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Ort: Europa  DeutschlandReisejahr: 2019

Ins Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds in Berlin gingen wir im September 2019, als uns Michał und Patrycja besuchten. Am selben Tag sahen wir uns auch die Geschichte der Stadt in den Modellen von Little BIG City an – darüber schreibe ich im Beitrag Berlin: auf den Spuren der Berliner Mauer.

Das erste Museum gründete Marie Tussaud selbst im 19. Jahrhundert in London, und das Londoner ist natürlich viel größer. Das Berliner hat uns trotzdem sehr beeindruckt – es lag weit über meinen Erwartungen. Man geht nacheinander durch Säle mit lebensechten Figuren von Politikern, Schriftstellern, Komponisten, Wissenschaftlern, Sportlern sowie Film- und Fernsehstars und zum Schluss durch eine Ausstellung zu Star Wars. An die meisten Figuren kann man herantreten, sich danebenstellen und ein Foto machen – und genau das macht hier den größten Spaß.

Inhaltsverzeichnis

  1. Politiker – von Ulbricht bis Obama
  2. Komponisten, Schriftsteller und Wissenschaftler
  3. Stars aus Musik, Film und Fernsehen
  4. Fußballer
  5. Die Star-Wars-Ausstellung
  6. Lohnt es sich?
  7. Praktische Informationen

Politiker – von Ulbricht bis Obama

Am interessantesten war für uns der Saal der Politiker, denn viele dieser Figuren sind mit der Geschichte des geteilten Berlins verbunden. Walter Ulbricht, der Staatschef der DDR, steht vor einer Karte des nach dem Krieg in Besatzungszonen geteilten Deutschlands. Im Juni 1961 versicherte er: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ – zwei Monate später stand in Berlin die Mauer.

Sein Nachfolger Erich Honecker sitzt am Schreibtisch mit Telefon – man kann ihm gegenüber Platz nehmen und „telefonieren“. Honecker regierte die DDR bis zum Herbst 1989; seinen „Bruderkuss“ mit Breschnew siehst du an der Mauer der East Side Gallery.

Daneben steht Michail Gorbatschow, der Staatschef der UdSSR zur Zeit des Mauerfalls.

Von den US-Präsidenten sind unter anderem John F. Kennedy dabei, der 1963 in West-Berlin das berühmte „Ich bin ein Berliner“ sagte, und Ronald Reagan – er rief 1987 am Brandenburger Tor: „Mr. Gorbachev, tear down this wall!“. Reagan steht neben Barack Obama, ein Stück weiter Donald Trump.

Von den deutschen Politikern ist unter anderem Joachim Gauck dabei, Bundespräsident von 2012 bis 2017, an einem Rednerpult mit Bundesadler. Ein polnischer Akzent ist die Figur von Papst Johannes Paul II. vor einem Buntglasfenster mit Tauben.

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Komponisten, Schriftsteller und Wissenschaftler

In den Sälen zur Kultur stehen deutsche Komponisten – Johann Sebastian Bach in einem barocken Interieur und Ludwig van Beethoven mit einem Notenblatt – und außerdem William Shakespeare, natürlich mit einem Totenschädel in der Hand, wie im „Hamlet“.

Die Wissenschaft vertreten Sigmund Freud, der in einem Arbeitszimmer mit Couch „Patienten empfängt“, und Albert Einstein an einer Tafel voller Formeln.

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Stars aus Musik, Film und Fernsehen

Von den Musikern und Schauspielern sind unter anderem Michael Jackson im glitzernden Sakko, Will Smith, auf dessen Sofa man sich breitmachen kann, und der deutsche Sänger Wincent Weiss mit Mikrofon dabei.

Marilyn Monroe steht im weißen Kleid aus dem Film „Das verflixte 7. Jahr“ – eine der bekanntesten Szenen der Filmgeschichte. Spielberg-Fans finden hier auch E.T. auf dem Fahrrad vor dem Mond.

Viele Figuren kennt man vor allem in Deutschland. Im Studio der Quizshow „Wer wird Millionär?“ – der deutschen Version von „Who Wants to Be a Millionaire?“ – wartet Moderator Günther Jauch, und man kann sich auf den Stuhl des Kandidaten setzen. Außerdem gibt es Horst Schlämmer, die Comedy-Figur von Hape Kerkeling – „stellvertretender Chefredakteur“ des „Grevenbroicher Tagblatts“.

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Fußballer

Fußballfans finden hier Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, und von den Deutschen die Torhüter Manuel Neuer und Oliver Kahn sowie die Weltmeister Franz Beckenbauer und Jürgen Klinsmann.

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Die Star-Wars-Ausstellung

Das Sahnehäubchen war die Ausstellung zu Star Wars – Filmszenen in Lebensgröße, mit Kulissen und Licht. Hier triffst du Darth Vader inmitten von Sturmtruppen, Han Solo und Prinzessin Leia, Meister Yoda, die Droiden R2-⁠D2 und C-3PO sowie das Duell zwischen Obi-Wan Kenobi und Darth Maul.

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Lohnt es sich?

Meiner Meinung nach ja – vor allem zu mehreren, denn der halbe Spaß besteht darin, mit den Figuren für Fotos zu posieren. Viele sehen aus wie lebendig, und die Kulissen der Säle (Honeckers Büro, Freuds Arbeitszimmer, das „Millionär“-Studio, die Star-Wars-Sets) machen daraus mehr als eine Reihe von Figuren an der Wand. Am besten gefielen uns die Politiker, die mit der Geschichte Berlins verbunden sind, und die Star-Wars-Ausstellung. Wer schon in London war, sieht hier ein kleineres Museum, aber mit vielen Figuren, die mit Deutschland und Berlin zu tun haben.

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Praktische Informationen

  • Wo – Unter den Linden 74, ein paar Schritte vom Brandenburger Tor entfernt; die nächste S- und U-Bahn-Station ist Brandenburger Tor.
  • Tickets und Öffnungszeiten – aktuelle Preise und Zeiten prüfst du am besten auf der offiziellen Website des Museums, denn sie ändern sich je nach Tag und Saison.
  • Fotos – Fotografieren ist erlaubt, und bei vielen Figuren gibt es Requisiten und Kulissen für Fotos.
  • In der Nähe – das Brandenburger Tor und der Reichstag; im Herbst lohnt sich das Festival of Lights, wenn das Tor und andere Gebäude mit bunten Projektionen beleuchtet werden. Die Geschichte der Stadt zeige ich im Beitrag über die Berliner Mauer.

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