
Posen (Poznań) ist die Hauptstadt Großpolens und eine der ältesten Städte Polens. Zwischen 2021 und 2026 war ich mehrmals hier – unter anderem bei Artur, bei Spielen von Lech und auf der Durchreise Richtung Westen. Aus diesen Besuchen habe ich einen Plan fürs Wochenende zusammengestellt: der Alte Markt mit dem Rathaus und den Böckchen, die Pfarrkirche (Fara), der Freiheitsplatz, das Museum für Spiele und Computer, die Zitadelle mit Museen und Kriegsfriedhöfen, der Sołacki-Park, das Posener Palmenhaus und das Stadion an der Bułgarska-Straße. Am Ende des Beitrags findest du praktische Informationen und einen Plan für zwei Tage.
Inhaltsverzeichnis
- Alter Markt – Rathaus, Böckchen und Pfarrkirche
- Freiheitsplatz und Freiheitsbrunnen
- Das Posener Museum für Spiele und Computer
- Die Zitadelle – Park und Militärmuseen
- Die Zitadelle – Friedhöfe, Friedensglocke und Die Unerkannten
- Sołacz und Winogrady – Sołacki-Park und der Blick vom Riesenrad
- Das Posener Palmenhaus
- Ein Lech-Spiel im Stadion an der Bułgarska-Straße
- Praktische Informationen und Plan fürs Wochenende
Alter Markt – Rathaus, Böckchen und Pfarrkirche
Das Herz der Stadt ist der Alte Markt (Stary Rynek), in dessen Mitte das Rathaus steht. Den ursprünglich gotischen Bau gestaltete in den 1550er-Jahren der Architekt Giovanni Battista Quadro aus Lugano um – daher die Renaissance-Loggia und die Attika. Heute befindet sich im Rathaus das Museum Posen. Jeden Tag um 12:00 Uhr kommen über der Uhr am Turm zwei mechanische Böckchen heraus und stoßen mit den Hörnern zusammen – das bekannteste Symbol von Posen.
Im April 2022 war der Platz aufgerissen – er wurde gerade grundlegend saniert. Vor dem Rathaus stehen die bunten, schmalen Krämerhäuser (domki budnicze) mit Laubengängen, einst Verkaufsstände der Händler.

Im Oktober 2024 war die Sanierung des Platzes abgeschlossen. Abends sah das beleuchtete Rathaus ganz anders aus als tagsüber.

Vom Markt führt die Świętosławska-Straße zur Pfarrkirche (Fara), der barocken Kollegiatbasilika der Mutter Gottes von der Immerwährenden Hilfe. Die Jesuiten errichteten die Kirche 1651–1701, und ihre rosa Fassade schließt den Blick am Ende der schmalen Gasse ab.

Freiheitsplatz und Freiheitsbrunnen
Ein paar Minuten westlich des Alten Marktes liegt der Freiheitsplatz (plac Wolności), umgeben von Bürgerhäusern und Gebäuden aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sein auffälligstes Element ist der Freiheitsbrunnen von 2012 – eine geometrische Konstruktion mit zwei 10 Meter hohen Glasflügeln. Entworfen haben ihn die Architektin Agnieszka Stochaj und der Bildhauer Rafał Nowak. Abends wird der Brunnen in wechselnden Farben beleuchtet – im Mai 2023 leuchtete er orange, grün und blau.
Das Posener Museum für Spiele und Computer
Am Sonntag, dem 16. August 2026, besuchte ich das Posener Museum für Spiele und Computer (Poznańskie Muzeum Gier i Komputerów) in der Półwiejska 45, im ersten Stock – nur ein paar Schritte vom Stary Browar entfernt. Das Museum hat vier Säle, und durch alle zieht sich die „Wand der Legenden“ – 60 Meter Geschichte der Spiele und Computer. Es gibt Hunderte Exponate, mehr als 40 davon sind interaktiv – man kann sich hinsetzen und spielen.

Der erste Saal zeigt die Geschichte des Rechnens und Schreibens – von hölzernen Abakussen und mechanischen Rechenmaschinen bis zu den ersten Taschenrechnern und Schreibmaschinen. Dort steht auch ein IBM PC, den das Museum als ersten Personal Computer vorstellt – und er funktioniert noch.
Im nächsten Saal stehen Konsolen aus der Ära von Pong und Pac-Man: unter anderem Atari 2600, NES, Super Nintendo und Pegasus – ein Klon des japanischen Famicom, der in den 1990er-Jahren in vielen polnischen Haushalten gespielt wurde. Daneben stehen 8-Bit-Computer mit Joysticks, auf denen Klassiker wie Donkey Kong laufen.

Der dritte Saal gehört der Ära der 3D-Spiele – PlayStation, Sega Dreamcast und PlayStation 2 mit Spielen auf CD und DVD. Im letzten stehen 9 klassische Spielautomaten wie in den alten Spielhallen.

Die Zitadelle – Park und Militärmuseen
Etwa 1,5 km nördlich des Alten Marktes, auf dem Winiary-Hügel, liegt die Zitadelle (Cytadela). In den 1830er-Jahren bauten die Preußen hier das Fort Winiary, die Hauptfestung der Festung Posen. Im Februar 1945 war es der letzte Widerstandspunkt der Deutschen in der Schlacht um Posen – die Rote Armee eroberte es am 23. Februar 1945. Nach dem Krieg wurde die Ruine des Forts großenteils abgetragen, und 1963–1970 legte man an ihrer Stelle einen Park an. Er ist rund 100 Hektar groß, der größte Park von Posen und seit 2008 ein Geschichtsdenkmal. Im Februar 2023 habe ich hier einen ganzen Nachmittag verbracht. Am Nordrand des Parks liegt ein Rosengarten – Terrassen mit einem Teich.

In den Backsteingebäuden der ehemaligen Festung befindet sich das Waffenmuseum (Muzeum Uzbrojenia), eine Abteilung des Großpolnischen Museums der Unabhängigkeit. Im Hof und auf den Rasenflächen stehen Panzer, Geschütze, Kampffahrzeuge und Flugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg und der Volksrepublik Polen – darunter ein T-55-Panzer und ein MiG-15-Jäger in den Farben der polnischen Luftwaffe.
In den gewölbten Backsteinsälen stehen Motorräder, Waffen und Puppen in Uniform. An einer Wand hängt ein Relief mit dem Grundriss des Forts und der Inschrift „Cytadela Poznańska – luty 1945“ (Posener Zitadelle – Februar 1945). Das Ticket für das Waffenmuseum gilt auch für das nahe Museum der Armee „Poznań“, das einer der Armeen gewidmet ist, die Polen 1939 verteidigten.
Die Zitadelle – Friedhöfe, Friedensglocke und Die Unerkannten
Die Südwesthänge der Zitadelle nehmen Kriegsfriedhöfe ein: der Friedhof der polnischen Helden, der Garnisonfriedhof, der Commonwealth-Friedhof und die Gräber sowjetischer Soldaten. Auf dem Commonwealth-Friedhof ruht unter anderem die Asche mehrerer Dutzend Teilnehmer der „großen Flucht“ aus dem Kriegsgefangenenlager in Żagań (Sagan). In einem der Grabfelder liegen Soldaten, die im Februar 1945 bei den Kämpfen um die Stadt fielen.

Nahe den Friedhöfen steht die Glocke des Friedens und der Völkerfreundschaft – eine Glocke zwischen zwei hohen Betonpfeilern. 2023, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, wurden die Feiern zum Jahrestag des Kriegsendes in Posen hierher verlegt; zuvor fanden sie am Denkmal der sowjetischen Soldaten statt. Am Ostrand des Parks, an der Stelle eines ehemaligen Ravelins, liegt ein heute ungenutztes Amphitheater mit grasbewachsenen Sitzreihen.

Es lohnt sich, einfach durch den Park zu spazieren – im Gebüsch an den Hängen sind Backsteinbögen und Kasematten der alten Befestigungen erhalten.
Das bekannteste Kunstwerk auf der Zitadelle sind Die Unerkannten (Nierozpoznani) von Magdalena Abakanowicz – 112 kopflose Figuren aus Gusseisen, jede über 2 Meter hoch, so aufgestellt, als gingen sie in verschiedene Richtungen. Die Skulptur wurde 2002 enthüllt.

Sołacz und Winogrady – Sołacki-Park und der Blick vom Riesenrad
Nordwestlich des Zentrums liegt Sołacz – ein Viertel mit Villen und viel Grün. Der Sołacki-Park wurde 1911 eröffnet. Er ist fast 15 Hektar groß, und durch ihn fließt der Bach Bogdanka, der zwei Teiche bildet. Ich war Anfang Mai 2023 gegen Abend hier – die Bäume am Wasser hatten schon frisches Laub.

Ein Stück weiter, auf dem Weg zum Rusałka-See, schmückt ein Wandbild mit großem Schriftzug „SOŁACZ“ eine Unterführung unter einem Viadukt. Die Rusałka ist ein künstlicher See, der 1943 durch das Aufstauen der Bogdanka entstand.

Im Mai 2023 stand in Winogrady, nicht weit von der Zitadelle, ein hohes Riesenrad eines Rummelplatzes. Ich bin kurz vor Sonnenuntergang damit gefahren.

Von oben sah man ein Meer aus Grün und dahinter die Hochhäuser des Posener Zentrums.

Das Posener Palmenhaus
Das Posener Palmenhaus (Palmiarnia Poznańska) steht im Wilson-Park an der Matejki-Straße, nicht weit vom Bahnhof Poznań Główny, und ist seit über hundert Jahren geöffnet – auf der Tafel am Eingang stehen die Jahreszahlen 1911–2011. Es ist eines der größten Palmenhäuser Europas und das größte in Polen. In den Glaspavillons wachsen Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen, und in den Aquarien leben rund 170 Fischarten. Ich habe das Palmenhaus im Mai 2023 mit Artur und Kasia besucht.

In einem der Pavillons gibt es einen Teich mit den riesigen, runden Blättern der Riesenseerose (Victoria), umgeben von Palmen und Baumfarnen.

In den Aquarien schwimmen unter anderem Piranhas, und im Wüstenpavillon wachsen Dutzende Kakteenarten. 2023 kostete ein Normalticket 16 zł.
Achtung: Seit dem 1. September 2026 ist das Palmenhaus wegen des größten Umbaus seit 40 Jahren geschlossen. Laut der Stadt sollen einige Pavillons an der Matejki-Straße Ende 2028 wieder öffnen, die gesamten Arbeiten dauern bis 2030.
Ein Lech-Spiel im Stadion an der Bułgarska-Straße
Lech Posen spielt im Städtischen Stadion an der Bułgarska-Straße, das heute Enea Stadion heißt. Am 6. Mai 2023 habe ich hier ein Ekstraklasa-Spiel von Lech gegen Cracovia gesehen. Bei den Spielen von Lech war ich als neutraler Zuschauer dabei.

Am 26. Februar 2026 kam ich mit Artur und Krzysiek zurück an die Bułgarska-Straße, zum Rückspiel der Conference League gegen den finnischen Klub KuPS Kuopio. Es war mein Debüt auf der Tribüne bei einem Europapokalspiel. Lech gewann 1:0 und zog nach einem 2:0 im Hinspiel ins Achtelfinale ein.

Die Lech-Fans füllten ihre Tribüne – mit hochgehaltenen Schals und Transparenten über die ganze Länge.

Praktische Informationen und Plan fürs Wochenende
- Anreise: der Hauptbahnhof ist Poznań Główny – von hier fahren Züge unter anderem nach Warschau, Berlin, Stettin, Danzig und Breslau. Am Bahnhof gibt es eine Straßenbahnhaltestelle, zum Alten Markt sind es etwa 2 km. Der Flughafen Poznań-Ławica liegt etwa 5 km westlich des Zentrums.

- Nahverkehr: seit September 2025 kostet ein 15-Minuten-Ticket 5 zł, ein 45-Minuten-Ticket 7 zł, ein 90-Minuten-Ticket 9 zł und ein 24-Stunden-Ticket für die Zone A 18 zł.
- Böckchen: sie erscheinen jeden Tag um 12:00 Uhr am Rathausturm.
- Zitadelle: der Eintritt in den Park ist frei. Eintrittspreise und Öffnungszeiten des Waffenmuseums und des Museums der Armee „Poznań“ vor dem Besuch auf der Website des Großpolnischen Museums der Unabhängigkeit prüfen.
- Palmenhaus: geschlossen ab 1. September 2026 bis zum Ende des Umbaus (teilweise Wiedereröffnung für Ende 2028 geplant).
- Lech-Spiel: Spielplan und Tickets gibt es auf der Website des Vereins.
- Museum für Spiele und Computer: Półwiejska 45 (erster Stock). Im Oktober 2026 Di–So 11:00–19:00 Uhr geöffnet, im August täglich 10:00–20:00 Uhr. Ein Normalticket kostete 40 zł, ein ermäßigtes 30 zł; es gilt für höchstens 2 Stunden.
- Plan fürs Wochenende: am Samstag Alter Markt (um 12:00 Uhr die Böckchen), Pfarrkirche und Freiheitsplatz, nachmittags die Zitadelle mit Waffenmuseum, Friedhöfen und den Unerkannten. Am Sonntag der Sołacki-Park und ein Spaziergang zum Rusałka-See, nachmittags das Museum für Spiele und Computer und abends – wenn Lech zu Hause spielt – ein Spiel an der Bułgarska-Straße. Nach der Wiedereröffnung kommt das Palmenhaus dazu.
- Mehr aus Polen: Warschau am Wochenende, Allenstein (Olsztyn), Schlesien an einem langen Wochenende und Podlasien.
















