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Ort: Europa  DeutschlandReisejahr: 2019

Berlin ist eine Stadt, in der man die Geschichte des 20. Jahrhunderts auf Schritt und Tritt sieht – am meisten dort, wo 28 Jahre lang die Berliner Mauer stand. 2019, als Deutschland den 30. Jahrestag des Mauerfalls feierte, besuchten wir die wichtigsten Gedenkorte der Mauer: die bunte East Side Gallery, die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße mit dem erhaltenen Todesstreifen und die Mauerstücke am Potsdamer Platz. Die ganze Geschichte der Stadt – vom Mittelalter bis zur Wiedervereinigung – sahen wir außerdem in Miniatur, auf den interaktiven Modellen von Little BIG City.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Berliner Mauer in Kürze
  2. East Side Gallery – die Mauer als Kunstgalerie
  3. Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße
  4. Mauerstücke am Potsdamer Platz
  5. Little BIG City – die Geschichte Berlins in Modellen
  6. Praktische Informationen

Die Berliner Mauer in Kürze

Der Bau der Mauer begann in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 – die DDR-Führung schnitt damit West-Berlin vom Rest der Stadt und von der umliegenden DDR ab. Mit der Zeit wurde aus dem provisorischen Zaun ein System von Grenzanlagen: zwei Mauern und dazwischen ein Grenzstreifen mit Wachtürmen, der sogenannte Todesstreifen. Rund um West-Berlin war die Grenze ca. 155 km lang. Bei Fluchtversuchen kamen an ihr mindestens 140 Menschen ums Leben. Die Mauer fiel am 9. November 1989 und wurde zum Symbol des Kampfes um Freiheit – ein Jahr später war Deutschland wieder ein Staat.

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Die East Side Gallery ist das längste erhaltene Stück der Berliner Mauer – ca. 1,3 km entlang der Spree, zwischen dem Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke. 1990 bemalten sie über hundert Künstler aus mehr als zwanzig Ländern, und so wurde die Mauer zur größten Open-Air-Galerie der Welt. Die Bilder erzählen von Freiheit, Teilung und Hoffnung, und einige von ihnen sind zu Ikonen Berlins geworden.

Am berühmtesten ist der „Bruderkuss“ von Dmitri Vrubel – der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew küsst DDR-Chef Erich Honecker, darunter steht: „Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“. Vor diesem Wandbild steht immer eine Menschenmenge, die Fotos macht. Es lohnt sich, die ganze Galerie abzulaufen – jedes Stück ist anders.

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Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße

Einen ganz anderen Charakter hat die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. In dieser Straße verlief die Grenze direkt an den Häusern – die Bewohner flohen durch die Fenster in den Westen, bevor diese zugemauert und später ganze Mietshäuser abgerissen wurden. Heute ist auf einem Abschnitt des ehemaligen Grenzstreifens ein Freilichtmuseum eingerichtet: Rostige Stahlstangen markieren den Verlauf der Mauer, Tafeln und Modelle zeigen, wie die Grenze aussah.

Von der Aussichtsplattform des Dokumentationszentrums sieht man ein original erhaltenes Stück der Grenze – Hinterland- und Vorderlandmauer, den sandigen Todesstreifen und einen Wachturm. Erst von oben erkennt man, wie durchdacht dieses System war und wie schwer es zu überwinden war.

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Mauerstücke am Potsdamer Platz

Die Mauer durchschnitt auch den Potsdamer Platz – vor dem Krieg einer der verkehrsreichsten Plätze Europas, zur Zeit der Teilung eine Brache im Grenzstreifen. Heute stehen hier moderne Hochhäuser, und an die ehemalige Grenze erinnern ein paar bemalte Mauersegmente mit Infotafeln.

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Little BIG City – die Geschichte Berlins in Modellen

Wie zeigt man die Geschichte einer Stadt anschaulich? Little BIG City am Fuß des Fernsehturms am Alexanderplatz erzählte sie mit interaktiven Miniaturmodellen – vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Wir waren im September 2019 hier, als Michał und Patrycja mich in Berlin besuchten – am selben Tag wie bei Madame Tussauds. Viele der gezeigten Bauwerke sind bis heute erhalten, also erkannten wir einige wieder, weil wir sie vorher schon in echt gesehen hatten. Achtung: Little BIG City wurde im Dezember 2024 endgültig geschlossen – es bleiben die Fotos.

Die Reise begann im „provinziellen“ Mittelalter – mit Märkten, öffentlichen Strafen und Scheiterhaufen.

Dann ging es weiter in eine immer prächtigere Stadt: der Karneval von 1788, das Wachstum Berlins zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die Zwanzigerjahre mit dem riesigen Vergnügungspalast Haus Vaterland am Potsdamer Platz (im Krieg zerstört und in den 70er-Jahren abgerissen).

Den stärksten Eindruck hinterließ der Teil über die 30er-Jahre und den Zweiten Weltkrieg: der Reichstagsbrand 1933, die Bücherverbrennung der Nazis und dann die in Schutt und Asche gelegte Stadt. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die bei den Bombenangriffen beschädigt wurde, steht bis heute als Ruine und Mahnmal in Berlin – und genau so ist sie auch im Modell zu sehen.

Die nächsten Modelle zeigten die geteilte Stadt: den Mauerbau, die Wachtürme, den Grenzübergang Checkpoint Charlie und die Feiern zum 40. Jahrestag der DDR 1989 – nur wenige Wochen vor dem Mauerfall. Auf der anderen Seite der Grenze pulsierte das Leben in West-Berlin, mit dem U-Bahnhof am Kurfürstendamm.

Auch die Wahrzeichen der Stadt fehlten nicht: das Brandenburger Tor und die Siegessäule, die an die Siege Preußens in den Kriegen von 1864–1871 erinnert. Zum Schluss konnte man das Tor am Ausgang noch einmal in einer Animation sehen.

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Praktische Informationen

  • East Side Gallery – Mühlenstraße, zwischen dem Bahnhof Berlin Ostbahnhof und der Warschauer Straße; es ist eine Straße, der Eintritt ist also jederzeit frei.
  • Gedenkstätte Berliner Mauer – Bernauer Straße (nächste Station: S-Bahnhof Nordbahnhof); das Außengelände ist kostenlos zugänglich.
  • Potsdamer Platz – die Mauerstücke stehen am Ausgang des Bahnhofs; auf dem Weg lohnen sich das Brandenburger Tor und der Reichstag.
  • Wie man alles verbindet – alle drei Orte lassen sich an einem Tag mit S-Bahn und U-Bahn besichtigen. Auf der Karte an der Bernauer Straße sieht man gut, wo die Grenze verlief.
  • Little BIG City – die Attraktion wurde im Dezember 2024 geschlossen.

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