
Wer in Mexiko ist, muss unbedingt eine Cenote besuchen. Das ist ein natürlicher Brunnen oder Karsttrichter, der entsteht, wenn der Kalksteinuntergrund einbricht und das Grundwasser freilegt. Der Name stammt von der Halbinsel Yucatán, wo die alten Maya aus Cenoten Wasser schöpften und darin auch Opfer darbrachten. Es gibt offene Cenoten, unterirdische und solche, die in Höhlen verborgen sind. Die meisten liegen in den Bundesstaaten Yucatán und Quintana Roo.
Während unseres Aufenthalts in Valladolid (18.–23. November 2023) besuchten wir fünf Cenoten: Suytun, Káapeh, X’kekén, Samula und X’canché. Jede ist anders – von unterirdischen Höhlen mit Stalaktiten bis zu offenen Becken im Dschungel. Der Eintritt kostet meist ab etwa 9 €, und nach ein paar Cenoten wird das Erlebnis ziemlich eintönig – deshalb haben wir drei Orte ausgewählt, an zweien davon gibt es je zwei Cenoten.
6:47Inhaltsverzeichnis
- Suytun und Káapeh
- X’kekén und Samula
- X’canché – der größte Spaß
- Wassertemperatur und Tiere
- Valladolid – Ausgangspunkt für Ausflüge
- Praktische Informationen – Anfahrt und Preise
Suytun und Káapeh
Zu den schönsten der acht Cenoten, die wir in Mexiko gesehen haben (zusammen mit denen in Chemuyil), gehören Suytun und X’kekén – beide liegen in Höhlen, in denen man Stalaktiten bewundern kann. Suytun ist berühmt für die Steinplattform mitten im Wasser, die durch eine Öffnung in der Decke beleuchtet wird – ein Ort wie gemacht für Social-Media-Fotos und deshalb sehr überlaufen. Am besten kommst du gleich frühmorgens, kurz vor der Öffnung: So konnten wir ohne Warten viele Fotos und Videos machen.
Eine Stunde später stand schon eine riesige Schlange. Für uns ist Suytun eindeutig zu touristisch, also blieben wir nicht lange.

Zum Glück ist im Ticketpreis (250 MXN, etwa 13 €) auch die gleich daneben liegende offene Cenote Káapeh enthalten. Dort sind viel weniger Touristen, und man kann in Ruhe schwimmen und durch ein rundes Loch im Fels in den Himmel schauen.
X’kekén und Samula
Ähnlich ist es bei X’kekén: Mit dem Ticket kommt man auch in die benachbarte Cenote Samula (226 MXN, etwa 12 € für beide). Früh am Morgen sind hier fast keine Touristen – es ist still, ruhig und stimmungsvoll.

X’kekén ist eine Höhle voller Stalaktiten, mit türkisfarbenem Wasser und Holzgeländern entlang des Weges. Durch eine kleine Öffnung in der Decke fällt ein Lichtstrahl.


In Samula hängen Baumwurzeln durch die Öffnung in der Decke, und bei Sonne fällt ein Lichtstrahl ins türkisfarbene Wasser.
X’canché – der größte Spaß
Am meisten Spaß hatten wir aber in der Cenote X’canché (170 MXN, etwa 9 €). Sie liegt unter freiem Himmel, und drinnen ist viel Platz zum Schwimmen. Man kann auch von einem Seil oder von einer kleinen Brücke ins Wasser springen.


Wassertemperatur und Tiere
Das Wasser in den Cenoten hat etwa 24–25 °C – besonders kühl ist es in den unterirdischen Cenoten, in die wenig Sonne gelangt. In jeder schwimmen kleine Welse, außerdem kann man Eidechsen und Fledermäusen begegnen.

Valladolid – Ausgangspunkt für Ausflüge
Valladolid wurde im 16. Jahrhundert gegründet und nach dem spanischen Valladolid benannt; heute gehört es zu den mexikanischen „magischen Städtchen“ (Pueblos Mágicos). Die Stadt selbst hat uns allerdings nicht begeistert, und viel zu besichtigen gibt es hier nicht – für uns war sie vor allem Ausgangspunkt für die Cenoten und für Chichén Itzá. In der Stadt gibt es die Cenote Zací, in die wir aber nicht gegangen sind: Nach fünf anderen befürchteten wir, dass sie wegen der leichten Erreichbarkeit voller Menschen sein würde. Einen Abstecher wert sind dagegen das Franziskanerkloster San Bernardino de Siena (40 MXN pro Person), von dem aus die ersten Etappen der „Bekehrung“ der Maya gesteuert wurden, sowie das Trachtenmuseum MUREM (Museo de Ropa Étnica de México). In der Nähe liegen auch die Ruinen von Ek Balam, aber das Ticket ist dort ähnlich teuer wie für Chichén Itzá und die Stätte selbst nicht sehr groß – wir haben sie ausgelassen.
Nach Valladolid kamen wir vom Golf von Mexiko – aus San Crisanto über Mérida (von dort gibt es mehr Verbindungen und weniger Umstiege).

Praktische Informationen – Anfahrt und Preise
- Anfahrt zu den Cenoten – die Fahrten waren für uns ein echter Albtraum. Von Valladolid fahren keine Colectivos zu den Cenoten, nur Taxis. Sammeltaxis stehen je nach Richtung an verschiedenen Stellen der Stadt – am besten fragst du in der Touristeninformation. Wer so wenig wie möglich zahlen will, muss auf andere warten, die in dieselbe Richtung fahren, oder an der Straße eine Mitfahrgelegenheit anhalten.
- Preise (November 2023) – Suytun mit Káapeh: 250 MXN (etwa 13 €); X’kekén mit Samula: 226 MXN (etwa 12 €); X’canché: 170 MXN (etwa 9 €).
- Bargeld – hab immer Bargeld dabei, nicht überall kann man mit Karte zahlen.
- Tageszeit – die beliebtesten Cenoten (vor allem Suytun) besuchst du am besten gleich nach der Öffnung. Am Sonntag, dem freien Tag der Mexikaner, ist in den Cenoten mehr los.











