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Ort: Europa  PolenReisejahr: 2018

Inhaltsverzeichnis

Kurze Geschichte

Die Tramp-Wettbewerbe, die der Akademische Touristenklub (AKT) der Universität Ermland-Masuren in Allenstein (Olsztyn) organisiert, haben eine lange Geschichte. Jeder von ihnen beruht auf zwei Grundregeln: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ und „Fair Play“. Teilnehmen können kleine Teams aus zwei Personen. Sie bekommen eine konkrete Aufgabe, also ein Ziel oder mehrere Ziele, die sie per Anhalter erreichen müssen. Unten im Abschnitt „Geschichte des Wettbewerbs“ siehst du, welcher Ort in welchem Jahr das Ziel (bzw. die Ziele) war.

  • 1. Kortowo-Tramp-Wettbewerb (2012) – Szklarska Poręba
  • 2. Kortowo-Tramp-Wettbewerb (2013) – Zamość
  • 3. Kortowo-Tramp-Wettbewerb (2014) – Wisła
  • 4. Kortowo-Tramp-Wettbewerb (2015) – Sanok
  • 5. Kortowo-Tramp-Wettbewerb (2016) – Zakopane
  • 6. Kortowo-Tramp-Wettbewerb (2017) – Polanica-Zdrój
  • 1. Kortowo-Tramp-Rallye (2018) – Elbing – Marienburg – Starogard Gdański – Tuchola – Bromberg – Thorn – Golub-Dobrzyń – Brodnica
  • Kortostop (2019) – Samborowo – Kwidzyn – Korzeniewo – Gniew – Danzig – Sopot – Kościerzyna – Owidz – Jastrzębia Góra – Wejherowo – Słupsk – Lębork – Sławutówko – Grudziądz + Hel – Stare Jabłonki

Allgemeine Informationen

Die Veranstaltung findet jedes Jahr an einem festgelegten Aprilwochenende statt.

Im Jahr 2018 dauerte der Wettbewerb vom 20. bis 22. April.

Es gibt feste Anmeldefristen (2018 bis zum 18. April).

Im Jahr 2018 konnte man sich so anmelden:

  • per privater Nachricht auf Facebook – Kortowski Autostop (die aktuelle Seite heißt Kortostop)
  • persönlich zu festgelegten Zeiten im Sitz des Akademischen Touristenklubs,
  • auf dem Reisefestival OSFP Kormorany

Treffpunkt ist der Sitz des Akademischen Touristenklubs in der ul. Kanafojskiego 3 (Allenstein), Studentenwohnheim Nr. 1 – Eingang auf der Seite des Flusses Kortówka.

Die Startgebühr für den Tramp-Wettbewerb lag nie über ca. 6 € und deckte die Organisationskosten. Im Jahr 2018 betrug sie ca. 3 € und ging u. a. in ein Startpaket und eine warme Mahlzeit bei der Abschlussparty.

Sobald das vereinbarte Signal ertönt, beginnt der Wettkampf. Es gewinnen die Teams, die als Erste am Ziel ankommen. Für die Sieger gibt es Preise. Vor Ort (am zweiten Tag) richten die Organisatoren für die Teilnehmer eine Party mit Essen aus.

Ausgabe 2018 – allgemeine Regeln

Die Ausgabe, an der wir teilnahmen, war besonders und unterschied sich von den früheren, bei denen die Teilnehmer von Allenstein aus eine bestimmte Stadt im Süden Polens erreichen mussten (siehe Geschichte des Wettbewerbs).

Diesmal mussten wir viele Städte besuchen und in jeder davon bestimmte Orte. Jeder Ort brachte eine bestimmte Punktzahl, und als Nachweis musste man dort ein Foto von sich machen, auf dem das Namensschild zu sehen war. Schade, denn ich hatte mich sehr auf einen schönen Abend irgendwo in den Bergen gefreut, aber das neue Format war auch spannend. Dank dieser Änderungen konnten wir auf einer einzigen Tour viele Städte kennenlernen – klasse!

Das wichtigste Kriterium für den Sieg war nicht mehr nur, so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen, sondern auch genügend Punkte zu sammeln. Die Teilnehmer beschrieben es so: „Es ist ein Versuch, einen Tramp-Wettbewerb mit einer Orientierungsrallye zu verbinden, denn die Zeit wird nicht das wichtigste Kriterium im Kampf um die Preise sein (wenn auch ein bedeutendes) – am wichtigsten ist, wie viele Punkte ihr unterwegs sammelt. DENN DER WEG IST DAS ZIEL!“

Bei diesem Wettbewerb konnte man ganze fünf Preise in vier Kategorien gewinnen:

  1. *Preis für den 1. Platz für die Besten Landeskundler (das Paar mit den meisten Punkten in der kürzesten Zeit, Zeitlimit Samstag 20:30 Uhr),
  2. *Preis für den 2. Platz für die Besten Landeskundler (das zweite Paar mit den meisten Punkten in der kürzesten Zeit; ACHTUNG! Die Punktzahl zählt mehr als die Zeit, Zeitlimit Samstag 19:00 Uhr),
  3. * Preis für die schnellsten Landeskundler (es gewinnt das Paar, das in der kürzesten Zeit mit mindestens 100 Punkten zum AKT zurückkehrt),
  4. *Preis für die beste Verkleidung
  5. *Preis für das beste Foto

Erster Tag

Wir starteten am Freitag, dem 20. April, um 10:00 Uhr vor dem AKT. Ab 8:30 Uhr wurden die Startpakete ausgegeben. Darin waren:

  • eine Karte mit den Reisezielen und ihrer Punktzahl
  • Informationen zu den Regeln und zu ausgewählten Unterkünften an der Strecke
  • Namensschilder, auf die man seine Daten schreiben musste

Am ersten Tag (20.04.2018) hakten wir ohne größere Probleme Elbing, Marienburg, Starogard Gdański und Tuchola ab. Übernachtet haben wir in Bromberg. Wie das aussah? Schau dir das Video oben an und lies den Bericht unten.

Allenstein (Start) – 0 km

Mit dem Bus fuhren wir zur Ausfallstraße von Allenstein im Stadtteil Dajtki, Richtung Ostróda und Elbing. Zuerst versuchten wir, an einer Tankstelle eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen, aber ohne Erfolg. Am Straßenrand liefen wir stadtauswärts bis zur ersten Haltebucht, wo schon ein anderes Paar aus dem Wettbewerb stand. Wir wurden zu viert mitgenommen, direkt bis Elbing.

Elbing – 124 km

Ankunft – 12:18 Uhr. In Elbing besuchten wir unter anderem das Markttor, die Nikolaikathedrale und die Speicherinsel. Danach suchten wir eine Stelle, an der man nach Marienburg trampen kann. Dabei verliefen wir uns – teils, weil man uns einen falschen Straßennamen genannt hatte, teils, weil wir nicht auf der Karte nachgesehen hatten, wo der Orientierungspunkt liegt. Auf Umwegen kamen wir schließlich an die richtige Stelle. Hier trennten wir uns auch von dem anderen Paar, das in das erste Auto stieg, das anhielt. Zum Glück klappte es ein paar Minuten später auch bei uns. 

Marienburg – 155 km

Uns nahm ein Soldat mit, der unterwegs an Marienburg vorbeifuhr. In der Nähe der Burg waren wir gegen 14:40 Uhr. In Marienburg verbrachten wir etwas mehr Zeit und gingen einmal um die größte Sehenswürdigkeit herum. Außerdem legten wir einen langen Fußmarsch auf der Suche nach einer Trampstelle Richtung Starogard Gdański zurück, weil wir unterwegs immer wieder an der Konkurrenz vorbeikamen (es hatte keinen Sinn, als Gruppe an einer Stelle zu stehen). Am Ende gingen wir bis hinter die Ortsgrenze.

Starogard Gdański – 195 km

Das war ein Volltreffer! Die beiden Männer fuhren an den anderen vorbei und hielten genau für uns. Sie brachten uns bis direkt vor das Wichert-Palais in Starogard Gdański, wo wir um genau 16:40 Uhr ankamen. Dort trafen wir u. a. wieder das Paar, mit dem wir durch Elbing gelaufen waren. Wir gingen in den Stadtpark, um ein Foto an der Sonnenuhr zu machen, und kamen dabei am Kazimierz-Deyna-Stadion vorbei.

Tuchola – 266 km

Die nächste Stadt auf der Liste war Tuchola. Wir kamen gegen 18:40 Uhr an. Gefahren hat uns ein Mathelehrer. Die Punkte zum Abhaken waren das Museum der Tucheler Heide und der Brunnen am Plac Wolności (Freiheitsplatz). Danach erwartete uns wieder ein langer Fußmarsch zur Ausfallstraße (fast bis zur Stadtgrenze).

Bromberg – 328 km

Eine Frau hielt an und brachte uns in die Nähe des Wasserturms mit dem Wasserwerksmuseum. Dort waren wir gegen 20:20 Uhr, danach gingen wir zu unserer Unterkunft. Auf dem Weg von Tuchola nach Bromberg hatte ich die für uns günstigste Unterkunft gebucht – nah am Zentrum und relativ billig (Lage). Unterwegs begegneten wir immer wieder anderen Teilnehmern.

Zweiter Tag

Am zweiten Tag besichtigten wir Bromberg, Thorn, Golub-Dobrzyń und Brodnica. Am meisten Zeit verbrachten wir in Thorn, weil wir uns dort mit Wiktor und seinen Freunden auf ein Bier trafen. In Nowe Miasto Lubawskie warteten wir lange auf eine Mitfahrgelegenheit, deshalb landeten wir erst gegen 23 Uhr in Kortowo (dem Universitätscampus von Allenstein). Unten findest du einen genaueren Bericht. Schau dir auch das Video an.

Bromberg – 331 km

Nachdem wir in Bromberg angekommen waren und dort übernachtet hatten, beschlossen wir, die nötigen Punkte auf der Liste so schnell wie möglich abzuhaken (Sintflut-Brunnen, die Skulptur „Der Flussüberquerer“, Museum der Seife und der Geschichte des Schmutzes, Park Club), um nach Thorn trampen zu können.

Thorn – 383 km

Das Trampen lief weiterhin ziemlich flott. In Thorn waren wir vor 13 Uhr. Dort holten uns Edyta und Iza ab und führten uns durch die Stadt. Auf das Treffen mit Wiktor mussten wir warten, bis er Feierabend hatte. An diesem Tag war bei ihm in der Arbeit von selbst ein Alarm losgegangen, und es mussten Fachleute gerufen werden, um ihn auszuschalten – das verzögerte unser gemeinsames Bier ein wenig. Nach kurzen Verhandlungen gingen wir in eine Kneipe auf einem Weichselkahn. So wurden wir von einem der wenigen Paare an der Spitze zu einem Paar irgendwo am Ende.

Trotzdem waren noch einige Paare an derselben Stelle (wir trafen sie u. a. im Bus, der uns zur Ausfallstraße brachte). In Thorn besuchten wir den Schiefen Turm, die Thorner Lebkuchenbäckerin (eine Skulptur), die Alte Katarzynka am Philadelphia-Boulevard, die Burg Dybów und das Puppentheater Baj Pomorski in Thorn (als unsere eigene Wahl).

Golub-Dobrzyń – 433 km

Von Thorn nach Golub-Dobrzyń zu kommen, war kein großes Problem, aber die Zeit drängte sehr. Nach der Ankunft gingen wir dort zur Burg.

Brodnica – 465 km

Der nächste Punkt war Brodnica, wo wir ein Foto von uns am Museum und am Palast der Anna Wasa machten.

Nowe Miasto Lubawskie – 494 km

Aus Gesprächen mit anderen Paaren, die wir unterwegs trafen, erfuhren wir, dass einige von ihnen darauf verzichtet hatten, alle Städte abzuhaken. Wir dagegen beschlossen trotz der späten Stunde, alle übrigen Punkte auf der Karte zu schaffen. Das kostete uns eine lange Wartezeit in Nowe Miasto Lubawskie. Auf dem Weg dorthin gab es eine Überraschung: Die Frau, die uns mitnahm, hielt auch für das Paar an, mit dem wir von Allenstein nach Elbing getrampt waren. Dort trennten wir uns wieder. 

Lubawa – 508 km

Ab da war das Trampen deutlich schwieriger. Weil wir in diesem Ort und später in Lubawa im Dunkeln trampen mussten, kamen wir erst gegen 23 Uhr beim AKT an.

Allenstein – 579 km (Ziel)

Etwas spät, aber es hat sich gelohnt, bis zum Ende durchzuhalten! Trotz der Zweifel am Schluss, ob wir so spät noch jemanden finden, der uns mitnimmt, und trotz großer Müdigkeit hätten wir die Zeit in Thorn mit Wiktor, Edyta und Iza nicht verkürzt. Müde, aber zufrieden feierten wir noch einige Stunden im Sitz des AKT. Viel Zeit verbrachten wir dort mit Paweł, dem wir unterwegs ein paarmal begegnet waren.

Fazit

Das Trampen lief sehr gut. Wir hatten beschlossen, dass es uns nicht darauf ankommt, alle Punkte so schnell wie möglich abzuhaken, weil es uns wichtiger war, die Orte, die wir abhaken mussten, wirklich zu besichtigen. So eine Runde kostete uns ziemlich viel Zeit. Nur einmal mussten wir lange auf eine Mitfahrgelegenheit warten – da war es schon dunkel.

Es war eine sehr spannende Erfahrung, bei der wir unsere logistischen und organisatorischen Fähigkeiten testen konnten. Man lernte viele Leute kennen und erlebte ein besonderes Abenteuer ;). Leider nahmen wir im Jahr darauf nicht teil, weil wir ins Ausland gezogen waren (2019), und vor zwei Jahren hat das Coronavirus weltweit viele Pläne durchkreuzt (2020).

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