
Nach einem Tag in Bogotá legten wir weitere 300 km zurück, diesmal nach Westen, in das kleine Städtchen Salento. Von hier fahren die Geländewagen ins Valle de Cocora – eine der beliebtesten Attraktionen Kolumbiens, ein Tal, in dem die höchsten Palmen der Welt wachsen. Wir sind dort eine 12 Kilometer lange Runde mit etwa 600 Höhenmetern gelaufen: zuerst zwischen Wachspalmen an grünen Hängen, dann durch den Wald am Fluss entlang. Laut Patrycja war es der schönste Wanderweg der ganzen Reise.
Unsere Route:
- 18. Mai – abends Abfahrt aus Bogotá,
- 19. Mai – morgens Ankunft in Salento, mit dem Jeep ins Valle de Cocora und Runde durch das Tal,
- 20. Mai – Abfahrt aus Salento Richtung Medellín.
Inhaltsverzeichnis
- Salento – ein buntes Städtchen am Eingang zum Tal
- Mit dem Jeep ins Valle de Cocora
- Wachspalmen – die höchsten Palmen der Welt
- Die Runde durch das Tal – 12 km und 600 m bergauf
- Fotospots und der Mirador Mano de Acaime
- Praktische Informationen
- Fazit
Salento – ein buntes Städtchen am Eingang zum Tal
In Salento kamen wir am 19. Mai frühmorgens an. Unsere Sachen konnten wir im Hostel erst ab 9 Uhr abstellen, also spazierten wir zuerst durch das Städtchen. Es ist ein kleiner, malerischer Ort und zugleich ein toller Ausgangspunkt für die Sehenswürdigkeiten der Umgebung. Die weißen Häuser haben hier bunte Holzbalkone, Türen und Fensterläden – fast jedes in einer anderen Farbkombination.


Über den Dächern sieht man bewaldete Berge, und auf dem Platz im Zentrum wächst eine hohe Palme – ein Vorgeschmack auf das, was wir ein paar Stunden später sahen. In Salento verbrachten wir eine Nacht.

Mit dem Jeep ins Valle de Cocora
Ins Tal fährt man von Salento mit Geländewagen. Laut Fahrplan fahren sie stündlich, und Hin- und Rückfahrt kosteten uns 10.000 COP (ca. 2,30 €).
Im Tal selbst steht einer dieser Jeeps – ein roter Willys mit kolumbianischer Flagge – als Fotomotiv, und man darf sich auf sein Dach stellen. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Wachspalmen – die höchsten Palmen der Welt
Das Valle de Cocora gehört zum Nationalpark Los Nevados und ist vor allem für seine Wachspalmen bekannt – die höchsten Palmen der Welt. Sie werden bis zu 60 m hoch, und ihre schlanken Stämme mit einem Blätterbüschel ganz oben ragen hoch über die grünen Wiesen hinaus. Die Art ist vom Aussterben bedroht und kommt nur in Kolumbien und Peru vor.
In der Sonne leuchtet das ganze Grün des Tals wunderschön, und alle paar Minuten möchte man stehen bleiben, um noch ein Foto zu machen. Einige Leute fragten uns, ob wir vor der Reise hierher den Disney-Animationsfilm „Encanto“ gesehen hätten, der in Kolumbien spielt. Wir hatten ihn schon in Cartagena geschaut – er ist nicht schlecht, aber mich hat er nicht umgehauen.
Die Runde durch das Tal – 12 km und 600 m bergauf
Wir beschlossen, die 12 Kilometer lange Runde mit etwa 600 Höhenmetern zu laufen. Wir starteten vor Mittag bei strahlendem Sonnenschein. Anfangs gingen wir zwischen unzähligen Palmen, die an den grünen Hängen dicht nebeneinander wachsen.


Dann führte der Weg in den Wald und am Fluss entlang, und die Vegetation war schon typisch für das Gebirge. Im Wald entdeckten wir einen Motmot – einen Vogel mit auffälligem langem Schwanz.

Inzwischen schlug das Wetter um: Am Nachmittag versteckte sich die Sonne hinter den Wolken, und das Tal zeigte uns eine ganz andere Landschaft – die Palmen an den Hängen verschwanden nach und nach im Nebel.

Der Eintritt zum Wanderweg kostete uns 20.000 COP am Haupteingang und 6000 COP am Ausgang auf der anderen Seite, zusammen also etwa 6 €.
Fotospots und der Mirador Mano de Acaime
Wie beliebt das Tal ist, merkt man vor Ort – es gibt mehrere schöne Stellen, die eigens für Fotos hergerichtet sind. Am Anfang der Route steht ein großer Valle-de-Cocora-Schriftzug und ein Stück weiter eine riesige Skulptur eines Frauenkopfes und einer Hand mit einem Papagei.


Wer mag, findet unterwegs noch ein ganzes riesiges Gelände, das speziell für Fotos angelegt wurde – den Mirador Mano de Acaime – für zusätzliche 15.000 COP (ca. 3,50 €).
Praktische Informationen
- Anreise nach Salento – von Bogotá sind es etwa 300 km nach Westen. Wir fuhren abends los und waren frühmorgens in Salento.
- Übernachtung in Salento – in unserem Hostel konnte man das Gepäck erst ab 9 Uhr abgeben; wenn du im Morgengrauen ankommst, frag also vorher nach einer Gepäckaufbewahrung.
- Anfahrt ins Valle de Cocora – mit Geländewagen ab Salento, laut Fahrplan stündlich, 10.000 COP (ca. 2,30 €) hin und zurück (Mai 2024).
- Eintritt – 20.000 COP am Haupteingang und 6000 COP am Ausgang auf der anderen Seite der Runde, zusammen ca. 6 € (Mai 2024).
- Mirador Mano de Acaime – ein für Fotos hergerichtetes Gelände, zusätzlich 15.000 COP (ca. 3,50 €).
- Die Runde – ca. 12 km und ca. 600 Höhenmeter; zuerst Wiesen mit Palmen, dann Wald am Fluss entlang. Wir brauchten ein paar Stunden.
- Wetter – es kann innerhalb weniger Stunden umschlagen: Morgens hatten wir strahlenden Sonnenschein, nachmittags Wolken und Nebel. Am schönsten sehen die Palmen in der Sonne aus, also lieber früh losgehen.
- Preise – ich gebe sie in kolumbianischen Pesos mit dem Wechselkurs vom Mai 2024 an (1000 COP waren damals ca. 0,23 €). Mehr über Geld in Kolumbien schreibe ich im Beitrag über Cartagena.

Fazit
Von ganz Kolumbien sind uns vor allem die herrlich grünen Nationalparks im Gedächtnis geblieben, und das Cocora-Tal ist das beste Beispiel dafür. Nur im Nationalpark Tayrona hat uns die Natur ähnlich beeindruckt, und Patrycja hielt diese Runde für den schönsten Wanderweg der ganzen Reise. Die Anfahrt von Salento ist einfach, die Tickets sind günstig, und für die ganze Runde reicht ein Tag. Am 20. Mai fuhren wir weiter nach Medellín.





