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Ort: Europa  PolenReisejahr: 2020

Im Juli 2020, vor einer Woche in der Tatra, haben wir ein paar Tage in der Kaschubei verbracht. Zum Aufwärmen sind wir einen Waldweg im Naturschutzgebiet Schlucht der Radunia gegangen, danach haben wir die zwei bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region besucht: das Zentrum für Bildung und Regionalförderung in Szymbark – das mit dem Haus, das auf dem Kopf steht – und den Aussichtsturm auf dem Wieżyca, der höchsten Erhebung der Kaschubei. Unten findest du unseren Bericht, Preise von 2020 und eine ehrliche Meinung, ob es sich lohnt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Naturschutzgebiet Schlucht der Radunia – ein Waldweg mit Hindernissen
  2. Szymbark – das Haus auf dem Kopf und das längste Brett der Welt
  3. Der Aussichtsturm auf dem Wieżyca
  4. Praktische Informationen und unsere Meinung

Naturschutzgebiet Schlucht der Radunia – ein Waldweg mit Hindernissen

Am 21. Juli sind wir zu einer Waldwanderung entlang der Radunia aufgebrochen, durch das Naturschutzgebiet Schlucht der Radunia (auch ein Natura-2000-⁠Gebiet). Der Fluss windet sich hier durch eine tiefe, bewaldete Schlucht – und das haben wir in den Beinen gespürt. Der blaue Weg führte über zahlreiche Anhöhen in unterschiedlicher Höhe, mal hinauf, mal hinunter, und umgestürzte Äste quer über dem Pfad waren völlig normal.

Der Weg war ziemlich anspruchsvoll – für uns ein leichtes Training vor den Bergen, in die wir ein paar Tage später fahren wollten. Wenn du in der Kaschubei einen ruhigen, wilden Wald abseits der Massen suchst, ist das ein guter Ort – stell dich nur auf Matsch, steile Anstiege und Kletterei über Baumstämme ein.

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Szymbark – das Haus auf dem Kopf und das längste Brett der Welt

Der 23. Juli war ein ziemlich voller Tag. Zuerst sind wir zum Zentrum für Bildung und Regionalförderung in Szymbark gefahren, das vor allem für sein Haus, das auf dem Kopf steht, bekannt ist. Von außen ist es beeindruckend und macht sich super auf Fotos. Innen ist es allerdings wenig spannend eingerichtet – kaum Möbel, und oben eine Gemäldegalerie, die nichts mit dem Ort zu tun hat. Dafür dreht sich einem wirklich der Kopf, weil der Gleichgewichtssinn überhaupt nicht versteht, was los ist.

Auf dem Gelände gibt es auch einen historischen Teil: ein originales Haus polnischer Sibirien-Deportierter, das aus Sibirien hergebracht wurde, eine Gulag-Baracke und einen sowjetischen Zug, der an die Deportationen nach Sibirien erinnert. Daneben steht ein Nachbau des Bunkers „Ptasia Wola“, in dem sich im Zweiten Weltkrieg Partisanen der kaschubischen Widerstandsorganisation Gryf Pomorski versteckten.

Eine weitere Kuriosität ist das längste Brett der Welt – es misst 46,53 m und steht im Guinness-Buch der Rekorde. Aus dem früheren Rekordbrett (von 2002) hat man hier einen „Tisch des Nobelpreisträgers“ gemacht, benannt nach Lech Wałęsa. Außerdem kannst du dich in kaschubischen Trachten fotografieren lassen.

Lohnt es sich? Bei 6,50 € Eintritt und etwa 2 € fürs Parken (Preise von 2020) gibt es ziemlich wenig zu sehen. Für ein, zwei Stunden und ein paar Fotos – ja, aber plan keinen ganzen Tag ein.

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Der Aussichtsturm auf dem Wieżyca

Von Szymbark sind wir zum Wieżyca (ca. 329 m ü. M.) gefahren – der höchsten Erhebung der Kaschubei, auf der ein Aussichtsturm steht. Das Parken kostete etwa 1,70 €, der Eintritt auf den Turm etwa 2 €. Die Aussicht von oben? Wälder und ein bisschen Wasser – ein paar Minuten Spaß. Am interessantesten waren die Schilder mit Richtungen und Entfernungen in Luftlinie: nach Danzig 40 km, nach Allenstein 195 km und nach Berlin ganze 470 km.

Wir hatten auch noch das unvollendete Schloss in Łapalice auf dem Plan, aber ohne eigene Schuld haben wir es nicht dorthin geschafft. Am nächsten Tag ging es in die Tatra – den Bericht über unsere Woche in den Bergen findest du im Beitrag Die Tatra in einer Woche, und über die Besteigung des höchsten Gipfels Polens im Beitrag Rysy von der polnischen Seite.

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Praktische Informationen und unsere Meinung

  • Schlucht der Radunia – Naturschutzgebiet mit einem blauen Waldweg entlang des Flusses; Eintritt frei. Der Weg hat viele Auf- und Abstiege, und umgestürzte Bäume liegen quer über dem Pfad – bequeme Schuhe sind von Vorteil.
  • Szymbark (CEPR) – Eintritt ca. 6,50 €, Parken ca. 2 € (2020). Das Haus auf dem Kopf sieht von außen am besten aus; für alles reichen 1–2 Stunden.
  • Wieżyca – Parken ca. 1,70 €, Eintritt auf den Turm ca. 2 € (2020). Ein kurzer Spaziergang vom Parkplatz und ein paar Minuten oben.
  • Anreise – in der Kaschubei bist du am bequemsten mit dem Auto unterwegs; Szymbark und Wieżyca liegen nah beieinander und lassen sich leicht an einem Tag verbinden.

Unsere Meinung: Am besten hat uns die wilde, bewaldete Schlucht der Radunia gefallen. Szymbark und Wieżyca sind nette, aber kurze Ausflugsziele – gut für einen Tag, wenn du ohnehin in der Gegend bist.

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