wie sich später herausstellte – die Reihenfolge der Gespräche eine Rolle. Um keine Vorlesungen an der Uni zu verpassen, bat ich darum, uns ans Ende der Warteschlange zu setzen. Dadurch gab es auf meiner (Maciek) bevorzugten Stelle (Houseperson – Yosemite Valley Lodge) keine freien Plätze mehr, und ich bekam meine zweite Wahl (Food Service – Half Dome Village/Curry Village). Schade – das bedeutete, dass nicht alle die gleichen Chancen hatten. Patrycja bekam dagegen ihre erste Wahl (Cook’s helper – Yosemite Valley Lodge).

Was den Ankunftstermin im Yosemite angeht – sie drängten sehr auf eine Ankunft am Donnerstag (13. Juni 2018), aber vor Ort stellte sich heraus, dass die Schulungen eigentlich erst am Montag begannen, wir hätten also locker zwei, drei Tage später kommen können. Letztlich war es gut so, denn wir hatten ein paar Tage zum Eingewöhnen und Erkunden.

Infos von der Personalabteilung

Vieles musste man selbst herausfinden, denn im HR-Büro sagte man nicht alles, nicht einmal wichtige Dinge, etwa wo das Lager mit den Arbeitsuniformen ist oder, sagen wir, die Termine der Schulungen. Wir kannten nicht einmal unseren Dienstplan. Man muss dazu sagen, dass dort in der Saison ein ziemliches Chaos herrscht, weil sehr viele Mitarbeiter auf einmal ankommen. Kurz gesagt – die Personalabteilung war mäßig organisiert, aber das störte nicht, weil wir nicht oft mit ihr zu tun hatten.

Schulungen vor Arbeitsbeginn

Die Schulungen waren für alle neuen Mitarbeiter Pflicht. Sie dauerten zwei Tage, insgesamt etwa 3 Stunden. Zuerst erzählte man uns allgemein vom Park und von der Sicherheit, am nächsten Tag konkret von unseren Stellen. Am Ende schrieben wir einen Test, bei dem geprüft wurde, wie viel wir von den neuen Infos behalten hatten. Natürlich war er nicht schwer und wir bestanden ihn beim ersten Mal (wer durchfiel, konnte ihn wiederholen).

Patrycja fing schon am Mittwoch an (am Tag nach den Schulungen), ich am Donnerstag. Niemand sagte uns, wo wir unseren Dienstplan erfahren, also fuhren wir direkt zu unseren Managern. Wir wussten nicht einmal, an welchem Tag wir anfangen, und verloren unnötig Zeit mit der Anfahrt.

Die Infos zu den Schulungen wurden nicht an alle Mitarbeiter auf die gleiche Weise weitergegeben, deshalb fand sie für einen Teil der Leute im HR-Büro statt, während die meisten woanders waren (Cliff/Mountain Room in der Yosemite Valley Lodge).

Mitarbeiterrabatte

Offiziell hatten wir 50 % Rabatt in jedem gastronomischen Betrieb und auf manche Aktivitäten wie Rafting. Außerdem 10 % Rabatt in den Läden (ausgenommen alkoholische Getränke). Schwimmbäder, Fitness und Yoga waren für Mitarbeiter dagegen kostenlos.

Wer in der Gastronomie arbeitete, aß inoffiziell oft kostenlos (z. B. in der Pause). Die Manager wiesen aber ab und zu darauf hin und ermahnten, das zu lassen. Trotzdem machten uns die Kollegen von der Pizzastation gern eine Pizza – für die Pause oder zum Mitnehmen nach der Arbeit.

yosemite

Kurz-Info

Das Gebiet des heutigen Yosemite war schon vor 3500 Jahren von Ureinwohnern besiedelt. Im 19. Jahrhundert gewannen mit dem Goldrausch amerikanische Siedler immer mehr Einfluss in der Gegend. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es schließlich bereits einen Nationalpark, verbunden mit einem Indianerreservat.

Jedes Jahr besuchen 3–4 Millionen Touristen den Park. Die Höhen reichen von 648 bis 3997 m ü. M. Seine Fläche beträgt 3030 km².

Yosemite ist weltweit bekannt für seine Granitklippen, Wasserfälle, klaren Bäche, riesigen ‎‎Mammutbaumhaine,‎‎ Seen, Berge, Wiesen, Gletscher und ‎‎seine Artenvielfalt.‎‎ Fast 95 % des Parks sind als ‎‎Wildnis ausgewiesen.‎‎

Orte im Yosemite

Die nächsten größeren Orte vom Yosemite Valley aus sind Mariposa (70 km) und Oakhurst (80 km). Etwas größer ist Sonora (120 km), und Fresno (150 km) ist die größte Stadt der Gegend.

Außer dem Yosemite Valley in der Mitte und Wawona im Süden liegen im Osten die Toulumne Meadows und im Nordwesten Hetch Hetchy.

Beliebte Wanderungen im Yosemite Valley führen zu den Wasserfällen Vernal, Nevada, Yosemite (unterer und oberer Teil) und Bridalveil; zu den Aussichtspunkten Glacier Point und Tunnel View; auf die Gipfel North Dome, Half Dome, Sentinel Dome, Eagle Peak, Taft Point und Clouds Rest; zum See Mirror Lake; oder ein Spaziergang im Flachen (Yosemite Valley Loop Trail).

Yosemite Village – das Herz des Yosemite

Wir wohnten mitten im Herzen des Yosemite – in Yosemite Village. Wir hatten nur ein paar Minuten zum Village Store, Village Grill und zu Degnan’s Deli. In der Nähe war auch eine Haltestelle der grünen Linie des Valley Shuttle (Yosemite Village – Nummer 2/10). In der Umgebung gab es außerdem die Touristeninformation, das Besucherzentrum, ein Museum,  die Post und einen alten Friedhof. Gute Verbindung nach Curry (Half Dome) Village und zur Yosemite Valley Lodge – mit dem Bus ein paar Minuten, zu Fuß bis zu 20 Minuten. Es war nicht weit zum Fluss (Merced), zum unteren Teil des Yosemite-Wasserfalls oder zur Kapelle (Yosemite Valley Chapel).

Wilde Natur

Dort begegnet man vielen Wildtieren – Schwarzbären, Wapitis, Grauhörnchen, Füchsen, Sumpfschildkröten, Eidechsen, Fledermäusen und sogar Waschbären, Mardern oder dem Diademhäher. Es ist auch ein Gebiet mit Klapperschlangen und Berglöwen (Pumas), aber zum Glück sind wir ihnen nicht begegnet.

Häufige Bäume im Yosemite sind unter anderem Mammutbäume, Kalifornische Schwarzeichen und Kiefern (Weymouth-, Wald- und Jeffrey-Kiefer).

Yosemite ist berühmt für seine Granitfelsformationen, eine Art magmatisches Gestein. Es gibt dort auch viele Wasserfälle, die etwa bis zur Mitte der Sommerferien „funktionieren“  – danach fehlt das Wasser.

Bären haben wir ein paarmal gesehen: am Mirror Lake (er versteckte sich hinter einem Baum), auf dem Weg zur Arbeit (die Parkranger baten, nicht näher heranzugehen) und auf einem Baum direkt an der Straße, wo einer sich mit Äpfeln vollstopfte – Touristen hielten ihre Autos an und blockierten den Verkehr.

Was tun in der Freizeit?

Neben vielen Bergwanderungen kannst du raften gehen, ins Schwimmbad, ein Fahrrad leihen, grillen, ins Museum gehen, im TV-Raum abhängen oder im Wellness Center trainieren.

Bis zum Arbeitsbeginn hatten wir fast eine Woche, also zogen wir gleich los: am ersten Tag der untere Teil des Yosemite-Wasserfalls (Lower Yosemite Fall), das Parkmuseum, das Indianerdorf und der Friedhof aus dem 19. Jahrhundert (das Baden im Fluss fiel aus – das Wasser war eiskalt). Es lohnt sich auch, zur Sentinel Bridge zu gehen, mit einem herrlichen Blick auf den Half Dome, und zur Yosemite Valley Chapel von 1879 – dem ältesten und einzigen erhaltenen Gebäude des alten Dorfs Yosemite. Die Wanderwege, die wir gegangen sind (insgesamt ca. 70 km), beschreibe ich im Beitrag Yosemite – Wanderwege und Aussichtspunkte.

Läden/Einkaufen

In Yosemite Village gibt es einen Hauptladen – den Village Store. Dort findest du wahrscheinlich das meiste, was du suchst – es gibt eine große Auswahl an Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Souvenirs. Während viele Lebensmittel in Nationalparks teuer sind, war Bier dort günstig, sogar im Vergleich zu billigeren Läden.

Ein ähnlicher, aber deutlich kleinerer Laden ist Curry Village Gift and Grocery. Wenn du nur Brot, ein paar Snacks und etwas zu trinken kaufen willst, geh ins Erdgeschoss von Degnan’s Deli. Bergausrüstung findest du im Mountain Shop at Curry Village.

Man kann zu einem Laden mit günstigeren Lebensmitteln fahren, indem man sich im Wellness Center für eine kostenlose Fahrt mit dem Mitarbeiterbus einträgt. Man muss allerdings tüfteln, um das mit dem Dienstplan abzustimmen. Anfangs hatten wir uns eingetragen, mussten aber absagen (die Arbeit fiel genau auf diesen Tag). Später brauchten wir so eine Fahrt nicht mehr.

Genutzt haben wir dagegen die Möglichkeit, bei Walmart zu bestellen, dem bekanntesten Supermarkt in den Staaten. Leider war nur ein Teil der Produkte lieferbar. So besorgten wir uns einen Vorrat an Haferflocken, Apfelsaft, Waschmittel-Pods und sogar eine Frühstücksschüssel. Da wir zu mehreren bestellten, kostete uns die Lieferung nur wenig. Geliefert wurde ins Wellness Center.

Wellness Center

Ich habe diesen Ort ein paarmal erwähnt, also sollte ich erklären, was das ist. Aus dem Englischen übersetzt wäre es ein „Wellnesszentrum“, aber ich würde sagen, es ist ein Zentrum für Mitarbeiter. Neben einem Fitnessraum und einem Yogaraum gibt es auch einen Computerraum. Man kann auch Bücher und Filme ausleihen, sich für Veranstaltungen für Mitarbeiter anmelden und Pakete abholen. Es liegt in der Sierra Cir in Curry Village.

Wo trinkt man ein Bier?

Eigentlich überall. Man kann an den Fluss gehen oder sogar in eine Bar (z. B. in Curry Village). Es gibt viele Picknicktische, und die Mitarbeiter grillten regelmäßig (an solchen Orten ist Biertrinken im Freien auf jeden Fall erlaubt).

Wiederhergestellte historische Namen

Als wir ankamen, hießen manche Orte im Yosemite anders als heute – später bekamen sie ihre historischen Namen zurück (z. B. heißt „Half Dome Village“ jetzt wieder „Curry Village“ und „The Majestic Hotel“ wieder „The Ahwahnee“).

Miniatura filmu: O meczu, kaplicy, powodziach, pracy i zakupach5:57
Video (auf Polnisch): O meczu, kaplicy, powodziach, pracy i zakupach

TRANSPORT

Flüge

Die Flugtickets kauften wir drei Monate vor dem Abflug (nach dem Gespräch mit dem Arbeitgeber). Um ins Yosemite zu kommen, fliegt man am besten nach Los Angeles (LAX) oder San Francisco (SFO). Für uns war es aber praktischer, von Berlin nach LAX zu fliegen.

Für ein Ticket mit Hand- und Aufgabegepäck zahlten wir etwa 350 € pro Person. Zuerst flogen wir 1,5 Stunden nach Stockholm, wo wir 2,5 Stunden zum Umsteigen hatten, und dann 11 Stunden nach Los Angeles. Schade, dass wir keine Fensterplätze hatten und Grönland nicht bewundern konnten.

Anreise zum Park

Rechtzeitig kauften wir auch Tickets für die Fahrt von Los Angeles ins Yosemite (310 Meilen ~ 500 km). Wir nutzten die Seite Wanderu (hier klicken) – der Anbieter war Amtrak. Wir fuhren am 13. Juni morgens los (gegen 9:00). Im Yosemite Valley waren wir gegen 20:00. Die Verbindung war ziemlich lang – 10/11 Stunden mit zweimal Umsteigen – in Bakersfield vom Bus in den Zug und in Merced vom Zug in den Bus (auf jeden mussten wir warten). So ein Ticket kostete etwa 50 € (60 $) pro Person.

Die erste Nacht in Los Angeles verbrachten wir dank Couchsurfing kostenlos – unser Gastgeber Joe hat uns gut bewirtet und uns am Morgen zur Haltestelle gefahren, an der unsere Reise ins Yosemite begann.

Miniatura filmu: Z Europy do Parku Narodowego Yosemite4:17
Video (auf Polnisch): Z Europy do Parku Narodowego Yosemite

... und jetzt?

Wir stiegen im Zentrum von Yosemite Village aus (am Yosemite Valley Visitor Center). Wir machten den Fehler, den Arbeitgeber nicht vorher über unsere Ankunftszeit zu informieren, aber auch sie hatten uns nicht gesagt, wohin wir gehen sollten. Wir dachten, wir gehen einfach zur Adresse aus dem Vertrag (9001 Village Drive Yosemite National Park CA 95389) und alles ist gut. Nicht ganz, denn unter dieser Adresse läuft eigentlich ein großes Gelände und nicht ein bestimmtes Gebäude. Wenn du diese Variante wählst, sprich dich unbedingt vorher mit dem Arbeitgeber ab. Um diese Uhrzeit war schon alles geschlossen. Am Ende landeten wir beim Büro der Parkranger (Park Rangers). Wir erklärten die Lage, sie telefonierten herum, und ein Mann aus der Wohnungsverwaltung (Housing Office) holte uns ab.

Kostenlose Busse – der Shuttlebus

Im Park fahren drei Linien kostenloser Busse – Shuttles. Sie fahren je nach Tageszeit alle 10–20 Minuten.

Die Strecke der ganzjährigen grünen Linie (Valley Shuttle) umfasst 21 Haltestellen an den wichtigsten Orten in Yosemite Village – der Bus fährt eine große Schleife und hält deshalb auf einer Runde an manchen Stellen zweimal.  Der Bus bringt dich auch zum Start vieler Wanderwege. Er fährt von 7:00 bis 22:00, deshalb ging ich zur Schicht um 6:45 zu Fuß zur Arbeit. Umso besser – immer gut 20 Minuten mehr Bewegung. Wissenswertes – wenn im Bus kein Platz mehr war (er konnte nicht alle Touristen von der Haltestelle mitnehmen), durften Mitarbeiter zuerst einsteigen (der Fahrer erkannte die Mitarbeiter-T-Shirts).

Die lila Linie (El Capitan Shuttle) fährt nur im Sommer und hat nur wenige Haltestellen. Mit ihr kommst du unter anderem zum sehr bekannten El Capitan (ein Paradies für Kletterer) und zum Start des Four Mile Trail (zum Glacier Point).

Die orange Linie (Express Shuttle) bringt dich nur vom Visitor Parking zum Valley Visitor Center – ihren Sinn verstehe ich nicht ganz, denn die beiden Punkte liegen ziemlich nah beieinander (es sei denn, es geht darum, zur ersten Haltestelle des El Capitan Shuttle zu kommen).

Mapa darmowych busów (shuttle) w dolinie Yosemite

naturkatastrophen

Brand- und Hochwassergefahr

Denk daran, dass es in Kalifornien regelmäßig zu Waldbränden kommt – im Yosemite ist das nicht anders (in den letzten Jahren hat es dort mehrmals gebrannt). Wir haben 2018 den Brand Ferguson Fire erlebt – darüber schreibe ich im Beitrag Evakuierung aus dem Yosemite.

Es kann auch Hochwasser geben (das Jahrhunderthochwasser im Januar 1997 – das Wasser stand stellenweise über 1,5 m hoch, der Schaden wurde auf 178 Mio. Dollar geschätzt). Im Sommer 2018 wurden auf den Campingplätzen einige Zelte etwas unterspült.

Natürlich wird dich niemand warnen, dass Naturkatastrophen möglich sind, um dich nicht von der Arbeit dort abzuschrecken.

Der Brand, den wir erlebt haben

Am 13. Juli 2018 brach etwa 30 km südwestlich von Yosemite Village das Ferguson Fire aus. Drei Wochen lang lag Rauch über dem Tal, am 25. Juli wurde der Park für Touristen geschlossen und am 3. August die Evakuierung angeordnet – durch ein Missverständnis blieb ich fast allein im leeren Park zurück und fuhr erst am nächsten Tag in einem Konvoi an brennenden Bäumen vorbei hinaus. Nach der Notunterkunft des Roten Kreuzes bei Mariposa wohnten wir fast eine Woche bei der Familie von Kevin, einem Arbeitskollegen, bei Modesto. Die ganze Geschichte, mit Videos aus meinem Vlog aus diesen Tagen, erzähle ich in einem eigenen Beitrag: Evakuierung aus dem Yosemite – wie ein Waldbrand unser Work & Travel verändert hat.

Suche nach einem neuen Job

Ins Yosemite wollten wir nicht zurück – die Lage war zu unsicher, und ohne Arbeit waren wir insgesamt 2–3 Wochen. Nach langen Verhandlungen mit dem amerikanischen Sponsor des Programms (CIEE) bekamen wir Jobs im Grand-Teton-Nationalpark in Wyoming, und der Sponsor bezahlte uns die Flüge; andere kamen unter anderem nach Florida, Colorado und Alaska, ein Teil blieb im Yosemite. Wie die Verhandlungen liefen (mit dem ersten Angebot aus Mesa Verde), beschreibe ich im Beitrag über die Evakuierung aus dem Yosemite, wie es weiterging – im Beitrag über den Grand-Teton-Nationalpark.

SONSTIGES

Kosten

Bei manchen Agenturen fallen keine zusätzlichen Kosten an, dafür bekommt man vor Ort in den Staaten einen niedrigeren Stundenlohn.

Gebühren:

  • Anmeldegebühr – etwa 210 € (etwa 175 € mit Rabatt)
  • Programm mit der Option FULL PLACEMENT – Gegenwert von 1010 $
  • Visum – Gegenwert von 160 $
  • Flug von Berlin nach Los Angeles (mit Gepäck) – etwa 350 €
  • Visumfotos, Fahrt nach Warschau, Fahrt nach Berlin – etwa 45 €

Besuch in der Botschaft (Warschau)

Unseren Termin in der US-Botschaft in Warschau bekamen wir für den 9. Mai. Vorher erfuhren wir, welche Dokumente genau mitzubringen sind. Unter anderem durfte man kein Handy mitnehmen – das ließen wir zusammen mit anderen Sachen in der Schokoladenstube E.Wedel (ul. Piękna 18) zur Aufbewahrung.

Das Gespräch mit dem Konsul selbst war ziemlich einfach. Er fragte nach meinem Studium, dem Arbeitsplatz bei Work & Travel, wie ich den Job im Yosemite bekommen hatte und nach meinem Plan, die Staaten zu erkunden.

Ausflüge außerhalb des Yosemite während der Arbeit

Während der Arbeit im Yosemite waren wir außerhalb des Parks in San Francisco und Sacramento (nur weil es brannte – siehe Evakuierung aus dem Yosemite), in Los Angeles dagegen gar nicht. Die ganze einwöchige Runde vom Yosemite über San Francisco und Sacramento zurück in den Park (916 km) haben wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Das ist zu weit, und bei 5 Arbeitstagen pro Woche hat man dafür keine Zeit. Außerdem hat das Yosemite so viel zu bieten, dass 3 Monate zu wenig sind, um den ganzen Park kennenzulernen.

Andere Mitarbeiter

Die Kollegen waren sehr in Ordnung – mit einigen haben wir bis heute Kontakt. Natürlich gibt es immer jemanden, mit dem man nicht klarkommt, aber über das Team von 2018 können wir uns nicht beklagen. Polen gab es nur wenige, große nationale Gruppen im Work-&-Travel-Programm waren Rumänen, Spanier und Türken.

SSN/Bank

Wenn du zum ersten Mal bei Work & Travel bist, bringt dich der Arbeitgeber eines Tages nach Fresno, um eine Social Security Number (SSN) zu beantragen, also eine Sozialversicherungsnummer. Sie ist ein wichtiges Dokument in den Vereinigten Staaten.

Es gibt auch eine Fahrt, um ein amerikanisches Bankkonto zu eröffnen – da du deinen Lohn als Scheck bekommst, kannst du das Geld erst nutzen, wenn du die Schecks eingezahlt hast. Vor der Rückkehr nach Polen hebst du am besten alles ab und schließt das Konto.

Ein Park in Kalifornien und Marihuana

Viele denken nicht darüber nach, aber jedes Mal, wenn du einen Nationalpark betrittst, verlässt du den Bundesstaat und stehst auf Land, das von der Bundesregierung kontrolliert wird.‎ ‎Deshalb gilt in Nationalparks Bundesrecht. Das bedeutet, ‎‎dass dort das Recht des Bundesstaats nicht gilt.‎‎ Auch wenn also zum Beispiel der Freizeitkonsum, der Besitz und der Verkauf von Cannabis ‎‎nach kalifornischem Recht legal sind, gilt das nicht im Yosemite-Nationalpark.‎

‎Und da die Bundesregierung Marihuana immer noch als illegale Substanz betrachtet, auf einer Stufe mit Heroin und Ecstasy, ist es ein Gesetzesverstoß, es in einen Nationalpark mitzunehmen.‎

Kurzes Fazit

Der Park ist großartig! Wegen der tollen Wanderwege, des guten Verdiensts, der minimalen Kosten für die Unterkunft und weil man nichts für Verpflegung zahlen muss, aber auch wegen der allgemein guten Arbeitsbedingungen und der netten Atmosphäre empfehle ich das Angebot im Yosemite ganz besonders. Dieser Ort hat uns von allen in den ganzen Vereinigten Staaten am besten gefallen!

Schade nur um den Brand. Vor allem solltest du wissen, dass es in Kalifornien jedes Jahr brennt und es deshalb passieren kann, dass der Park wegen eines Feuers vorübergehend geschlossen oder sogar evakuiert wird! Uns hat die Evakuierung zumindest eine Lektion erteilt – wichtige Entscheidungen zu treffen und mit Stresssituationen umzugehen.

Wie ich am Anfang geschrieben habe – wenn du noch Fragen hast, schreib sie in die Kommentare. Eine nützliche Infogruppe auf Facebook ist Work and Travel USA .info PL.

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