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Ort: Europa  MaltaReisejahr: 2020

Ende Oktober 2020 haben wir eine Woche auf Malta verbracht – es war die letzte Auslandsreise in diesem intensiven Reisejahr und das zweite Mal in diesem Jahr ganz im Süden Europas, direkt vor Afrika. Malta ist ein kleines Land, dessen Fläche kleiner als Warschau ist. Es besteht aus drei Hauptinseln: Die größte, Malta, ist etwa 27 km lang und knapp 15 km breit, Gozo ist fast viermal kleiner, und Comino macht kaum mehr als ein Prozent der Fläche der Hauptinsel aus.

Trotz seiner geringen Größe ist Malta außergewöhnlich reich an Sehenswürdigkeiten. Seine Geschichte reicht mehr als 7000 Jahre zurück – die megalithischen Tempel sind älter als die ägyptischen Pyramiden und gehören zu den ältesten freistehenden Bauwerken der Welt, und die Hauptstadt Valletta, UNESCO-Welterbe, ist einer der Orte mit der größten Dichte an Baudenkmälern weltweit. Dazu kommen Grotten mit blauem Wasser, Klippen, schöne Strände, Katakomben, Zitadellen, Salinen, Fischerdörfer und Drehorte von „Game of Thrones“. Hier unser Plan Tag für Tag (vom 22. bis 29. Oktober) und praktische Informationen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Tag 1: Ankunft auf Malta
  2. Tag 2: der Süden Maltas – die Tempel Mnajdra und Ħaġar Qim, die Blaue Grotte, Marsaxlokk
  3. Tag 3: Rabat, die Paulus-Katakomben, Mdina und die Dingli-Klippen
  4. Tag 4: die Westküste – Strände und der Weg zum Popeye Village
  5. Tag 5: die Insel Comino
  6. Tage 6–7: die Insel Gozo
  7. Tag 8: Valletta
  8. Praktische Informationen

Tag 1: Ankunft auf Malta

Der erste Tag ging für den Flug aus Berlin drauf. Bei der Ankunft wurde uns, wie 2020 üblich, beim Verlassen des Flugzeugs die Temperatur gemessen – bei Fieber hätte man einen Test machen und auf das Ergebnis warten müssen. Paradoxerweise ließ es sich gerade wegen der Pandemie problemlos besichtigen: Es gab nur wenige Touristen, weil damals kaum jemand irgendwohin reiste.

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Tag 2: der Süden Maltas – die Tempel Mnajdra und Ħaġar Qim, die Blaue Grotte, Marsaxlokk

Am zweiten Tag fuhren wir den Süden der Insel ab: zuerst die prähistorischen Tempel am Meer, dann die Klippen mit der Blauen Grotte und zum Schluss das Fischerdorf Marsaxlokk.

Die Megalithtempel Mnajdra und Ħaġar Qim

Wir begannen mit der ältesten Geschichte der Insel. Mnajdra und Ħaġar Qim sind zwei prähistorische Tempelanlagen, die wenige hundert Meter voneinander entfernt über der Südküste liegen – die am besten erhaltenen Bauwerke dieser Art auf Malta. Heute schützt ein riesiges Schutzdach die Steinblöcke von oben. Das Kombiticket kostete uns 10 Euro (Stand Oktober 2020); im Winter ist die Anlage von Donnerstag bis Sonntag von 10:00 bis 16:30 Uhr geöffnet.

Die Blaue Grotte

Nicht weit von den Tempeln liegt die Blaue Grotte (Blue Grotto) – ein Komplex malerischer Höhlen in den Klippen. Am besten sieht man sie aus der Nähe vom Boot aus: Eine 20-⁠minütige Fahrt kostet 8 Euro pro Person. Im Winter fahren die Boote von 9:00 bis 15:30 Uhr, im Sommer bis 17:00 Uhr.

Marsaxlokk

Marsaxlokk ist ein Fischerdorf mit einem Hafen voller bunter Luzzu-Boote – mit einem auf den Bug gemalten Auge, das der Tradition nach die Fischer beschützt. In der Nähe gibt es außerdem das natürliche Felsbecken St. Peter’s Pool, und im benachbarten Marsaskala – am Hafen – Salzpfannen, die man über eine breite Uferpromenade und ein paar Stufen leicht erreicht.

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Tag 3: Rabat, die Paulus-Katakomben, Mdina und die Dingli-Klippen

Am dritten Tag ging es ins Landesinnere: nach Rabat mit den Paulus-Katakomben, in die ehemalige Hauptstadt Mdina und zum Abschluss des Tages zu den Dingli-Klippen.

Rabat

Rabat ist eine Kleinstadt direkt vor den Mauern von Mdina. Unseren Spaziergang begannen wir an der kleinen Kirche St. Cataldus, danach schlenderten wir durch enge Gassen mit den typischen bunten maltesischen Balkonen. Die wichtigste Kirche Rabats ist die barocke Pfarrkirche St. Paul.

Die Paulus-Katakomben

In Rabat liegen auch die Paulus-Katakomben (St Paul’s Catacombs) – ein sehr gut erhaltenes Labyrinth unterirdischer, in den Fels gehauener Grabkammern. Sie sind täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, der Eintritt kostete 5 Euro (Stand Oktober 2020). Man kann auch die nahen Agatha-Katakomben besichtigen – wir haben uns, nach den Bewertungen im Internet, nur für die Paulus-Katakomben entschieden.

Mdina

Mdina, die ehemalige Hauptstadt der Insel, ist eine reizvolle, von Mauern umgebene mittelalterliche Stadt, die „stille Stadt“ genannt wird – Autos gibt es hier kaum, dafür enge, verwinkelte Gassen. Am Stadttor wurden Szenen der ersten Staffel von „Game of Thrones“ gedreht. Wir haben Mdina in ein paar Stunden besichtigt, Museumsfans sollten aber einen ganzen Tag einplanen.

Die Dingli-Klippen

Den Tag beendeten wir an den Dingli-Klippen – dem höchstgelegenen Punkt an Maltas Küste, mit einem herrlichen Blick auf die Steilwände, die direkt ins Meer abfallen. Nimm etwas Langärmeliges mit, denn – wie an Klippen üblich – weht hier ein unglaublicher Wind.

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Tag 4: die Westküste – Strände und der Weg zum Popeye Village

Der vierte Tag gehörte den Stränden und Klippen der Westküste. Die Erholung am Strand verbanden wir mit einem Wanderweg entlang der Küste, von dem sich immer wieder Ausblicke auf Klippen und Buchten öffneten. Morgens begannen wir an den Lehmklippen (Clay Cliffs) – weiche, graue Hänge, die direkt ins türkise Wasser abfallen.

Gnejna Bay, Riviera Beach und Golden Bay

Das sind einige der schönsten Strände an dieser Küste, und an jedem lohnt sich ein Halt. Gnejna Bay ist ein ruhiger, unbebauter Strand, an dem es aber Buden mit Essen und Getränken sowie Toiletten gibt. Zur Riviera Beach in der Bucht Għajn Tuffieħa steigst du über eine lange Treppe von der Klippe hinunter; dort kann man Wassersportausrüstung leihen und in einer Bar sitzen.

Beliebter ist die benachbarte Golden Bay – mit einem Café-Restaurant, Liegen- und Sonnenschirmverleih und einer großen Auswahl an Wassersportausrüstung.

Weiter führt der Weg über ein felsiges Plateau über dem Meer, vorbei am ehemaligen Beobachtungsposten Rock Cut Observation Post. Unterwegs sonnte sich auf einer Mauer am Weg ein Chamäleon.

Popeye Village

Wir beendeten die Wanderung über der Anchor Bay, wo das Popeye Village steht – ein Dorf, das für den Film „Popeye“ aus dem Jahr 1980 gebaut wurde und heute ein Freizeitpark ist. Man kann es von innen besichtigen oder von der Klippe auf der anderen Seite der Bucht bewundern. Wegen unseres straffen Plans mussten wir uns mit einem Foto vom Aussichtspunkt begnügen – hätten wir auch nur einen Tag mehr gehabt, wären wir bestimmt hineingegangen.

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Tag 5: die Insel Comino

Comino hat einen ganz anderen Charakter als die beiden größeren Inseln – dauerhaft wohnt hier fast niemand, es gibt nur ein Hotel und zwei Campingplätze. Die Hauptattraktionen sind Orte zum Entspannen, vor allem die Blaue Lagune – das Aushängeschild von Comino und für viele sogar von ganz Malta. Normalerweise kommen hier Massen von Touristen an; wir hatten kein Problem, an einem Mini-Strand einen Platz zu finden. Mehr über diesen Tag – die Blaue Lagune, die Crystal Lagoon und den St.-Marien-Turm – in einem eigenen Beitrag: Malta: die Insel Comino – Blaue Lagune und Crystal Lagoon.

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Tage 6–7: die Insel Gozo

Gozo ist die zweitgrößte Insel Maltas – gewissermaßen eine kleinere, ruhigere Version der Hauptinsel, mit vielen Baudenkmälern und sehenswerten Orten. Wir verbrachten hier zwei Tage. Am ersten schauten wir in Xewkija vorbei, wo die Rotunde Johannes des Täufers steht – eine Kirche mit einer riesigen, weithin sichtbaren Kuppel.

Victoria und die Zitadelle

Am zweiten Tag begannen wir in der Inselhauptstadt Victoria (auf Maltesisch Rabat). Über der Stadt thront die Zitadelle mit der Kathedrale Mariä Himmelfahrt; von ihren Mauern sieht man fast die ganze Insel.

Die Klippen in der Dwejra-Bucht

An der Westküste, in der Dwejra-Bucht, brachen sich gewaltige Wellen an den Klippen. Hier stand bis 2017 das berühmte Azure Window – ein Felsbogen, der bei einem Sturm eingestürzt ist; geblieben sind die Klippen, das Inland Sea und der Fungus Rock.

Die Salinen an der Xwejni-Bucht

Im Norden der Insel, an der Xwejni-Bucht, ziehen sich rechteckige, in den Fels gehauene Salinen am Ufer entlang – hier wird seit Hunderten von Jahren Salz aus Meerwasser gewonnen. An diesem Tag war es sehr windig: Die Wellen schwappten über die Felsen, und über den Klippen erschien ein Regenbogen.

Auf Gozo lohnen sich außerdem: die Dwejra-Bucht mit dem Inland Sea, die Klippen Ta’ Ċenċ und Sanap, die Kirche Ta’ Pinu, die Windmühle Ta’ Kola und die Megalithtempel von Ġgantija. Für die Besichtigung der Insel allein reicht ein Tag, wenn du aber auch Museen besuchen willst, kann das zu wenig sein.

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Tag 8: Valletta

Den letzten Tag verbrachten wir in der Hauptstadt. Valletta gehört zum UNESCO-Welterbe – eine winzige Stadt mit einer enormen Zahl an Sehenswürdigkeiten. Die meisten liegen nah beieinander und lassen sich bei einem Spaziergang über die Hauptstraße und die zum Meer abfallenden Querstraßen anschauen.

  • Stadttor (City Gate) – der Haupteingang nach Valletta; direkt davor steht der Tritonenbrunnen mit drei Tritonen – in der griechischen und römischen Mythologie Wesen, halb Mensch, halb Fisch.
  • Pjazza Teatru Rjal – ein Freilufttheater an der Stelle des früheren Königlichen Opernhauses aus dem 19. Jahrhundert, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Das auf seinen Ruinen errichtete Theater symbolisiert den Heldenmut der Malteser im Krieg.
  • Nationales Archäologiemuseum – Funde aus Malta von der Jungsteinzeit (um 5000 v. Chr.) bis zur phönizischen Zeit.
  • Ko-Kathedrale St. John – eine Barockkirche mit Werken von Caravaggio und Mattia Preti; das Eintrittsticket kostet 15 Euro.
  • Anglikanische Pro-Kathedrale St. Paul – eine Kirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts; ihr etwa 60 Meter hoher Turm ist einer der markantesten Punkte der Skyline von Valletta (zu sehen auf dem Foto am Anfang des Beitrags).
  • Platz der Republik – mit dem Denkmal für Königin Victoria und der Nationalbibliothek Maltas.
  • Großmeisterpalast – eines der ersten Gebäude Vallettas, aus der Zeit des Johanniterordens; heute Sitz des Präsidenten von Malta. Davor liegt der St.-Georgs-Platz mit Cafés und dem Gebäude der Main Guard (Guardia della Piazza) von 1603.
  • Upper Barrakka Gardens – ein Park mit Blick auf Maltas „Drei Städte“: Birgu, Senglea und Cospicua. Auf der unteren Terrasse, der Saluting Battery, findet täglich um 12:00 und 16:00 Uhr eine Zeremonie mit Kanonenschuss statt. In der Nähe erinnert eine Gedenktafel an den polnischen Zerstörer ORP Kujawiak, der 1942 vor der Küste Maltas sank.
  • Lower Barrakka Gardens – ein kleinerer, ruhiger Garten mit einem Denkmal für Alexander Ball in Form eines griechischen Tempels.
  • Fort St. Elmo – eines der wichtigsten Forts des Malteserordens, an der Einfahrt zum Grand Harbour; es spielte während der Großen Belagerung Maltas 1565 eine wichtige Rolle.

Zum Abschluss lohnt sich eine Fährfahrt von Valletta nach Sliema – vom Wasser aus sieht man das Panorama der Hauptstadt am besten (Foto am Anfang des Beitrags). Die Fahrt ist in der Tallinja-Explore-Karte nicht enthalten, in Explore Plus dagegen schon. Das Ticket kaufst du bar beim Einsteigen: 1,50 Euro für eine Strecke oder 2,80 Euro hin und zurück (Stand Oktober 2020).

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Praktische Informationen

  • Wie viel Zeit? Für alle drei Inseln reichen etwa 7 Tage; wenn du auch am Strand liegen willst, verlängere den Aufenthalt um ein paar Tage. Unser Plan war straff, und wir haben nicht alles geschafft.
  • Wann hinfahren? Malta ist fast zu jeder Jahreszeit ein gutes Reiseziel. Ende Oktober hatten wir 20–24 °C – an einem Tag regnete es ein wenig, an zwei Tagen war es sehr windig, aber ansonsten liefen wir bis zum Abend im T-Shirt herum. Wir sind sogar ein bisschen im Meer geschwommen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei etwa 23 °C am Tag und 16 °C in der Nacht. Juli und August sollen kaum auszuhalten sein – zum Baden ist der Sommer am besten, für Besichtigungen und Wanderungen Frühling, Herbst und Winter (im Frühling und Herbst kann man noch gut im Meer schwimmen). Im Herbst sind die Tage kurz, und nach der Zeitumstellung geht die Sonne früh unter – man muss früh aufstehen, um alles zu sehen.
  • Sprache und Währung – Maltesisch ist mit dem Arabischen verwandt und hat viele Lehnwörter aus dem Italienischen und Englischen. Englisch ist die zweite Amtssprache, denn bis zur Unabhängigkeit 1964 war Malta eine britische Kolonie – daher der Linksverkehr und die Telefonzellen, die aussehen wie direkt aus London. Die allermeisten Einwohner sprechen Englisch (auch wenn wir es geschafft haben, einen Malteser zu treffen, der es nicht konnte). Die Währung ist der Euro.
  • Steckdosen – auf ganz Malta gibt es Steckdosen vom Typ G mit drei rechteckigen Stiften wie in Großbritannien, du brauchst also einen Adapter.
  • Busse – Buslinien erreichen praktisch jede Region von Malta und Gozo. Am besten kaufst du ein Wochenticket für 21 Euro (die Tallinja-Explore-Karte). Alle Haltestellen sind Bedarfshaltestellen: Den Bus hältst du mit ausgestreckter Hand an, und vor dem Aussteigen drückst du den Halteknopf. Die Busse sind oft verspätet oder kommen zu früh – wo nur eine Linie fährt, kann man auch mal über eine Stunde warten.
  • Auto – unserer Meinung nach lohnt sich ein Mietwagen nicht: Malta ist voller Autos, abends gibt es Staus und Parkplätze sind schwer zu finden.
  • Fähren – nach Gozo und Comino fährt man vom Hafen Ċirkewwa im Norden Maltas. Das Ticket nach Gozo kostete 4,65 Euro tagsüber und 4,05 Euro nachts (ab 20:00 Uhr). Im Winter fallen Fahrten wegen Stürmen manchmal aus.
  • Flüge und Unterkünfte – Flüge suchen wir über Skyscanner. Für Malta haben wir alle Unterkünfte gleich nach dem Kauf der Flugtickets gebucht; die günstigste Option war Airbnb.
  • Essen – fast in jeder Bäckerei bekommst du köstliche Pastizzi (Blätterteigtaschen mit Ricotta oder Erbsen), Qassatat und Ftira.
  • Pandemie (2020) – während unseres Aufenthalts wurde die Maskenpflicht auch im Freien eingeführt, mit Bußgeldern bis zu 100 Euro. Malta war damals kein Risikogebiet, deshalb mussten wir nach der Rückkehr weder Tests machen noch in Quarantäne.

Das war ein toller Ausflug zum Jahresende. Gäbe es auf der Welt nicht so viele wunderbare Orte zu entdecken, würden wir gern nach Malta zurückkehren – und sei es nur, um endlich ins Popeye Village hineinzugehen.

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