
Mitte April 2023 besuchten wir Guillem (Will), den wir 2018 bei Work & Travel im Yosemite kennengelernt hatten – später studierte er einige Jahre in Berlin, und er stammt aus Tarragona in Katalonien. Von dort fuhren wir für knapp zwei Tage nach Barcelona (13.–14.04.), die nächsten zwei (15.–16.04.) verbrachten wir in Tarragona. Direkt von dort ging es weiter an die Costa Blanca.
Inhaltsverzeichnis
- Barcelona, Tag 1: Ciutadella, Plaça de Catalunya und das Gotische Viertel
- Modernisme und die Bauten von Gaudí
- Barcelona, Tag 2: Park Güell und Montjuïc
- Tarragona – das römische Tarraco und Menschentürme
- Praktische Informationen
Barcelona, Tag 1: Ciutadella, Plaça de Catalunya und das Gotische Viertel
Barcelona ist nach Einwohnerzahl die zweitgrößte Stadt Spaniens – für die Besichtigung könntest du locker eine Woche einplanen, wir hatten knapp zwei Tage. Den ersten Tag begannen wir am historischen Bahnhof Estació de França, von wo wir über die Promenade Passeig de Lluís Companys mit ihrem Triumphbogen gingen.

Die Promenade führt zum Parc de la Ciutadella – einem der schönsten Parks Barcelonas, mit dem monumentalen Brunnen Cascada und dem Gebäude des Katalanischen Parlaments.
Danach gingen wir zur Plaça de Catalunya mitten im Stadtzentrum.

Im Gotischen Viertel sahen wir die gotische Kathedrale der heiligen Eulalia, erbaut vom 13. bis zum 15. Jahrhundert, sowie die hübsche Brücke Pont del Bisbe, die zwei Gebäude über einer engen Gasse verbindet.
Eine Besonderheit ist das Wandbild „El Petó“ (Der Kuss) von Joan Fontcuberta – zusammengesetzt aus Tausenden kleiner Fotos von Bewohnern Barcelonas, die aus der Ferne das Bild eines Kusses ergeben.

Modernisme und die Bauten von Gaudí
Barcelona steht vor allem für den katalanischen Modernisme – mit seinem bekanntesten Architekten Antoni Gaudí. Am ersten Tag sahen wir die Basilika Sagrada Família von außen (Foto am Anfang des Beitrags) – immer noch im Bau, mit Kränen über den Türmen. Unterwegs kamen wir auch am reich verzierten Palau de la Música Catalana vorbei (Entwurf von Lluís Domènech i Montaner).

An der Prachtstraße Passeig de Gràcia stehen Gaudís Casa Batlló mit Balkonen, die an Masken erinnern, und die benachbarte Casa Amatller, ein Stück weiter die Casa Milà, genannt La Pedrera, mit ihrer wellenförmigen Steinfassade.
Von den interessanten Gebäuden ist uns noch La Monumental in Erinnerung geblieben – eine ehemalige Stierkampfarena im Neomudéjar-Stil; in Katalonien finden keine Stierkämpfe mehr statt.

Barcelona, Tag 2: Park Güell und Montjuïc
Den zweiten Tag begannen wir im von Gaudí entworfenen Park Güell – einem Garten mit spannenden architektonischen Elementen: einer Terrasse mit Säulenhalle, dem Mosaik-Salamander und steinernen Portiken. Es ist ein unvollendetes Siedlungsprojekt, von dem keine fünf Gebäude entstanden sind. Der Eintritt erfolgt mit einem Ticket für eine bestimmte Uhrzeit – wegen 40 Minuten Verspätung des Zuges aus Tarragona schafften wir es gerade noch.

Am Nachmittag fuhren wir auf den Hügel Montjuïc – schöne Panoramen und Stadtgeschichte an einem Ort. Wir sahen das Olympiastadion der Spiele von 1992 und (von außen) das Nationale Kunstmuseum Kataloniens. Insgesamt liefen wir in den zwei Tagen etwa 25 km durch Barcelona.
Tarragona – das römische Tarraco und Menschentürme
Kaum zu glauben, aber in der Antike war Tarragona (das römische Tarraco) die Hauptstadt einer Provinz, die den größten Teil des heutigen Spaniens umfasste – daher unsere Witze über „Tarragona in seinen Glanzzeiten“. Römische Überreste sieht man an vielen Stellen, am beeindruckendsten ist das Amphitheater direkt am Meer. Am ersten Tag führte uns Guillem durch die Stadt und erzählte von der Geschichte der Gebäude und davon, wie die antike Stadt aussah.

Nach dem Spaziergang kehrten wir in ein Lokal ein, um regionale Biere zu probieren, die man im normalen Laden kaum bekommt, und am Abend sahen wir eine Vorführung von Castells – dem Bau von Menschentürmen, einer Tradition katalanischer Städte und besonders Tarragonas. Der Tag endete mit einem Grillabend bei Guillem.

In der Altstadt lohnt sich ein Abstecher zur romanisch-gotischen Kathedrale und ein Bummel durch die Gassen mit alten Häusern, an deren Balkonen oft katalanische Flaggen hängen.

Am zweiten Tag machten wir einen langen Spaziergang durch die Stadt, mit einer Pause am Strand und Blick auf die Küste von den Terrassen über dem Meer.

Praktische Informationen
- Anreise aus Tarragona: Der Regionalzug nach Barcelona kostete 7–8 € pro Strecke, aber mit der Pünktlichkeit ist das so eine Sache – wir hatten 40 Minuten Verspätung.
- Nahverkehr in Barcelona: Die Ticketpreise sind vernünftig; am günstigsten ist die 10-Fahrten-Karte.
- Park Güell: Ticket für eine feste Uhrzeit – am besten vorher kaufen und genug Zeit für die Anfahrt einplanen.
- Preise: Barcelona ist teuer – sowohl Unterkünfte als auch die meisten Geschäfte.
- Menschenmassen: Die Stadt ist wunderschön und absolut empfehlenswert, aber wie in jeder Großstadt sehr voll, und die Touristenattraktionen sind extrem überlaufen.














