
Ende Juli 2020 haben wir eine Woche in Zakopane verbracht (25. Juli – 1. August), direkt nach ein paar Tagen in der Kaschubei. Wir sind ruhig mit dem Nosal gestartet, dann kam der Giewont, der wichtigste Tag – die Besteigung der Meeraugspitze (Rysy) – und zum Schluss der Kasprowy Wierch zu Fuß und der Wielki Kopieniec. Unten findest du den Bericht Tag für Tag, mit Gehzeiten und praktischen Tipps.
Inhaltsverzeichnis
- Tag 1: Der Nosal zum Aufwärmen
- Tag 2: Giewont ab Kuźnice und Abstieg durchs Strążyska-Tal
- Tag 4: Meeraugspitze
- Tag 6: Kasprowy Wierch zu Fuß und die Hala Gąsienicowa
- Tag 7: Pęksowy Brzyzek und Wielki Kopieniec
- Praktische Informationen
Tag 1: Der Nosal zum Aufwärmen
Am 25. Juli haben wir uns für die erste, gemütliche Tour den Nosal (1206 m ü. M.) ausgesucht – einen niedrigen Gipfel direkt über Kuźnice, von dem man Zakopane und die ersten Gipfel der Tatra sieht. Trotzdem waren ziemlich viele Leute auf dem Weg. Nach dem Abstieg hat uns der Regen erwischt, aber zum Glück blieb es ohne Gewitter.

Tag 2: Giewont ab Kuźnice und Abstieg durchs Strążyska-Tal


Am 26. Juli sind wir zu fünft gegen 5:40 von Zakopane nach Kuźnice aufgebrochen, und gegen 9:40 standen wir auf dem Giewont (1894 m ü. M.). Hinauf ging es auf dem blauen Weg über die Hala Kondratowa und den Kondracka-Pass – 8,2 km pro Richtung –, zurück ins Strążyska-Tal (9,4 km), insgesamt also rund 18 km.


Der Weg war leichter, als ich gedacht hatte. Ein guter Teil führt durch den Wald, deshalb kommen die schönen Ausblicke erst nach einer Weile – dafür wird es ab dem Kondracka-Pass (1725 m) richtig schön.



Der spannendste Moment der Route sind die Ketten unter dem Gipfel. In den ersten Stunden hatten wir herrliches Wetter, dann zogen nach und nach Wolken auf, und beim Abstieg begann es zu regnen, was uns stark ausgebremst hat. Gewundert haben wir uns über organisierte Gruppen, die im Regen mit Regenschirmen auf den Giewont stiegen.



Auf dem Rückweg haben wir einen Abstecher zum Wasserfall Siklawica (23 m hoch) im Strążyska-Tal gemacht und in Zakopane zur Skisprungschanze Wielka Krokiew. Der Giewont war eines meiner zwei größten Ziele dieses Aufenthalts, deshalb freue ich mich sehr, dass es geklappt hat.


Tag 4: Meeraugspitze
Am 28. Juli war das zweite große Ziel an der Reihe – die Meeraugspitze (Rysy) (2499 m), der höchste Gipfel Polens. Wir sind um 4:40 an der Palenica Białczańska losgegangen, über das Meerauge (Morskie Oko) und den Schwarzen See (Czarny Staw), und standen zwischen 13 und 14 Uhr auf dem Gipfel – vor allem wegen der langen Wartezeiten an den Ketten. Den ganzen Bericht mit Gehzeiten und Tipps findest du in einem eigenen Beitrag: Meeraugspitze von der polnischen Seite – Bericht und Tipps. Am Tag nach der Meeraugspitze haben wir uns ausgeruht.
Tag 6: Kasprowy Wierch zu Fuß und die Hala Gąsienicowa

Am 30. Juli wollten wir auf den Kasprowy Wierch (1987 m ü. M.). Wie beim Giewont sind wir in Kuźnice gestartet, diesmal spät – gegen 12:30. Die allermeisten Leute nahmen die Seilbahn, wie die langen Schlangen vor der Station zeigten. Wir haben beschlossen, „nicht zu schummeln“ – zumal das Seilbahnticket teuer ist.

Der Weg verläuft ungefähr entlang der Seilbahntrasse. Er ist nicht besonders anspruchsvoll, aber ziemlich zeitaufwendig, deshalb waren wir erst kurz vor 16 Uhr oben. Die Aussicht vom Weg ist großartig: auf der einen Seite der Giewont und Zakopane, auf der anderen immer mehr Grate der Tatra.



Der Kasprowy Wierch ist ein Grenzgipfel, also haben wir wieder Gebiete gesehen, die schon zur Slowakei gehören. Vom Gipfel sieht man unter anderem die Goryczkowe-Pässe und die Kopa Kondracka auf der einen Seite und Świnica, Kościelec und die Gąsienicowe-Seen auf der anderen. Oben steht auch eine Wetterstation mit einer Glocke.




Nach einer kurzen Pause auf dem Gipfel sind wir über die Ostseite zurückgegangen – über die Hala Gąsienicowa und die Hütte Murowaniec – und haben dabei die letzten Strahlen der untergehenden Sonne genossen.



Tag 7: Pęksowy Brzyzek und Wielki Kopieniec
Den letzten Tag, den 31. Juli, haben wir auf dem Alten Friedhof am Pęksowy Brzyzek in Zakopane begonnen – einem Friedhof verdienter Persönlichkeiten, auf dem viele mit Zakopane und der Tatra verbundene Menschen ruhen, darunter Tytus Chałubiński und Kornel Makuszyński. Beeindruckend sind die hölzernen, geschnitzten Grabmale im Stil der Region Podhale.


Zum Schluss sind wir auf den niedrigen Wielki Kopieniec (1328 m ü. M.) gestiegen – mit einem steilen Anstieg auf dem letzten Stück. Von dort konnten wir diesmal von unten das Gelände bewundern, durch das wir am Vortag vom Kasprowy abgestiegen waren. Am 1. August sind wir aus Zakopane zurückgefahren – das war das Ende unseres Tatra-Abenteuers, aber wir kommen ganz sicher wieder. Das ist nur eine Frage der Zeit!


Praktische Informationen
- Unterkunft – wir haben in Zakopane gewohnt; zum Giewont und auf den Kasprowy Wierch geht es ab Kuźnice, auf die Meeraugspitze ab der Palenica Białczańska (Anfahrt mit dem Kleinbus oder Taxi).
- Der Eintritt in den Tatra-Nationalpark kostet Geld – Tickets bekommst du an den Wegeingängen oder online; aktuelle Preise und Regeln auf tpn.pl.
- Brich früh auf – im Sommer sind die Wege voll, und nachmittags kommen oft Regen und Gewitter (uns hat der Regen am Nosal und am Giewont erwischt).
- Seilbahn auf den Kasprowy Wierch – in der Saison bilden sich vor der Station lange Schlangen, und das Ticket ist teuer; zu Fuß ab Kuźnice haben wir etwa 3,5 Stunden gebraucht.
- Ketten – am Giewont gibt es unter dem Gipfel einen kurzen Abschnitt mit Ketten, an der Meeraugspitze einen viel längeren (mehr im Beitrag über die Meeraugspitze).
- Krone der polnischen Berge – die Meeraugspitze ist in der Krone der polnischen Berge (einer Liste der höchsten Gipfel aller polnischen Gebirge) der Gipfel der Tatra; den Stempel bekommst du unter anderem in der Hütte am Meerauge.










